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Problemfall BVB Defensive: Favre und Spieler in der Kritik

Favre oder Spieler: Wer ist schuld am Abwehr-Chaos? Stimmt ab!

Der BVB ist gegen Leverkusen mal wieder an seiner löchrigen Verteidigung gescheitert. Trainer Lucien Favre wirkt langsam ratlos und gerät wieder unter Druck. Doch wer ist schuld?

Drei eigene Tore, eine zweimalige Führung - und dennoch geht Borussia Dortmund auch in Leverkusen als Verlierer vom Platz. Gegen die Werkself leistet sich Dortmund beim 3:4 einmal mehr zu viele individuelle (Anfänger-) Fehler.

Die Probleme sind offensichtlich, auch für Michael Zorc: "Wir bekommen zu viele Gegentore. Die Tore gegen uns fallen zu einfach. Bis zur 80. Minute machen wir ein ordentliches Spiel und sind dann in den entscheidenden Situationen einfach zu passiv", ärgert sich der Sportdirektor des BVB.

BVB-Gegentor-Statistik so schlecht wie 12 Jahre nicht

Nach dem Pokalaus gegen Werder Bremen reagierte Coach Lucien Favre: Ließ wieder mit Viererkette spielen, um seiner Mannschaft mehr Stabilität zu geben - ohne Erfolg.

Nach dem 21. Spieltag hat der BVB jetzt 32 Gegentore auf dem Konto. So viele wie zuletzt vor 12(!) Jahren. In acht Pflichtspielen hat der die Borussia bereits drei oder mehr Gegentreffer kassiert. Alarmierende Zahlen. Die große Frage aber: Wer hat Schuld am Defensiv-Desaster?

BVB-Trainer in der Kritik: Lucien Favre langsam machtlos?

Bei vielen Fans steht in erster Linie Dortmunds Trainer Favre in der Kritik. Zurecht? Sturrheit und ein starres Konzept kann man dem Schweizer zumindest nicht unbedingt vorwerfen. Der 62-Jährige kam nach herber Kritik dem Wunsch seiner Mannschaft nach, ließ sie über längere Zeit sehr erfolgreich mit Fünferkette anstatt seiner bevorzugten Viererkette spielen. Nach dem desaströsen Auftritt gegen Bremen reagierte Favre: Stellte wieder auf Viererkette um und brachte Erling Haaland diesmal von Beginn an.

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In diesem Video (Länge: 2:04 Minuten) analysiert Sky Experte Dietmar Hamann die Probleme von Borussia Dortmund.

Sebastian Kehl ließ auf jeden Fall durchblicken, dass Favre die Entscheidung auch ans Herz gelegt wurde: "Wir hatten eine Diskussion. Im Nachgang ist man immer schlauer. Hätte man ihn (Haaland, d. Red.) von Anfang an gestellt, wäre das Spiel vielleicht anders gelaufen", betonte der Dortmunder Leiter der Lizenzspielerabteilung am Sky Mikro vor dem Spiel. Ein erstes Anzeichen dafür, dass es zwischen den Verantwortlichen und Favre knirscht?

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Gefruchtet haben die Änderungen jedoch auch nicht. Aus seinem Frust darüber macht Favre keinen Hehl. Nach Abpfiff zeigte sich der BVB-Coach gegenüber Sport 1 geradezu ratlos: "Ich probiere mein Bestes, um die richtigen Dinge zu korrigieren. Aber ich hatte, seitdem ich Trainer bin, selten eine Mannschaft, die solche Schwierigkeiten hat."

Eine Aussage mit Zündstoff, auch wenn Favre beteuert, er fühle sich "nicht machtlos", könne das kollektive Versagen in der Abwehr jedoch nur "schwer erklären".

Abwehr-Krise beim BVB: Welchen Anteil haben die Spieler?

Die Frage ist allerdings: Kann ein Trainer wirklich was dafür, wenn sich Manuel Akanji vor dem 0:1 zu leicht abschütteln lässt, Emre Can mit einer unglücklichen Grätsche das 2:2 einleitet und Mats Hummels vor dem 3:4 das Kopfballduell gegen Lars Bender verliert? Oder ist die Schuld viel mehr bei den Spielern selbst zu suchen?

Die Fülle an Fehlern auf diesem Niveau ist schlichtweg schwer zu erklären. Der BVB hat Top-Leute im Kader. Ein Akanji und ein Hummels können es besser.

Emre Can fordert: "Wir müssen dreckiger sein"

In den Augen von Emre Can, der gerade erst zu Borussia Dortmund gestoßen ist, und den Blick von außen hat, liegt der Hund jedoch an anderer Stelle begraben. Er fordert eine andere Mentalität und kollektives Verteidigen vom ganzen Team.

"Die Mannschaft hat extremes Potenzial, aber sie muss eins lernen: Wenn wir in Führung gehen, müssen wir auf gut deutsch gesagt dreckiger sein. Wir führen, spielen schönen Offensivfußball, aber defensiv müssen wir alle zusammen besser spielen", so Can, der gegen Leverkusen das erste Mal in der Startelf stand und direkt per Traumtor aus rund 20 Metern das zwischenzeitliche 2:1 erzielte.

Eine Aussage, die weitere Fragen aufwirft: Hat der BVB zu viele Künstler, aber zu wenig Arbeiter?

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BVB-Bosse langsam unter Druck: Trainer-Diskussion wird kommen

Eins steht fest: Die Führung des BVB muss ernsthaft darüber nachdenken, ob sie die richtigen Spieler und den falschen Trainer oder den richtigen Trainer und die falschen Spieler hat. Denn Fehler wie gegen Werder Bremen und Leverkusen kosten Punkte und Erfolge, bringen die Saisonziele ernsthaft in Gefahr.

Bundesliga-Spielplan 2019/20 zum Durchklicken

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Wer spielt wann? Hier gibt's alle Termine und Spieltage im Überblick!

Der FC Bayern München kann mit einem Sieg über RB Leipzig (heute ab 17:30 live auf Sky Sport Bundesliga 1 HD, Sky Sport UHD und im Scoutingfeed auf Bundesliga 2 HD) auf sechs Punkte wegziehen. Am 18. Februar steigt das Duell gegen PSG in der Champions League (live auf Sky). Der Druck auf Lucien Favre, die Mannschaft und die Verantwortlichen steigt.

Und am Ende addiert sich alles unvermeidbar zur Trainerfrage, die - ob gerechtfertigt oder nicht - mit Sicherheit wieder gestellt werden wird.

Mehr zur Autorin Sarah Zoche

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