Philipp Klement spricht bei "Dein Zweitligatalk - HvK & Tusche" über den SC Paderborn, den FCK & Tim Walter
Am Betzenberg gestartet und am Ende wieder dort angekommen: Philipp Klement (33) blickt diese Woche bei "Dein Zweitligatalk – HvK & Tusche“ auf 386 Pflichtspiele im deutschen Profifußball zurück.
05.03.2026 | 19:52 Uhr
Seine Karriere führte ihn von der Regionalliga über die 2. Bundesliga bis in die Beletage. Zwischen seiner ersten und letzten Station beim 1. FC Kaiserslautern lagen prägende Jahre in Nürnberg, Rostock, Mainz, Paderborn und Stuttgart.
Von Lotta Günther
Die Aufstiegs-DNA der Paderborner: Zwischen Ruhe und mutigem Aufbruch
Philipp Klement kennt das Aufstiegsgefühl in Ostwestfalen wie kaum ein Zweiter. Nachdem er Paderborn bereits 2018 zurück ins Unterhaus geführt hatte, wurde er in der darauffolgenden Saison auch beim Bundesliga-Aufstieg zum entscheidenden Faktor. Mit beeindruckenden 16 Toren und sieben Assists machte der Offensivmann mit dem SCP den Durchmarsch in die Beletage perfekt.
Als ehemaliger Aufstiegsheld verfolgt er das Geschehen beim aktuellen Tabellenzweiten ganz genau. Während es woanders oft brodelt, setzt der Paderborn auf Ruhe und Kontinuität: "Es ist schon erstmal von Vorteil, dass es ein ruhiges Umfeld ist", so Klement. Bei Besuchen spürt er noch immer: "Es ist halt ein sehr familiärer Klub."
Doch familiär bedeutet hier keinen Stillstand: „Der Verein entwickelt sich immer weiter." Das zeigt sich vor allem im Scoutingsystem, das Klement schon länger beobachtet: "Es ist ja schon über Jahre so, dass sie es schaffen, Spieler aus unteren Ligen zu verpflichten und so zu entwickeln, dass sie gute Zweitliga-Spieler werden oder in die Bundesliga wechseln." Letztlich ist es für den 33-Jährigen eine Mischung aus „wohlüberlegten, aber gleichzeitig auch mutigen Entscheidungen". Ein Kurs, der sich im vergangenen Sommer auch bei der Wahl des neuen Trainers Ralf Kettemann bezahlt machte.
Kaiserslautern und Lieberknecht: Fieber oder Personalwechsel
Am vergangenen Wochenende feierten die Ostwestfalen einen 2:1-Sieg in Kaiserslautern. Für die Pfälzer ist die langersehnte Bundesliga-Rückkehr nach dieser Niederlage in weite Ferne gerückt.
Philipp Klement, der seine Jugend in der Pfalz verbrachte, blickt mit Schmerz, aber auch der nötigen Prise Realismus auf die Lage: "Ich würde gerne etwas anderes sagen, aber wenn man es realistisch betrachtet, dann war's das nach der letzten Niederlage mit dem Aufstieg." Doch wie geht es jetzt weiter? Inmitten der Ernüchterung plädiert Klement für einen kühlen Kopf bei der Trainerfrage um Torsten Lieberknecht: "Ich würde ihm auf jeden Fall eine Chance geben. Er ist jetzt nicht mal eine Saison da und hat schon bewiesen, dass er aufsteigen kann."
Für Klement ist in Kaiserslautern ohnehin nicht der Trainer das Problem, vielmehr gehe es innerhalb der Mannschaft darum, "jetzt mal einen Stamm zu finden", so der 1,76 Meter große Linksfuß. "Weil ich finde es ist schon so ein Muster in den letzten Jahren beim FCK, dass sehr viele personelle Wechsel stattfinden - sowohl auf der Trainerposition als auch innerhalb der Mannschaft." Sein Rat für die Zukunft ist daher ein radikaler Bruch mit der Pfälzer Ungeduld: Mehr Ruhe, mehr Konstanz und der Mut, Dinge langfristig wachsen zu lassen, statt bei jedem Rückschlag in Aktionismus zu verfallen.
Tim Walter und das Verlierer-Glücksrad
Den neuen alten Kiel-Trainer Tim Walter kennt Philipp Klement noch bestens aus der gemeinsamen Zeit beim VfB Stuttgart. In der Schwabenmetropole gab es damals unter Tim Walter ein Glücksrad, an dem die Verlierermannschaft ihre eigenen Strafen „ausdrehen" musste.
Klement erinnert sich schmunzelnd daran, dass der Coach dabei keine halben Sachen duldete: "Er hat immer noch einen draufsetzen wollen und irgendwann war es dann so weit: Der Verlierer musste das Auto vom Gewinner waschen. Da war es ihm dann aber auch nicht genug, dass man in die Waschanlage fährt. Er wollte schon, dass man den Wagen dann per Hand wäscht."
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