Nach Wut-Interview bei Sky: Horst Heldt legt im Fan-Ärger nach

Hannovers Sportvorstand zeichnet düsteres Bild

Hannovers Sportvorstand Horst Heldt erklärt, dass "etas komplett aus dem Ruder läuft".
Image: Hannovers Sportvorstand Horst Heldt erklärt, dass  © Getty

Sportvorstand Horst Heldt von Hannover 96 hat nach seinem Wutausbruch wegen des Fan-Ärgers bei den Niedersachsen nachgelegt und ein düsteres Bild von der Gesamtatmosphäre beim Aufsteiger gezeichnet.

"Bei uns ist die Empathie verloren gegangen", sagte der Ex-Profi in einem Interview mit der Tageszeitung Die Welt.

Mit Blick auf die lautstarken Proteste von Anhängern beim 0:1 am vergangenen Samstag im Duell mit Borussia Mönchengladbach gegen die Übernahmepläne von 96-Boss Martin Kind und auch gegeneinander fügte der 48-Jährige hinzu: "Wenn der Fußball nicht mehr im Mittelpunkt steht, dann läuft da etwas komplett aus dem Ruder."

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Heldt: 'Mich kotzt hier alles an'

Heldt hatte nach Spielschluss hochgradig verärgert auf das Verhalten der 96-Fans reagiert. "Das kotzt mich alles an hier", sagte der 48-Jährige am Sky Mikro.

Mangel an Unterstützung "größtes Gift"

Der Mangel an Unterstützung sei "das größte Gift für die eigene Mannschaft. Man beraubt sich seiner Stärke", schrieb Heldt dem seit Monaten opponierenden 96-Anhang ins Stammbuch.

Erstmals seit vergangenem Sommer hätte die Mannschaft auch "die "Scharmützel auf der Tribüne" nach der torlosen ersten Halbzeit nicht ausblenden können und wäre "verunsichert und abgelenkt" gewesen, meinte Heldt: "In der Pause saßen die Spieler wie paralysiert in der Kabine - als ob sie gerade 0:5 verloren hätten. Wohlgemerkt in der Pause."

96-Legende ledert gegen 96Anhänger
96-Legende ledert gegen 96Anhänger

Dieter Schatzschneider setzt am Sky Mikro zum Rundumschlag an und macht seiner Wut über Teile des eigenen Anhangs Luft.

Der Ex-Sportvorstand von Hannovers Ligarivale Schalke 04 sieht deswegen einen Wendepunkt in dem Zwist gekommen. "Wir müssen entscheiden, was wir wollen - alle gemeinsam", sagte Heldt und sprach von der Notwendigkeit einer "Grundsatzentscheidung, weil es so nicht weitergehen kann". Die verschiedenen Parteien müssten einen "gemeinsamen Nenner" suchen: "Wir müssen wieder ins Gespräch kommen, wieder eine Diskussionskultur entwickeln".

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Bei der im April anstehenden Mitgliederversammlung "müssen wir konstruktiv miteinander streiten". Jedenfalls seien die Differenzen "leider nicht durch Handauflegen zu lösen". (sid)