Wimbledon: Christopher Eubanks verzaubert das Publikum
"Ein No-Name und Entertainer": Eubanks verzaubert Wimbledon
12.07.2023 | 08:09 Uhr
Christopher Eubanks hat Wimbledon im Sturm erobert. Der sympathische US-Amerikaner ist bei seinem Debüt auf Anhieb ins Viertelfinale gestürmt und begeistert mit seinem Spiel und seinem Charakter das Publikum.
"Das ist einfach ein Typ, der dem Tennis-Sport fehlt", sagt Sky Wimbledon-Kommentator Kai Dittmann über Eubanks.
Der 2,01-Meter-Mann hat stets ein breites Lächeln im Gesicht, egal in welcher Situation. "Er ist ein No-Name und Entertainer. Er unterhält die Leute mit seinem Auftreten. Es hat schon fast ein kindliches Niveau, obwohl Eubanks schon 27 Jahre alt ist. Aber er bietet den Leuten einfach eine gute Show", resümierte Dittmann. Und was für eine Show! In Wimbledon steht er bei seinem Debüt auf Anhieb im Viertelfinale.
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Denn nach Erfolgen gegen Thiago Monteiro (BRA), Cameron Norrie (GRB/12) und Christopher O'Connell (AUS) besiegte Eubanks im Achtelfinale überraschend auch Stefanos Tsitsipas (GRE/5) in fünf umkämpften Sätzen. "In den wirklich wichtigen Momenten habe ich richtig gut gespielt. Ich lebe gerade meinen Traum. Ich versuche alles um mich herum auszublenden. Aber ich kann es gar nicht glauben, was hier passiert", meinte Eubanks nach seinem Sieg gegen Tsitsipas.
Eubanks liebt auf einmal den Rasen in Wimbledon
Dabei hatte der in Atlanta geborene Rechtshänder erst vor wenigen Wochen noch gesagt, dass er Rasentennis gar nicht mag. Beim Vorbereitungsturnier auf Mallorca feierte er dann aber völlig überraschend auf seinem "Hassbelag" seinen allerersten ATP-Titel - und setzte seinen Erfolgslauf in Wimbledon prompt fort. "Rasen ist jetzt mein bester Freund", betonte Eubanks mit einem Lächeln und steckte damit auch das Publikum an.
Inzwischen hat Eubanks auf Rasen neun Siege in Serie gefeiert und dabei seine letzten neun Tiebreaks am Stück gewonnen. "Er bringt eine unglaubliche Nervenstärke mit", so Dittmann, der noch zur Spielweise der Nummer 43 der Welt hinzufügte: "Eubanks läuft nicht gerne an der Grundlinie, das ist natürlich auch seiner Größe geschuldet. Er geht vielmehr fast immer vor ans Netz. Egal ob es Sinn macht oder eben nicht."
Mit dieser unorthodoxen Spielweise stellt er jeden Gegner vor eine Herausforderung. Denn mit seiner riesigen Spannweite ist er vorne am Netz nur sehr schwer zu überwinden. Hinzu kommen ein starker Aufschlag und ein großes Kämpferherz. Eubanks kann sich auch aus Tälern während einer Partie herausfighten. Das Publikum hat der US-Amerikaner dank seiner attraktiven Spielweise und seinem Dauergrinsen sowieso auf seiner Seite.
Nächster Coup gegen Medvedev?
Im Viertelfinale gegen Daniil Medvedev (3) - gegen den Eubanks im Viertelfinale von Miami Ende März glatt verlor - geht der "No-Name" mal wieder als Außenseiter in das Match. "Natürlich hat er wenig Erfahrung auf der großen Bühne und gegen die Topspieler. Aber Medvedev ist auf Rasen schlagbar. Eubanks darf sich von dessen Spielweise nicht entnerven lassen und muss einfach versuchen, sein Spiel durchzuziehen und seine Chancen zu nutzen. Die wird es auf jeden Fall geben", blickte Dittmann voraus.
Doch egal wie das Match ausgeht, Eubanks hat schon jetzt den größten Erfolg seiner bisherigen Karriere eingefahren. Zuvor war er bei einem Grand-Slam-Turnier nie über die 2. Runde hinausgekommen, nun ist er bereits Mitglied im "Last-8-Club" von Wimbledon.
Übrigens: In seiner Box gegen Tsitsipas wurde Eubanks von seiner guten Freundin Coco Gauff angefeuert. Vielleicht bringt ihm diese Unterstützung auch gegen Medvedev den entscheidenden Schub für den nächsten Coup.
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