Oberliga-Keeper Josue Duverger fährt mit Haiti zur WM
Der Torwart trifft in den USA unter anderem auf Neymar, Vinicius Jr. & Co.
22.05.2026 | 19:15 Uhr
Als Torwart eines Fünftligisten hat es Josue Duverger offiziell zur WM in den USA, Kanada und Mexiko geschafft. In einer Medienrunde sprach der Torwart am Freitag unter anderem mit Sky Sport über seinen wahr gewordenen Traum.
Was für ein Fußball-Märchen!
Als Haiti-Trainer Sebastien Migne seinen Kader für die WM in den USA, Kanada und Mexiko offiziell bekannt gab, schlug insbesondere ein Herz im pfälzischen Koblenz ganz gewaltig. Torwart Josue Duverger von Oberligist Cosmos Koblenz verfolgte die Nominierung mit seiner Frau und seiner Tochter ganz genau. Und tatsächlich: Der 26-Jährige fand seinen Namen auf der offiziellen Kaderliste von Migne wieder und konnte sein Glück anschließend kaum fassen, wie er bei einer Medienrunde unter anderem Sky Sport am Freitag verriet.
"Dieses Gefühl war einfach unglaublich. Es ist ein Privileg, Teil der Mannschaft zu sein, die zur WM fährt. Die WM ist die größte Bühne im Fußball und für mich als Oberliga-Spieler da dabei zu sein, ist etwas ganz Besonderes und ich bin überglücklich. Ein Traum wurde wahr", meinte der Keeper.
"Meine Mitspieler waren fast noch aufgeregter als ich"
Auch für seine Koblenzer Teamkollegen war die WM-Teilnahme von Duverger etwas Einmaliges. "Wir sind zusammengekommen und alle haben mir gratuliert. Einige meiner Mitspieler waren fast noch glücklicher und aufgeregter als ich über die Nominierung und es war einfach unglaublich schön, diesen Moment mit den Spielern teilen zu dürfen", äußerte der Torwart.
Duverger, dessen Eltern beide aus Haiti stammen, wuchs in Kanada auf und kam im Alter von 14 Jahren nach Europa, um Fußballprofi zu werden. Nachdem er zunächst in Portugal spielte, landete er über einen Freund schließlich in Koblenz. "Ich habe eine fantastische Familie und eine unglaublich tolle Frau, die mich immer unterstützt und mir unglaublich geholfen haben. Es aus der Oberliga zu einer WM zu schaffen, ist - glaube ich - auch eine schöne Botschaft für jeden. Denn es zeigt, dass jeder alles erreichen kann, wenn man die richtige Einstellung und die richtige Disziplin hat."
Haiti erwischt Hammergruppe bei der WM
In den USA erwischte der Nationalspieler mit seinem Land dabei eine echte Hammergruppe. So trifft Duverger, der bei Haiti als dritter Torwart gelistet ist, in der Gruppenphase auf Brasilien, Marokko und Schottland. Dennoch zeigte sich der Schlussmann optimistisch: "Wir haben meiner Ansicht nach schon Chancen. Natürlich sind unsere Gegner starke Nationen, die unglaublich gute Spieler haben, aber es ist Fußball. Wir spielen elf gegen elf und alles kann passieren. Wir gehen in keines der Spiele mit einem Rückstand, von daher ist alles möglich, wenn wir die richtige Einstellung und Mentalität haben. Wir haben schon Überraschungen gesehen und ich glaube fest, dass es bei dieser WM Überraschungen geben kann".
Ein festes Ziel hat sich Duverger, der seinem Klub durch die FIFA-Abstellungsprämie eine sechsstellige Summe beschert, dabei schon mal gesteckt: "Ich würde gerne am liebsten Edersons Trikot haben, er ist Linksfuß und ich bin Linksfuß. Ich habe seine Spiele immer verfolgt, wir haben ein ähnliches Torwartspiel und ich habe ihn als Vorbild."
"Der Nationaltrainer von Haiti wäre gut beraten ihn einzuwechseln, wenn ..."
Wie es beim Koblenz-Spieler nach der WM weitergeht, ist noch offen. Der Keeper selbst möchte seinen gesamten Fokus nun auf die WM richten und äußerte sich noch nicht zu seiner Zukunft. Cosmos-Präsident Remo Rashica ließ allerdings durchblicken, dass der Torwart nach dem Sommer aller Voraussicht nach höher spielen wird.
"Er ist kein Oberliga-Keeper. In den letzten Wochen gab es auch schon drei, vier Anfragen aus dem Ausland und wir vom FC Cosmos wünschen ihm natürlich das Beste. Er ist ein Spitzenkeeper und kann überall spielen, auch in einer ersten Liga im Ausland. Er ist insbesondere ein unglaublicher Elfmeterkiller. Der Nationaltrainer von Haiti wäre gut beraten, Josue einzuwechseln, wenn es zu einem Elfmeterschießen kommen sollte. Er hat es verdient, den nächsten Schritt zu gehen, ich sehe ihn deshalb im Ausland in der nächsten Saison und bald auch als Nummer eins bei Haiti. Er ist einfach ein großartiger Sportler und Mensch."
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