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Dünne Personaldecke in der Verteidigung

Ritt auf der Rasierklinge: Der Umbruch des FC Bayern in der Abwehr

Florian Poenitz

26.06.2019 | 23:11 Uhr

Bayerns Abwehr-Puzzle zur neuen Saison.
Image: Bayerns Abwehr-Puzzle zur neuen Saison.  © Sky

Der FC Bayern geht mit einer neu formierten Abwehr in die kommende Saison. Der Umbruch birgt einige Risiken, öffnet Trainer Niko Kovac aber auch neue Möglichkeiten.

Während die Bayern-Fans noch sehnsüchtig auf Neuverpflichtungen in der Offensive warten, sind die Weichen in der Abwehr bereits gestellt worden. Mats Hummels (Borussia Dortmund) und Rafinha (Flamengo) haben den Klub im Sommer verlassen.

Boateng-Abschied wahrscheinlich

Auch Jerome Boateng steht nach den Aussagen von Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge auf dem Abstellgleis. Nach Sky Informationen soll der Weltmeister trotz des Hummels-Abschiedes nach wie vor verkauft werden.

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Mit Lucas Hernandez und Benjamin Pavard sind zwei flexibel einsetzbare Abwehrspieler hinzugekommen. Doch hinter beiden Neuzugängen stehen aktuell noch Fragezeichen. Pavard, der mit Frankreich 2018 die Weltmeisterschaft gewonnen hatte, ist in der vergangenen Saison mit dem VfB Stuttgart abgestiegen und hat auch persönlich keine gute Saison gespielt. Findet der 23-Jährige in München zu alter Form zurück?

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Hernandez und Pavard als Innenverteidiger eingeplant

Hernandez, der von Atletico Madrid für stolze 80 Millionen Euro an die Isar gewechselt ist, befindet sich derzeit noch in der Reha. Das Ziel des Franzosen ist es, während der USA-Reise komplett ins Mannschaftstraining einzusteigen. Allerdings wird auch er nach seiner Knie-OP Zeit benötigen.

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Der langjährige Bayern-Verteidiger Bixente Lizarazu hat sich zuletzt kritisch zu beiden Spielern geäußert und sieht seine Landsleute eher auf den Außenverteidiger-Positionen beheimatet. Doch der Plan des deutschen Rekordmeisters ist ein anderer. Nach Sky Informationen ist Pavard in erster Linie als Innenverteidiger eingeplant. Dasselbe trifft auf Hernandez zu.

Wenige Alternativen im Kader

Mit den beiden eben genannten sowie Niklas Süle, Joshua Kimmich und David Alaba haben die Münchner fünf Verteidiger in den eigenen Reihen. Zudem kann Javi Martinez in der Innenverteidigung aushelfen. Weitere Neuzugänge sind unwahrscheinlich. Angesichts der ambitionierten Ziele in allen drei Wettbewerben absolvieren die Bayern einen Ritt auf der Rasierklinge.

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Auf der einen Seite sollen alle Spieler bei Laune gehalten werden, auf der anderen Seite können mögliche Verletzungen die Bayern ordentlich ins Schwitzen bringen. Für die beiden Außenbahnen, auf denen Alaba und Kimmich spielen, gibt es quasi keinen Backup. Zwar können Hernandez und Pavard diese Positionen problemlos besetzen, doch dann fehlen sie wiederum in der Innenverteidigung. Gut möglich, dass Nachwuchsspieler Lukas Mai weiter herangeführt wird.

Probiert Kovac die Dreierkette aus?

Der Umbruch ermöglicht Kovac aber auch neue Optionen. Mit Hernandez und Pavard auf den Halbpositionen sowie Süle in der Mitte könnte der Bayern-Trainer auf eine Dreierkette zurückgreifen, die er schon bei seinem Ex-Klub Eintracht Frankfurt erfolgreich praktiziert hatte. Damit hätten die Bayern eine taktische Alternative, sozusagen einen Plan B.

Aufgrund der dünnen Personaldecke ist dieses Modell aber eher unwahrscheinlich. Die Bayern haben ihre Abwehr auf eine riskante Art und Weise umgebaut: ein Spiel mit dem Feuer.

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