Stimmen zur DFB-Niederlage in der Nations League gegen Griechenland mit Klopp, Kimmich und Tah
Das erste DFB-Spiel auf deutschem Boden wird für Jürgen Klopp zur Pleite: Die harmlose Nationalmannschaft unterliegt Griechenland zum ersten Mal in der Geschichte. Der Bundestrainer zeigt sich sortiert und baut auf die wachsende Verbindung in der Mannschaft.
28.09.2026 | 00:21 Uhr
Zudem ordnen Joshua Kimmich, Jonathan Tah und Alexander Nübel das Ergebnis sowie die Stimmung in der Kabine nach der Hellas-Pleite ein. Sky Sport liefert einen Überblick über die wichtigsten Stimmen.
Bundestrainer Jürgen Klopp ...
... zur Frage, was er der Mannschaft nach der Niederlage in der Kabine sagte: "Vieles. Es ist Teil des Prozesses. Absolut. Die Aufstellung, die Zusammensetzung, die Auswechslungen: Das geht alles zu einhundert Prozent auf meine Kappe. Das wir hier einen tief stehenden griechischen Gegner nicht komplett auseinandernehmen, ohne in den Schlüsselszenen, wo uns vielleicht das Spielglück ein bisschen gefehlt oder der herausragende Torwart da war, das war klar. Das Spiel heute nicht hoch zu gewinnen oder gar nicht zu gewinnen, damit hätte ich leben können, verlieren darfst du es nicht."
... zum Gegentor: "Das Tor war unglücklich, es passte aber zu den Szenen, die sie hatten. Sie hatten eigentlich nur lang gespielt. Wir haben diese ersten Bälle in den meisten Momenten okay verteidigt, aber nicht mit der Dominanz, mit der wir das mit der physischen Qualität unserer Spieler eigentlich könnten.
Jetzt kommen die Probleme: Wir sind jetzt eine Woche zusammen, treffen auf einen tief stehenden Gegner, sind eine neu zusammengewürfelte Truppe und dann müssen wir Abläufe haben. [...] Du musst in bestimmten Räumen spielen, so wie es der Gegner verteidigt hat. Wir wollten mit zwei Spitzen die letzte Linie zurückhalten, wollten in den Halbräumen spielen. Dann hätten wir sie da bearbeitet, wo sie Probleme hatten. [...] So haben wir angefangen in der zweiten Halbzeit, dann haben wir es nicht mehr gemacht. Die Jungs wurden müde, das Spiel bleibt intensiv, dann sind die Entscheidungen nicht so klar.
Das ist jetzt die Aufgabe: Es tut mir leid, dass jetzt hier die Euphorie irgendwie… Für mich ist das kein Problem, ich weiß nur: Fußball braucht Training, Fußball braucht Abläufe. Wir können uns die Bälle nicht einfach da holen, wo wir sie uns holen wollen, nach vorne tragen und hoffen, dass uns dann irgendjemand aus dem Weg geht. Das ist die Geschichte des Spiels. Ich habe so nicht damit gerechnet, aber es hat mich auch nicht überrascht, dass die am Ende da so ein Drecksding reinwurschteln."
... zur Frage, wie sehr sich das Team von solchen Ergebnissen befreien kann: "Das werden wir alles sehen. Ich bin komplett frei davon. Ich habe in meinem Leben viel mehr Spiele verloren, als ich wollte. Solange du daraus am Ende die richtigen Schlüsse ziehst, ist das am Ende nur eine Information wie auch ein Sieg. Es versteht jeder, natürlich sollten die Schritte schneller und größer vonstatten gehen."
"Der Plan ist, in diesen zweieinhalb Wochen so viele Informationen wie nur irgendwie möglich zu sammeln. Man stelle sich vor, wir hätten einfach dieselbe Mannschaft hierhergebracht, die auch bei der WM gespielt hat: Da weiß ich nicht, ob das Spiel heute so anders ausgesehen hätte. Das wäre eine ganz schlechte Nachricht gewesen. Jetzt sind wir dabei, die Tür zu öffnen für ganz viele neue Gesichter. Die neuen Gesichter haben nicht viel falsch gemacht. Es geht auch nicht darum, es auf jemanden zu schieben. Auch für die etablierten Spieler ist es nicht leicht, mit den Jungen zusammenzuspielen. Aber ich habe viele positive Dinge gesehen, die nur nicht zu einer dominanten Spielweise gefühlt haben.
[...] Mein Problem ist einfach, nun nach kürzester Zeit auf allerhöchstem Niveau geprüft zu werden. Für die Stimmung in der Mannschaft kann ich sorgen, außen rum wird es schwieriger."
"Morgen früh trainieren die Jungs, die jetzt ankommen. Auch die sind nicht eingespielt, ich weiß das. Trotzdem war es aus meiner Sicht alternativlos, das (der doppelte Kader mit insgesamt 44 nominierten Spielern, Anm. d. Red.) so zu machen. Ich stehe zu hundert Prozent dazu. Aber da draußen geht es los: 'Wie kann man nur?' Das ist in Ordnung so, da darf jeder eine Meinung haben. Wir sind es so angegangen und es hat sich toll angefühlt. Das habe ich den Jungs eben auch gesagt. In dieser Woche war alles top, außer ein Großteil dieses Spiels, wenn man so ehrlich ist.
