Real Madrid hofft in Solari die Lösung gefunden zu haben
Kroos und Co. müssen in Melilla "Eier zeigen"
30.10.2018 | 21:39 Uhr
Am Mittwoch steht Santiago Solari erstmals als Cheftrainer von Real Madrid am Spielfeldrand. Ob es sich dabei um eine Übergangslösung oder die Zukunft der Königlichen handelt, zeigt sich wohl in zwei Wochen.
Als Spieler war Santiago Solari nur ein Sternchen unter all den "Galaktischen" bei Real Madrid, als Trainer soll er einem der größten Stars der jüngeren Vereinsgeschichte nacheifern. Die Königlichen erhoffen sich von ihrem "kleinen Indianer" (El Indiecito) nicht weniger als einen "efecto Zidane", wie Hausblatt Marca schreibt.
Wunschkandidaten in fester Hand
Solari selbst allerdings wies den Verweis auf Zinedine Zidane bei seiner Vorstellung am Dienstag zurück. "Zidane ist einer der Größten, man kann sich nicht mit ihm vergleichen", sagte er bescheiden. Doch wie Solari jetzt kam Zidane im Januar 2016 von Reals zweiter Mannschaft - und legte mit drei Champions-League-Titeln in Serie eine beispiellose Erfolgsgeschichte hin.
Noch aber ist der ehemalige Teamkollege des großen "Zizou" als Nachfolger von Julen Lopetegui nur Interimscoach. Um Wunschcoach Antonio Conte warb Real zunächst vergeblich. Ersatz-Kandidaten wie Mauricio Pochettino (Tottenham Hotspur) oder Roberto Martinez (Belgien) sind anderswo gebunden.
Solari freut sich "über diese Chance"
Daher darf sich Solari bei Drittligist UD Melilla im Hinspiel der vierten Pokalrunde am Mittwoch und gegen Valladolid am Samstag bewähren. "Ich freue mich über diese Chance und habe sehr viel Lust", sagte der 42-Jährige. Seine Mannschaft um Toni Kroos müsse in Melilla "Eier zeigen". Ob er dann länger bleiben darf? "Fußball ist schnelllebig, das wissen wir. Im Moment zählt nur eine gute Leistung. Der Rest wird sich zeigen."
Solari hat Stallgeruch. Als Mittelfeldspieler trug der Argentinier von 2000 bis 2005 208-mal das königliche Trikot (22 Tore). 2002 leitete er im Champions-League-Finale gegen Bayer Leverkusen Zidanes Traumtor zum 2:1-Sieg ein. Es war die Ära der Galaktischen um Zidane, Luis Figo, Raul oder Roberto Carlos.
Zwei Wochen bis zur Entscheidung
2013 kehrte er zu Real zurück und übernahm in der Nachwuchsabteilung La Fabrica die B-Jugend. Seit 2016 betreut er die Reserve in der dritten Liga, wo er mit den Plätzen elf und acht eher durchschnittliche Resultate ablieferte. Beim einzigen Training vor seinem Debüt hielt er sich am Dienstag weitgehend zurück.
Der Argentinier muss Real spätestens in zwei Wochen fest installiert haben, so wollen es die Regeln des spanischen Verbandes. Spätestens dann hat Solari Klarheit. Vorgänger Lopetegui hat diese nun. Und trotz seiner frühen Entlassung hatte er im Interview mit El Mundo nur gute Worte für den Verein übrig: "Ich möchte mich auch bei den Spielern für ihre Arbeit und ihren Einsatz bedanken, zudem bei jedem einzelnen Beschäftigten des Vereins für den guten Umgang während dieser Zeit. Und natürlich richtet sich meine Dankbarkeit auch an die Fans für ihre Unterstützung." (sid/Sky Sport)