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Werder Bremen: SVW taumelt nach 0:3 gegen RB Leipzig Richtung Abstieg

Probleme an allen Fronten! Werder taumelt Richtung Abstieg

Udo Hutflötz

16.02.2020 | 13:58 Uhr

Der SV Werder Bremen kassiert in Leipzig (0:3) die achte Niederlage aus den vergangenen neun Spielen und taumelt bedrohlich in Richtung Abstieg. Dabei tun sich bei den Norddeutschen an allen Fronten Baustellen auf.

Nach 90 Minuten in der Leipziger Red Bull Arena stand bei Werder Bremen nur ein einziger Torschuss auf dem Zettel - und dieser stammte auch noch von Leipzigs Innenverteidiger Dayot Upamecano, der seinen Keeper Peter Gulasci kurz vor der Halbzeit prüfte.

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"Alarmierende Zahlen" bei Werder Bremen

Von Seiten der Bremer war offensiv ansonsten überhaupt nichts zu sehen. "Sie waren über 90 Minuten nach vorne harmlos und chancenlos. Leipzig hat nur das gemacht, was sie machen mussten. Deshalb kommt Bremen noch besser weg, als sie gespielt haben. So wie sie im Moment agieren, tun sie sich schwer, vorne Chancen zu erarbeiten", analysiert Sky Experte Dietmar Hamann.

Insgesamt lege Werder "alarmierende Zahlen" auf, wie Hamann befindet. "Bremen hat von den letzten neun Spielen, acht verloren. Sie haben gegen Union zuhause verloren, gegen Mainz hoch zuhause verloren. Sie finden einfach Wege, sich selbst zu schlagen", führt der Sky Experte fort.

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Werder zeigt sich bei Standards naiv - Kohfeldt mit Klartext

Beim 0:3 in Leipzig war es jedoch nicht nur die offensive Harmlosigkeit, die für die weitere Pleite ausschlaggebend war. Deutlich gravierender fiel die defensive Naivität ins Gewicht, die sich in dieser Saison zum wiederholten Male bei Standardsituationen offenbarte.

So ging dem 0:1 und 0:2 jeweils ein Eckball voraus - die Standardgegentore 16 und 17 in dieser Saison. "Es ist frustrierend", erklärte Werder-Coach Florian Kohfeldt. "Beim ersten Gegentor hat Yuya (Osako, Anm. d. Red.) ein ganz klares Aufmerksamkeitsdefizit. Er hofft, dass der Ball hinten geklärt wird und läuft nicht durch. Das geht nicht! Das zweite Gegentor hab ich noch nicht im Detail gesehen, habe mir aber sagen lassen, dass Milos den Kontakt nicht so aufnimmt, wie es sein muss. Da muss man stabil bleiben. Das ist überhaupt keine Frage", geht der Coach klar und deutlich mit seinen Spielern ins Gericht.

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Bremens Trainer Florian Kohfeldt findet, dass das Ergebnis über das Spiel täuscht

Eggestein: "Müssen uns hinterfragen"

Kapitän Niklas Moisander und Maximilian Eggestein schlossen sich dieser Kritik an. Von "zwei Geschenken" und "kein Zufall" war die Rede. Besonders der Mittelfeldspieler legte den Finger in die Standard-Wunde. "17 Standardgegentore - das ist einfach zu viel. Wir müssen uns hinterfragen, woran es liegt, ob es an der Fokussierung liegt, oder woran es sonst liegt. Ich kann es so einfach nicht erklären."

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Kohfeldt ist mit den Erklärungsansätzen hingegen schon etwas weiter. "Die letzte Körperlichkeit, dagegen zu gehen, und die letzte Aufmerksamkeit haben gefehlt. Das geht nicht."

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Bundesliga: Sky Reporter Jurek Rohrberg analysiert die Krise bei Werder Bremen (Videolänge: 3:25 Min).

Vogt verletzt - ein längerer Ausfall droht

Neben den Unzulänglichkeiten auf dem Platz scheint sich nun zudem auch noch die personelle Lage zu verschärfen. Werder hatte bereits in der gesamten Saison mit Verletzungen zu kämpfen. Nun hat es wohl Kevin Vogt erwischt. Ausgerechnet den Spieler, der im Winter von der TSG 1899 Hoffenheim verpflichtet wurde - unter anderem auch für die defensive Stabilität bei Standards.

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Der Innenverteidiger wurde in der 61. Minute nach einem Zweikampf ausgewechselt, bei dem er sich augenscheinlich am Knie verletzt hat. Bremen-Sportdirektor Frank Baumann klang nach dem Spiel nicht unbedingt optimistisch, was den Zustand von Vogt betrifft. "Die Untersuchungen laufen aktuell. Es sah aber nicht so gut aus, er musste direkt vom Platz. Wir befürchten, dass er uns in den nächsten Wochen fehlen wird."

Duelle gegen BVB und Frankfurt warten

Und diese haben es durchaus in sich. Als nächstes wartet das Duell gegen Borussia Dortmund, gefolgt von einem Doppelpack gegen Eintracht Frankfurt (Bundesliga & Pokal). Die Aussichten, dass sich Bremen bald von Platz 17 lösen und die Abstiegsränge verlassen kann, sind damit nicht besonders vielversprechend. Dies ist aber kein Grund für Kohlfeldt, seinen Optimismus zu verlieren.

"Auf jeden Fall bin ich kämpferisch. Jetzt haben wir noch zwölf Spiele. Wir müssen weitermachen und da werde ich genauso kämpferisch sein wie zuvor." Dabei helfen werden die Worte von Sportdirektor Frank Baumann, der Kohfeldt nach der erneuten Niederlage den Rücken stärkte.

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Bremens Trainer Florian Kohfeldt über die Stimmung in der Kabine

Baumann stärkt Kohfeldt den Rücken - wie lange noch?

"Wir haben Überzeugung in die Arbeit von Florian. Wir werden alles dafür tun, dass wir mit Florian, mit der Mannschaft die richtigen Maßnahmen finden, um uns zu befreien", sagte Baumann bei Sky und weiter: "Er erreicht die Mannschaft, die Mannschaft steht hinter ihm. Deswegen gibt es keine Veranlassung, daran zu zweifeln."

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Für Hamann sollte Kohfeldt aber keine Jobgarantie ausgestellt werden. "Die Option, einen Trainerwechsel zu vollziehen, sollten sie sich offen lassen, weil sich die Sache in Bremen in zwei, drei Wochen sehr schnell ändern kann. Zudem kannst du nicht immer hoffen, dass die anderen Teams unten auch verlieren. Nächstes Wochenende spielen sie gegen Dortmund und danach wird man die Lage neu einschätzen."

Spätestens dann wird sich zeigen, wie viel Wert die Worte von Baumann in Richtung Kohfeldt hatten ...

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