Zum Inhalte wechseln

Sportmediziner klärt über richtigen Sport und richtige Ernährung während der Corona-Pandemie auf

Was tun gegen Corona? Sportmediziner über Schutz und Vorsorge

Sky Sport

19.03.2020 | 14:22 Uhr

Sky Sport News HD im Live-Stream
Sky Sport News HD im Live-Stream und Free-TV

Das Coronavirus zwingt den professionellen Sport in allen Bereichen zur Pause. Dies bringt laut dem Sportmediziner Perikles Simon von der Universität Mainz aber auch Vorteile mit sich. Des Weiteren klärt der 47-Jährige im Zusammenhang mit Corona über die richtige Bewegung und Ernährung auf.

Das Coronavirus grassiert auf der ganzen Welt und legt nicht nur den professionellen Sport lahm. Immer mehr Menschen erkranken - darunter auch zahlreiche Profi-Akteure aus den verschiedensten Sportarten. Neben den Empfehlungen der Virologen und Politikern kann Perikles Simon auch aus der sportlichen Perspektive Tipps zum Schutz vor den Viren und zur Vorbeugung einer Erkrankung geben.

"An erster Stelle sollte man mit dem Rauchen aufhören. Das ist ein wichtiger Faktor, der nicht unterschätzt werden darf. Die Kopplung aus Virus und Rauchen hat gravierende negative Folgen", erklärt der Sportmediziner im exklusiven Interview mit Sky Sport und richtet damit einen Appell an die Raucher.

Sport stärkt Immunsystem & Abwehrkräfte

Neben dem "Social Distancing" kann dies als eine Grundvoraussetzung zum Schutz vor den Erregern angesehen werden. Zudem sei "Stoßlüften in der Wohnung ratsam", führt Simon fort. "Denn auch die Belastung mit nicht ganz frischer Luft in den Innenräumen ist ein durchaus relevanter Aspekt für Lungenerkrankungen. Wer die Möglichkeit hat, sollte zudem rausgehen und sonnenbaden, denn dieser Virus mag UV-Strahlen nicht."

preview image 1:38
Perikles Simon: So stärkt man mit Sport die Abwehrkräfte

An der frischen Luft sowie in den eigenen vier Wänden, in denen auch zahlreiche Fußballprofis aufgrund häuslicher Quarantäne viel Zeit verbringen, biete es sich auch an, Sport zu machen, um so vorbeugend gegen den Virus vorzugehen. "Man kann eine Menge unternehmen - auch ohne Fitnessgeräte, beispielsweise zügig spazieren gehen." Um das Immunsystem und die Abwehrkräfte weiter zu stärken empfiehlt der Sportmediziner eine moderate Belastung - beispielsweise Liegestützen oder auch nur ganz simpel das wiederholte Aufstehen und Hinsetzen.

Intensität der Belastung spielt große Rolle

Kontraproduktiv - ja sogar gefährlich - werde es aber, wenn man es mit Sport übertreibt. "Beim Überpacen besteht eine große Gefahr", warnt Simon. Vor allem bei weniger gut trainierten Menschen ist "das Immunsystem das nicht gewohnt. In den ersten 30 Minuten bis vier Stunden nach dem Sport ist die Infektionsgefahr bei zu intensivem Sport besonders hoch."

Sky und Netflix – zum besten Preis

Sky und Netflix – zum besten Preis

Mit Entertainment Plus die besten Serien von Sky und alle Inhalte von Netflix zu einem unschlagbaren Angebot sichern. Netflix-Standard-Abo im Wert von € 11,99 inklusive.

Und weiter: "Apres Ski ist da ein Klassiker und das beste Negativ-Beispiel, weil man schon beim Skifahren hoch belastet ist."

Mehr Fußball

Neben den sportlichen Aspekten könne aber auch die Ernährung - unter Berücksichtigung einiger Regeln - eine vorbeugende Wirkung gegen das Coronavirus haben. Dabei gelte die Faustregel: ausgewogen ernähren!

Ernährung kann zum Schutz gegen das Coronavirus beitragen

"So kann man das Risiko auch reduzieren. Ich bin kein Freund von Nahrungsergänzungsmitteln. Bei meinen Profi-Sportlern schaue ich, dass sie diese absetzen. Zudem sollte der Gemüseanteil verhältnismäßig hoch sein. Gemüse ist gesünder als Obst. Das hat damit zu tun, dass Obst sehr schnell verfügbaren Zucker in sich trägt. Beim Gemüse geht der Zucker hingegen langsam in den Körper. Dieser steht den Profi- aber auch den Hobby-Sportlern kontinuierlicher zur Verfügung. Das ist von Bedeutung, da Zucker die wichtigste Energiereserve ist. Dazu gehören auch hart gekochte Nudeln und Reis."

Gleichzeitig schränkt Simon aber auch ein: "Das alles sollte man aber nur in Maßen zu sich nehmen. Von übertriebenen Hungermaßnahmen und Extrem-Diäten würde ich aber auch abraten. Das schwächt eher das Immunsystem."

preview image 1:26
Olympia: Das würde Perikles Simon den Sportlern raten

Bei Einhaltung dieser sportlichen und ernährungstechnischen Empfehlungen ist man für die aktuelle Corona-Pause, die in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens Einzug erhalten hat, zumindest als Hobby-Sportler gut gewappnet.

Corona-Pause hat Vorteile für Profi-Sportler

Für die Profis habe die aktuelle Unterbrechung des regulären sportlichen Betriebs sogar Vorteile, wie der Sportmediziner weiß.

"So eine Pause hat auch positive Wirkungen. Im professionellen Ballsport wären die Akteure in dieser Saisonphase nämlich in den Bereich der Überlastung hineingekommen. Nun haben sie die Möglichkeit, ein Aufbautraining zu machen."

preview image 0:48
Perikles Simon zur Spielpause: ''Spannend, was dann abgeht''

Im normalen Betrieb wären die Akteure hingegen so stark mit ihrem Körper und der Regeneration beschäftigt, dass ein "guter Aufbau von Ausdauer, Kraft und Schnellkraft" in dieser Phase der Saison kaum zu bewerkstelligen wäre.

Zudem bringt die Pause auch langfristig für den weiteren Saisonverlauf Vorteile mit sich - zumindest aus sportmedizinischer Sicht. "Durch die höhere Grundlagenausdauer sind die Profis besser von einem rapiden Energieverlust geschützt." Dies wiederum wirke sich positiv auf das Verletzungsrisiko der Akteure aus.

"Die Profis werden mit einer überhöhten Fitness zurückkommen. Dann bin ich mal gespannt, was dann abgeht", blickt der Sportmediziner voraus und macht damit wieder Lust auf die Rückkehr des rollenden Balls - wann auch immer dies sein wird ...

Mehr zu den Autoren und Autorinnen auf skysport.de

Weiterempfehlen:

Mehr stories