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Tottenham vs. Liverpool: Favoritenrolle klar vergeben

Mourinhos Spurs gegen Klopps Liverpool (fast) chancenlos

Lucia Hauck

11.01.2020 | 23:25 Uhr

Das Duell in der Hinrunde gewann Liverpool mit 2:1.
Image: Das Duell in der Hinrunde gewann Liverpool mit 2:1. © Getty

Vor sieben Monaten war es das Duell um die europäische Krone, doch wenn Tottenham Hotspur nun am 22. Spieltag der Premier League den FC Liverpool empfängt, sind die Kräfteverhältnisse deutlich zugunsten der Reds verschoben.

Die Mannschaft von Jürgen Klopp hat einen schier unfassbaren Lauf. Seit mehr als einem Jahr ist Liverpool in der Premier League ungeschlagen. Sollte der Tabellenführer auch gegen Tottenham gewinnen, hätte der LFC mehr Punkte gesammelt als jede andere Mannschaft jemals nach 21 Spielen in der höchsten englischen Liga.

Ein Rekord, über den Klopp nach eigener Aussage "noch keine Sekunde" nachgedacht hat. "Und ich fange jetzt auch nicht damit an", so der Reds-Coach: "Wenn wir bisher über irgendeinen Rekord nachgedacht hätten, hätten wir nicht diese Zahl an Spielen gewonnen."

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Liverpool vor erstem Spiel gegen Mourinhos Spurs

Vielmehr beschäftige ihn, wie Jose Mourinho seine Mannschaft am Samstag (ab 18 Uhr LIVE auf Sky Sport 1 HD) einstellen wird. Denn für Klopp und Liverpool ist es nicht nur das erste Spiel im neuen Tottenham Hotspur Stadium (das Duell in der vergangenen Saison war wegen Sicherheitsbedenken ins Wembley-Stadion zurückverlegt worden), sondern auch das erste Duell gegen die Spurs unter dem portugiesischen Trainer.

Klopp erwartet einen "Mix aus dem, was Jose [Mourinho] bei United gemacht hat, und dem, was er jetzt tut. Wir wissen nicht zu 100 Prozent, was uns erwartet. Wir versuchen unsere Erfahrung gegen Jose und unsere Erfahrung gegen Tottenham zu nutzen, um so gut wie möglich vorbereitet zu sein."

Klopp lässt Mourinho "googeln"

Allerdings kennt der 52-Jährige seinen Trainerkollegen offenbar nicht so gut, wie er glaubt. Auf die Frage, wer zur aktiven Zeit der bessere Kicker war, wies Klopp die Journalisten an, zu "googeln", auf welcher Position Mourinho überhaupt gespielt habe. Richtige Antwort: Mittelfeld. Die eigentliche Frage blieb im Übrigen unbeantwortet.

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Jürgen Klopp sorgt vor dem Duell des FC Liverpool gegen Tottenham Hotspur mal wieder für einen Lacher. (Videolänge: 00:49 Minuten)

Auf dem Platz standen sich die beiden allerdings nie gegenüber. An der Seitenlinie hingegen gab es bereits zehn Duelle: vier gewann Klopp, vier endeten unentschieden und zweimal siegte Mourinho.

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Die Vorzeichen vor dem Spiel am Samstag sind da schon eindeutiger. Tottenham hat nur eines der letzten vier Premier-League-Spiele gewonnen und in 15 der letzten 16 Partien immer mindestens ein Gegentor kassiert. In der Tabelle belegen die Spurs aktuell nur Rang sechs, 28 (!) Punkte hinter Tabellenprimus Liverpool.

Zudem muss Mourinho auf seinen Star-Stürmer Harry Kane verzichten. Der 26-Jährige fällt aufgrund einer schweren Oberschenkelverletzung monatelang aus. Immerhin hat Angreifer Heung-min Son inzwischen seine Rotsperre abgesessen und kehrt nach drei Spielen in den Kader zurück.

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Tottenham-Coach Jose Mourinho schätzt die Siegchancen gegen Liverpool realistisch ein, aber nicht unmöglich. (Videolänge: 00:23 Minuten)

"Wir wissen Bescheid. Wir kennen die Situation", kommentiert Mourinho die Favoritenrolle der Reds: "In diesem Raum [Pressekonferenzraum von Tottenham Hotspur, Anm. d. Red.] glauben vermutlich nur zwei Personen, dass wir gewinnen können." Damit meinte er sich und den Pressesprecher.

Mit Defensiv-Taktik zum Erfolg?

Ganz so eindeutig beurteilt Klopp die Lage hingegen nicht. "Wir wissen, dass es ein schwieriges Spiel wird. Tottenham ist eine Top-Mannschaft in nicht so guter Verfassung. Das macht sie aber noch gefährlicher", warnt er.

Wie Liverpool nach 37 ungeschlagenen Premier-League-Partien doch zu knacken ist, hat Mourinho etwas früher in dieser Saison, damals noch in seiner Rolle als Experte bei Sky UK, selbst erklärt. Die Taktik: tiefes Verteidigen. So habe er die Reds in der Saison 2017/18 mit Manchester United im Old Trafford geschlagen (2:1).

Vielleicht ist das auch dieses Mal der Schlüssel zum Erfolg, selbst wenn nur er selbst und der Pressesprecher daran glauben.

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