Lieber ein schlechter Start als ein schlechtes Ende. Wir werden uns alle in einer Richtung weiterentwickeln, werden uns alle zusammenfinden und alles wird sich zusammenfügen, weil das immer passiert, wenn man die richtigen Dinge tut. Wir tun die richtigen Dinge, haben aber ein kleines Zeitproblem für diese Spiele gerade."
Jonathan Tah (Innenverteidiger) ...
... zum Spiel: "Es war kein einfaches Spiel. Um ehrlich zu sein, haben wir es einfach nicht gut genug gemacht. Wir hatten natürlich ein paar Möglichkeiten, wo wir gefährlich werden und wenn wir die nutzen, sieht das Spiel vielleicht auch anders aus. Aber wir haben das, was sie uns gegeben haben, dass sie nicht immer hoch gepresst haben, dass sie dominanter mit dem Ball hätten sein können, nicht gut genug genutzt. Am Ende haben sie ihre Umschaltmomente für sich genutzt und das gut gemacht. Den Einen machen sie dann halt rein"
... zu den Problemen im Ballbesitz: "Der Mut sollte uns auf jeden Fall nicht fehlen. Wir haben es nicht genug genutzt, was sie uns gegeben haben. Wir haben nicht genug Räume gezogen, nicht genug die Box bedroht. Auch aus der zweiten Reihe mal abzuschließen, noch ein bisschen mehr zu flanken."
... zur Stimmung nach zwei Remis: "Natürlich sind wir enttäuscht und sauer, wenn wir ein Spiel verlieren. Wir gehen trotzdem zu den Fans, haben uns immer bedankt für den Support. Das Wichtige ist, dass wir zusammenstehen. Das wird sich nicht ändern, auch die Euphorie mit dem neuen Trainer. Natürlich ist es von außen immer sehr aufgebauscht, aber am Ende kommt es darauf an, was wir auf dem Platz machen. Wenn wir kein gutes Spiel machen und verlieren, ist es klar, dass nicht alle happy sind. Das können wir aber in den nächsten Spielen wieder gutmachen."
Alexander Nübel (Torhüter) ...
... zur Begründung der Niederlage: "Ich glaube, wir erarbeiten uns eins, zwei Chancen, alle von außerhalb der Box. Wenn man das jetzt als Manko sehen will: Innerhalb der Box kommen wir gar nicht zum Abschluss. Wir haben viel Ballbesitz in Zonen, wo wir ihn nicht brauchen und zu viele Spieler hinter dem Ball. Dann kontern die Griechen zwei, drei Mal und haben zwei Chancen, der abgefälschte geht dann rein. Am Ende schießen wir dann von der Box aus zu wenig aufs Tor, dann wird es schwierig, wenn der Gegner so tief steht"
... zur Frage, ob Jürgen Klopps Fokus auf die Defensive und Ballbesitz etwas mit der Niederlage zu tun hätte: "Das wir jetzt viel in der Woche erarbeitet haben, ist auch klar. Es kam viel auf uns ein, ein neues Konzept vom Trainer. Mit dieser Qualität in der Mannschaft haben wir noch bessere Räume zu finden und dann hast du noch mehr Chancen, wenn der Gegner tief steht. Das haben wir nicht geschafft und werden wir jetzt aufarbeiten. Der Gegner am Donnerstag steht ebenfalls sehr, sehr tief. Da haben wir wieder die Möglichkeit, das Spiel besser zu machen."
... zur Stimmung in der Kabine: "Nicht gut. Nach Niederlagen für Deutschland ist die Stimmung nie gut. Es haben ein oder zwei Leute ihr Debüt gegeben, für die freut es mich natürlich. Es ist immer noch eine besondere Ehre, für Deutschland zu spielen. Das darf man nicht vergessen. Die Jungs sind stolz auf sich, dennoch sind die Köpfe natürlich gesenkt."
Joshua Kimmich (Kapitän) ...
... zu seinem Fazit: "Es war auf jeden Fall kein guter Auftritt von uns. Es ist unglücklich, das wir es hintenraus verlieren, ich glaube, das war auch nicht notwendig. Wir hatten nicht die Vielzahl an Torchancen, haben uns schwergetan gegen den tiefen Block. Zudem hat der Torwart ein, zwei Mal ganz gut gehalten. Mit ein bisschen Glück hätten wir einen reingekriegt, aber insgesamt war es zu statisch von uns, nicht ganz so kreativ. Wir hatten zu wenig Bewegung, uns ist zu wenig eingefallen. Ein 0:0 wäre verdient gewesen, dass wir es verlieren, ist sehr unglücklich."
... zur Ähnlichkeit der Probleme bei der WM: "Würde ich so nicht sagen. Es ist schon eine andere Art und Weise, wie wir spielen wollen. Ich finde nicht, dass wir so viele Ballverluste hatte und in so viele Konter gelaufen sind. Der Gegner stand sehr tief, hat eher über lange Bälle agiert. Trotzdem war es so, dass wir vorne nicht einfallreich genug waren als Team."
... zur Frage nach den Baustellen vor dem nächsten Spiel: "Überall. Wir müssen uns überall verbessern. Wir müssen die Idee des Trainers noch besser verstehen. Ich finde das, was er vorgibt, ist sehr gut und hilft uns weiter. Jetzt liegt es an uns, das auch umzusetzen. Er ist sehr klar, in dem was er möchte."
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