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Transfer: Wie Neymar & Ronaldo - Wird Havertz der nächste 100-Millionen-Mann?

Tritt Havertz dem 100-Mio.-Klub bei? Die Bilanz der Mega-Transfers

Florian Papenfuhs

17.03.2020 | 11:52 Uhr

Kai Havertz ist in ganz Europa heiß begehrt.
Image: Kai Havertz ist in ganz Europa heiß begehrt.  © Getty

Spätestens seit den Aussagen von Peter Bosz gilt ein Wechsel von Kai Havertz zur nächsten Saison als so gut wie sicher. Eine hohe Ablösesumme von über 100 Millionen Euro dürfte dabei Bayer Leverkusen freuen - ein gutes Omen wäre sie jedoch nicht zwingend.

Im Sommer schließt sich Kai Havertz möglicherweise gleich zwei neuen Klubs an. Klar, zum einen seinem neuen Arbeitgeber, für den er fortan Tore erzielen und vorbereiten soll.

Darüber hinaus könnte Havertz der 11. Fußballer im Klub der 100-Millionen-Euro-Männer werden. Einer ist sich da sicher: "Das wird ein Transfer von 100 Millionen. Was sage ich: mehr als 100 Millionen". So lässt sich Havertz' Trainer Peter Bosz vom niederländischen Algemeen Dagblad zitieren. In dem Fall wäre jedoch Skepsis angebracht. Denn von den zehn Herren, die bis jetzt für dreistellige Millionensummen gewechselt sind, haben die wenigsten überzeugt.

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Der Pionier aus Wales

Gareth Bale war der erste Fußballer, der für exakt 100 Millionen Euro den Klub wechselte und blieb darüber hinaus auch über drei Jahre der teuerste Spieler der Welt. Im Sommer 2013 schloss sich der Waliser nach einer furiosen Saison bei Tottenham den Königlichen an. Innerhalb dieser nun fast sieben Jahre wandelte sich Bale vom neuen Star des größten Klubs der Welt zu einem begeisterten Hobby-Golfer dessen Wechsel nach China erst auf den letzten Metern scheiterte.

Ein Fazit zu ziehen, ist dennoch nicht ganz so einfach. In der Liga überragte Bale "nur" in zwei Jahren: 2013/14 und 2015/16. International war auf den Rechtsaußen jedoch stets Verlass. In 64 internationalen Pokalpartien war er an 39 Toren beteiligt. Unvergessen ist vor allem sein wunderschöner Fallrückzieher im Endspiel der Königsklasse 2018 gegen Liverpool.

Zum Transfer Update: Alle Wechsel, alle Gerüchte

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Trotz Fehleinkauf Weltmeister

Manchester United gab drei Jahre später für Paul Pogba 105 Millionen Euro aus. Der Transfer hatte von Anfang an einen Makel - United hatte Pogba nur wenige Jahre zuvor ablösefrei nach Turin abgegeben. Der Franzose wurde seitdem Weltmeister und hat mit seinem Ausrüster eine eigene Schuh-Kollektion auf den Markt gebracht.

United hingegen ist abgestürzt, von einem internationalen Spitzenklub zu einem Verein ohne erkennbare Strategie oder Identität, der immer häufiger in der Europa League anzutreffen ist. Die guten Spiele, die Pogba für United abgeliefert hat, sind, gerade gemessen an der Ablösesumme, deutlich zu wenig. Eine baldige Trennung scheint immer wahrscheinlicher.

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"Teuer sind die Spieler, die einen bestimmten Rahmen erreichen, ohne die nötige Qualität dafür zu haben. 200 Millionen Pfund sind für Neymar nicht teuer. Ich denke, er ist dahingehend teuer, dass es jetzt mehr Spieler geben wird, die 100 Millionen Pfund kosten, die 80 oder 60 Millionen Pfund kosten. Und ich denke, das ist das Problem."

Das sagte Jose Mourinho 2017 gegenüber der BBC zum Neymar-Transfer. Wie so oft, sollte Jose Mourinho Recht behalten. Neymar selbst hat gerade in den wichtigen Spielen der Saison häufig mit Verletzungen zu kämpfen. Wenn der Brasilianer auf dem Feld steht, spielt er jedoch herausragend. Auch dank des Transfers ist PSG mittlerweile endgültig in die Phalanx der großen Klubs vorgestoßen, die Marketing-Umsätze des Klubs gehen seit dem Neymar-Transfer durch die Decke.

