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VfB Stuttgart: Hitzlsperger gibt Weinzierl Jobgarantie

Sky Experten plädieren für Trainerwechsel

Robert Gherda

18.02.2019 | 11:10 Uhr

Der Befreiungsschlag blieb aus. Gegen RB Leipzig unterlag der VfB Stuttgart und bleibt auf einem direkten Abstiegsplatz. Dennoch sind die Protagonisten anschließend zufrieden und Trainer Markus Weinzierl darf weitermachen. Für zwei Sky Experten ein falsches Signal.

Die Zahlen seit der Amtsübernahme von Markus Weinzierl als Trainer des VfB Stuttgart sind mehr als ernüchternd. Elf der 15 Spiele unter dem 44-Jährigen wurden verloren. Aus den letzten sieben Partien holten die Schwaben sogar nur einen mickrigen Punkt. Das Resultat ist die schwächste Bundesligasaison der Vereinsgeschichte. Auch gegen RB Leipzig stand am Ende - trotz deutlich verbesserter Leistung - am Ende eine 1:3-Niederlage.

Markus Weinzierl streckt mit dem VfB Stuttgart mitten im Abstiegskampf.
Image: Markus Weinzierl streckt mit dem VfB Stuttgart mitten im Abstiegskampf. © Sky

Sky Experten plädieren für Trainerwechsel

Höchste Zeit zu handeln, meint Christoph Metzelder: "Das ist und bleibt eine desaströse Bilanz. Das kann man drehen und wenden, wie man will. Natürlich reden wir heute über ein Spiel, dass sie über 70 Minuten gut gegen eine klasse Mannschaft gemacht haben, aber wir müssen auch über die vergangenen beiden Spiele reden", legt der Sky Experte den Finger in die Wunde.

Bei der Niederlage in Düsseldorf und dem Heimremis gegen Freiburg zeigte der VfB teils erschreckende Leistungen. Metzelder weiter: "In Summe waren in diesen 15 Partien ganz wichtige Spiele dabei und so man kann so nicht weitermachen."

Auch Reiner Calmund plädiert für einen Wechsel auf der Trainerbank: "Mit dieser Bilanz steigst du ab. Der VfB ist weniger gelaufen als eine technisch und spielerisch überlegene Leipziger Mannschaft und das muss auch auch klar analysieren. Am Ende steht da ein 1:3 und du musst irgendwie reagieren", so der ehemalige Bundesliga-Manager.

Hitzlsperger gibt Weinzierl Jobgarantie

Doch Stuttgarts neuer starker Mann Thomas Hitzlsperger gibt Weinzierl eine Jobgarantie für das nächste Spiel am kommenden Freitag bei Werder Bremen:

"Das Ergebnis ist das Einzige, was nicht gut war, aber alles andere passte. Wie wir aufgetreten sind, wie wir in den letzten Tagen gearbeitet haben, stimmt mich sehr zuversichtlich, dass wir nächste Woche ähnliche Schritte machen können. Markus, mit mir und dem ganzen Trainerteam zusammen, um dann in Bremen ein besseres Ergebnis zu erzielen", so der Sportvorstand, der unter der Woche den glücklosen Michael Reschke ablöste, gegenüber Sky Sport.

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Thomas Hitzlsperger spricht nach der Niederlage des VfB Stuttgart gegen RB Leipzig und garantiert, dass Markus Weinzierl Trainer bleibt.

Die Anmerkung von Sky Reporterin Britta Hofmann, dass dies sich so anhören würde, dass Weinzierl auch am Freitag auf der Bank sitzt, beantwortete Hitzlsperger trocken und bestimmt: "Das hört sich nicht nur so an, das ist auch so."

Hitzlsperger lobte gegen den Tabellenvierten RB Leipzig vor allem die Disziplin gegen den Ball und freute sich auch, dass sich die Gastgeber auch einige Chancen erarbeiten konnten. Tatsächlich zeigte die Weinzierl-Elf nach dem frühen Rückstand von Yussuf Poulsen (6.) eine engagierte Leistung und war nach dem Ausgleich von Steven Zuber (16.) dem 2:1 sogar näher. Ozan Kabak (45+2.) und Santiago Ascacibar (64.) konnten gute Chancen aber nicht verwerten.

Weinzierl und Zieler hadern mit Schiedsrichter

Leipzig machte es besser und ging durch einen sehenswerten Freistoß von Marcel Sabitzer in den Knick erneut in Führung (68.). Für Torhüter Ron Robert Zieler und Weinzierl der Schlüsselmoment des Spiels und dieser sorgte für Verstimmung beim Abstiegskandidaten. Kabak hatte Poulsen zu Boden gerissen - für Zieler eine klare Fehlentscheidung:

"Der (Sabitzer, Anm. d Red.) reißt unseren Spieler rum. Für mich war klar, dass wir den Freistoß bekommen - das ist natürlich lächerlich, wie man das geben kann", haderte der Schlussmann.

Auch sein Coach lamentierte: "Der Freistoß war super geschlagen - nach diesem fragwürdigsten Foul. Das muss man nicht geben, denn beide ziehen und zerren und das kann man auch anders entscheiden", so Weinzierl. Und weiter: "Aber wenn du unten drinsteckst, dann werden die Situationen häufig gegen dich entschieden. Der Freistoß war der Unterschied heute."

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Markus Weinzierl spricht über die Leistung des VfB Stuttgart gegen RB Leipzig und seine Zukunft (Videodauer 41 Sekunden).

Gomez glaubt an Rettung

Mario Gomez, der gegen Leipzig für den auf die Bank verbannten Christian Gentner die Kapitänsbinde trug, blickt trotz des nächsten Rückschlags aber positiv in die Zukunft.

"Ich nehme eins mit: Ich bin zu tausend Prozent überzeugt, dass wir in der Liga bleiben. Dieses Spiel hat mir und der Mannschaft extrem viel Kraft gegeben gegen einen saustarken Gegner, der einen Wahnsinns-Lauf hat", lobte der Angreifer.

Leichter werden die Aufgaben aber nicht wirklich: Nach dem Spiel in Bremen steht der Abstiegsknaller gegen Hannover 96 auf dem Programm, bevor der BVB und 1899 Hoffenheim auf den VfB warten und Weinzierl die Chance geben, die ernüchternden Zahlen etwas aufzupolieren...

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