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VfB Stuttgart: Kommentar zur Verpflichtung des neuen Trainers Pellegrino Matarazzo

Kommentar: Der VfB geht erneut ins Risiko

Alexander Bonengel

11.01.2020 | 12:00 Uhr

Sportdirektor Sven Mislintat (l.) und Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger  gehen mit der Verpflichtung von Pellegrino Matarazzo erneut ins Risiko.
Image: Sportdirektor Sven Mislintat (l.) und Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger gehen mit der Verpflichtung von Pellegrino Matarazzo erneut ins Risiko. © Getty

Diese Nachricht kam überraschend: Der VfB Stuttgart hat Pellegrino Matarazzo als neuen Trainer verpflichtet. Damit geht der Bundesliga-Absteiger erneut ins Risiko, meint Sky Reporter Alexander Bonengel in seinem Kommentar.

Nun also Pellegrino Matarazzo - ein Trainer, den wohl kaum jemand so wirklich als Nachfolger für den kürzlich entlassenen Tim Walter auf dem Schirm gehabt haben dürfte. Eine überraschende Wendung, nachdem deutlich bekanntere Namen wie Sandro Schwarz, Markus Anfang, Ludovic Magnin oder Roger Schmidt als heiße Favoriten gehandelt wurden.

Überraschend auch, weil ein als Cheftrainer Unerfahrener mit der Mammutaufgabe VfB Stuttgart betraut wird, schreit die gesamte Gemengelage doch vor allem nach Erfahrung: Eine enorme Erwartungshaltung mit der Pflichtaufgabe Aufstieg, gewaltiger Druck, teuerster Kader der Liga. Dazu keinerlei Schonfrist, denn der VfB muss unter Matarazzo ab dem 29. Januar sofort liefern, um weiterhin im Aufstiegsrennen zu bleiben.

STIMMT AB!

Matarazzo hat mehr zu gewinnen als zu verlieren

Der VfB geht erneut ins Risiko. Aus Überzeugung oder eher unfreiwillig? Hagelte es für den VfB zu viele Absagen der etablierten Kandidaten? Der Trainerverschleiß am Wasen könnte auf den ein oder anderen mittlerweile durchaus abschreckende Wirkung haben. Bruno Labbadia war zwischen 2010 und 2013 der letzte Trainer, der an der Mercedesstraße mehr als zwei Jahre geschafft hatte. Die einzige Kontinuität der letzten Jahre ist die, dass man sich stets Kontinuität vornimmt, sie aber nie erreicht.

Vor diesem Hintergrund gehört ein Neuling wie Matarazzo mit seinem Profil zu denjenigen, die in der aktuellen Situation mehr zu gewinnen als zu verlieren haben. Inwieweit er tatsächlich der Schlüssel zum Stuttgarter Aufstieg sein kann, ist bei einem Cheftrainer-Neuling im Profigeschäft nicht seriös zu beurteilen. Hinreichend bekannt ist bisher nur seine gute Reputation als Trainer im Nachwuchsbereich und zuletzt als Co-Trainer bei den Profis der TSG Hoffenheim.

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VfB Stuttgart: Pellegrino Matarazzo neuer Trainer

Ehemalige Weggefährten loben Matarazzo

Weniger bekannt war bisher der höchst interessante Lebensweg des US-Amerikaners italienischer Abstammung, dessen Deutschland-Karriere einst im Jahr 2000 als Aktiver in der Oberliga in Bad Kreuznach begonnen hatte. Wer mehr über seinen Werdegang wissen will, dem sei folgender Artikel der TSG Hoffenheim ans Herz gelegt (hier geht's zum Artikel).

Ehemalige Weggefährten, mit denen ich sprechen konnte, heben Matarazzos Intelligenz hervor. Zuweilen wirke er sogar verkopft, nachdenklich und grüblerisch. Was seine Idee von Fußball angeht, bezeichnen sie ihn als variabel und flexibel, in seiner Ausrichtung stark am Gegner orientiert. Den Cheftrainerposten trauen sie ihm alle zu.

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Mislintat und Hitzlsperger unter Druck

Für Sportdirektor Sven Mislintat und Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger steht mit dieser Trainer-Entscheidung viel auf dem Spiel: Es ist Mislintats zweiter Trainer. Es ist sein Kader. Einen dritten Versuch nach verpasstem Aufstieg würde es vermutlich nicht mehr geben.

Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger hat zwar noch viel Kredit bei den Fans, doch auch an ihm wächst die Kritik: In seine Ära fallen der Abstieg aus der Bundesliga, der Abstieg der zweiten Mannschaft in die Oberliga sowie das Scheitern der Trainer Weinzierl, Willig und Walter. Je mehr es aber mit dem VfB bergab ging, desto höher kletterte Hitzlsperger auf der VfB-Karriereleiter nach oben. Auch für ihn ist es nun allerhöchste Zeit, Erfolge vorzuweisen.

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