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Wer sind die Aufstiegshelden des SC Paderborn?

Zum zweiten Mal Bundesliga

Jonathan Reinders

23.05.2019 | 13:05 Uhr

Ein kleines bisschen ausgerastet: Die Mannschaft des SC Paderborn nach dem Aufstieg in die Bundesliga.
Image: Ein kleines bisschen ausgerastet: Die Mannschaft des SC Paderborn nach dem Aufstieg in die Bundesliga. © DPA pa

Der SC Paderborn hat sensationell den Aufstieg in die Bundesliga geschafft. Trainer Steffen Baumgart hat ein Team geformt, das in der nächsten Saison den FC Bayern und den BVB zum Tanz fordert. Wir stellen einige Protagonisten der Ostwestfalen vor.

Im Flugzeug zum Auswärtsspiel. Ein Luxus, den sich der SC Paderborn am Wochenende erst zum zweiten Mal in dieser Saison geleistet hatte. Man hatte es eilig: Man wollte im Falle eines Abrutschens auf Rang drei möglichst schnell nach Hause, um sich auf die Relegationsspiele gegen den VfB Stuttgart vorzubereiten. Doch es kam anders. Es wurde ein Partyflug.

Dabei hatte der SCP zunächst gar keinen Grund zum Jubeln. Die Ostwestfalen hatten mit 1:3 bei Dynamo Dresden verloren - und Union Berlin war in der letzten Sekunden drauf und dran, durch einen Sieg in Bochum die Ostwestfalen von Platz zwei, den direkten Aufstiegsplatz, zu verdrängen. Es herrschte etwas Verwirrung. Philipp Klement erklärte am Sky Mikro: "Ich hatte auch noch eine Falschinformation, die weniger gut war. Der Schiri meinte kurz vor Schluss zu mir, 'Union würde 3:2 führen.'"

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Philipp Klement erklärt, dass ihm der Schiri eine falsche Info zum Union-Ergebnis durchgab.

Wer sind die Aufstiegshelden des SCP?

Aber es klappte doch. Klement konnte sich ab sofort "Aufstiegsheld" nennen. Der 26-Jährige ist mit seinen 16 Toren und neun Vorlagen DER Dreh- und Angelpunkt im Offensivspiel des SCP. Er ist der Regisseur im Team von Steffen Baumgart. Hervorheben sollte man auch Christopher Antwi-Adjej. Der linke Mittelfeldspieler war durch seine Doppelpacks gegen Heidenheim und den HSV ein entscheidender Faktor für den Aufstieg.

Nie mehr 2.Liga? Die Fans des SC Paderborn träumen von der ewigen Erstklassigkeit.
Image: Nie mehr 2.Liga? Die Fans des SC Paderborn träumen von der ewigen Erstklassigkeit. © DPA pa

Die Offensive ist ohnehin das Prunkstück der Ostwestfalen. Mit 76 Toren und dem kompromisslosen Konterspiel konnte der SCP Aufstiegs-Favoriten wie Hamburg oder eben auch Union Berlin hinter sich lassen. Es waren gleichzeitig auch die meisten Treffer, die je ein Aufsteiger im Unterhaus erzielen konnte. Sven Michel, Bernard Tekpetey oder Kai Pröger - auch das sind Namen, die sich der Bundesliga-Zuschauer vormerken kann.

Offensiv furios, defensiv stabil

Michel feiert mit 28 Jahren noch seine Bundesliga-Premiere. Der Mann mit dem lichten Haar ist mit elf Treffern der erfolgreichste nominelle Stürmer der Saison beim SCP. Bernard Tekpetey war im vergangenen Sommer fest vom FC Schalke 04 verpflichtet worden. Er ist blitzschnell und sorgt durch seine Läufe auf der rechten Außenbahn immer wieder für Gefahr. Und schließlich noch Pröger: Er kam im Winter von Rot-Weiss Essen und fügte sich nahtlos in das Offensivdenken ein.

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Doch der SCP schaffte die Balance zwischen Offensive und Defensive. In der Rückrunde kassierte der Tabellenzweite nur 22 Gegentore. Garant für die defensive Stabilität ist ein gewisser Sebastian Schonlau. Er spielt beim SCP, seitdem er 17 Jahre alt ist. An seiner Seite in der Innenverteidigung: Uwe Hünemeier und Christian Strohdiek. Alle drei stiegen bereits 2014 mit Paderborn in die Bundesliga auf.

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Und dann ist da ja noch der Coach: Steffen Baumgart hatte den SCP im April 2017, kurz vor dem Abstieg in die vierte Liga übernommen - und feierte mit seinem Team kurz darauf den Klassenerhalt am grünen Tisch, weil der damalige Zweitliga-Absteiger 1860 München keine Lizenz für die dritte Liga erhielt. Es folgte ein rasanter Aufstieg, beziehungsweise zwei.

Im Flugzeug zum Auswärtsspiel. Das dürfte für den SCP in der Bundesliga Normalität werden. Und jetzt heißen die Reiseziele München, Dortmund und Frankfurt.

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