Nach Schuldspruch gegen Manchester City fordert Ex-Vorsitzender David Bernstein den Abstieg
Nach dem Schuldspruch gegen Manchester City wegen Verstößen gegen die Finanzregeln werden Forderungen nach harten Strafen lauter. Ex-Vorsitzender David Bernstein sprach sich sogar für einen Zwangsabstieg aus. Auch andere prominente Stimmen äußerten scharfe Kritik.
30.09.2026 | 09:15 Uhr
Manchester City steht nach dem Schuldspruch einer unabhängigen Kommission massiv unter Druck. Während der Klub weiter seine Unschuld beteuert und eine Berufung möglich ist, nehmen die Diskussionen über mögliche Konsequenzen Fahrt auf. Besonders deutlich wurde dabei ausgerechnet ein langjähriger Unterstützer der Cityzens.
Nach dem Schuldspruch der Premier League gegen Manchester City wegen Verstößen gegen die Finanzregeln hat der frühere Klub-Boss David Bernstein einen Zwangsabstieg gefordert. "Wenn sich all das bestätigt und die Berufung scheitert, kann Manchester City nicht in der Premier League bleiben. Der Klub muss eine schwere Strafe erhalten, die ihn aus der Premier League entfernt. Das sage ich als Unterstützer und Fan seit 70 Jahren", sagte Bernstein dem britischen Sender BBC.
Der englische Topklub wurde am Dienstagabend von einer unabhängigen Kommission wegen Verstößen gegen die Finanzregeln der Premier League zwischen den Spielzeiten 2009/10 und 2017/18 für schuldig befunden. City soll dabei "Scheinverträge" mit Geschäftspartnern geschlossen haben, um Finanzierungen von mehr als 830 Millionen britische Pfund (etwa 969 Millionen Euro) verschleiert zu haben. Bis Freitag hat der Klub Zeit, Berufung einzulegen.
City-Geschäftsführer spricht von "Verschwörungstheorie"
Der Ex-Verein von Trainer Pep Guardiola muss mit schweren Sanktionen rechnen, zu denen ein massiver Punktabzug oder sogar der Ausschluss aus der Premier League gehören könnten. Der Klub, der seit 2008 Scheich Mansour aus der Herrscherfamilie von Abu Dhabi gehört, beteuerte aber bislang seine Unschuld. Der Geschäftsführer von City, Ferran Soriano, behauptete, dass der Schuldspruch das Ergebnis "einer Verschwörungstheorie der Premier League" sei.
"Die Sanktionen dürfen sich nicht auf Geld beschränken. Geld bedeutet den Eigentümern aus Abu Dhabi nicht viel", sagte Bernstein. Er betonte, dass die Glaubwürdigkeit der Premier League auf dem Spiel stehe. "Die Premier League hat davon gesprochen, dass über mehrere Jahre falsche Unterlagen und ein bestimmtes Verhaltensmuster vorgelegen hätten. Das ist geradezu unglaublich", sagte der 83-Jährige, der City von 1998 bis 2003 als Vorsitzender führte.
Nicht nur Bernstein zeigt sich fassungslos
Auch der frühere Manchester-United-Kapitän Roy Keane reagierte fassungslos. "Wenn ich Spieler wäre, würde ich diese Medaillen zu 100 Prozent in die Tonne werfen. Natürlich würde man das - es ist Betrug", sagte Keane beim britischen Sender ITV Sport und fügte hinzu: "Sie wussten, dass sie damit vielen Menschen schaden würden, aber sie haben es trotzdem getan."
Die in Großbritannien für den Sport zuständige Ministerin Lisa Nandy erklärte, dass der Fall "äußerst ernst" sei. "Der Bericht der Premier League ist in seiner Deutlichkeit erschütternd", sagte sie.
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