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Die sündhaft teure Suche nach dem Neymar-Nachfolger

Barcelona verpflichtete nach dem Abgang des Brasilianers sowohl Philippe Coutinho (145 Millionen Euro) und Ousmane Dembele (rund 142 Millionen Euro inkl. Boni). Ersterer fand sich bei den Katalanen überhaupt nicht zurecht und läuft zurzeit auch beim FC Bayern seiner Form hinterher. Dembele gelang es zumindest, sein Können anzudeuten. Der Franzose fiel jedoch vor allem durch Undiszipliniertheiten und lange Verletzungspausen auf.

Im gleichen Sommer wie Neymar fand auch Kylian Mbappe den Weg nach Paris, der ein Jahr später fest für 145 Millionen Euro verpflichtet wurde. Mbappe ist auf Grund seines Alters und des enormen Talents ein Sonderfall unter den 100-Millionen-Männern. Er ist trotz seines Alters bereits ein Weltklasse-Stürmer, hat mit Frankreich die Weltmeisterschaft gewonnen und wird bei einem Weiterverkauf dem Vernehmen nach ein neuer Rekordtransfer.

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Ronaldo erst bei Juve-Wechsel über 100 Millionen Euro teuer

Seit dem Neymar-Wechsel ist ein Transfer für 100 Millionen Euro bei weitem nicht mehr so öffentlichkeitswirksam wie zuvor. Juve hat 2018 mit dem Transfer Ronaldos die Angriffslust auf die Champions League unterstrichen. Ronaldo ist nicht mehr der alles dominierende Stürmer, der er vor wenigen Jahren in Madrid war. Jedoch ist er nichtsdestotrotz eine Verstärkung für den italienischen Meister.

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Im Sommer wechselte Eden Hazard vom FC Chelsea zu Real Madrid.

Sehr schwer zu bewerten sind die letzten Transfers dieser Größenordnung, welche den drei spanischen Top-Klubs zuzuschreiben sind. Eden Hazard wechselte im Sommer für 100 Millionen Euro vom FC Chelsea zu Real Madrid. Der mit einem Jahr Verspätung verpflichtete Ronaldo-Nachfolger stand in der Saison selten auf dem Feld. Die Bilanz seiner Spielzeit: eine Oberschenkelverletzung, eine Prellung am Fußgelenk, ein Haarriss im Fuß und eine Fissur des Wadenbeins - unterm Strich stehen lediglich 15 Einsätze.

Transfers des letzten Sommers mit viel Pech

Joao Felix dürfte ziemlich genau nachvollziehen können, wie Eden Hazard sich fühlt. Auch er kam erst im letzten Sommer nach Madrid - zu Atletico. Nach einer auffälligen Saison bei Benfica Lissabon wechselte Felix etwas überraschend für stolze 125 Millionen Euro. Und auch ihn warfen Verletzungen zurück, immerhin absolvierte das portugiesische Über-Talent 28 Spiele für die Colchoneros.

Joao Felix befindet sich in einem Leistungstief.
Image: Bei Joao Felix und Atletico läuft es noch nicht rund.  © Imago

Ersetzen soll Felix in Madrid den nach Barcelona abgewanderten Antoine Griezmann. Der blieb zwar seit seinem Wechsel fit, erlebt in Katalonien jedoch eine chaotische Saison - samt Trainerwechsel und Unruhe in der Führungsetage. Darüber hinaus scheint Griezmann noch Zeit zu brauchen, sich ins (durch den Trainerwechsel erneut geänderte) taktische Gefüge zu integrieren.

Wie würde Kai Havertz mit der Bürde dieser großen Ablösesumme umgehen? Es gibt genug warnende Beispiele für den Youngster. Denn völlig egal wohin es den Nationalspieler zur nächsten Saison zieht, er wird beweisen müssen, dass er die enorme Ablösesumme auch wert ist.

Der Klub der Spieler, denen das gelang, ist sogar noch exklusiver.

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