Andreas Sander beendet nach schwerer Erkrankung seine Karriere
2021 holt Andreas Sander sensationell WM-Silber, 2024 erreicht ihn eine folgenschwere Diagnose. Nun macht er Schluss. Zu seiner beruflichen Zukunft äußert sich der Skirennfahrer zurückhaltend.
25.03.2026 | 10:22 Uhr
Skirennfahrer Andreas Sander beendet infolge einer schwerwiegenden Zellerkrankung seine Karriere.
Der 36-Jährige werde sich im Rahmen der internationalen deutschen Meisterschaften im Axamer Lizum in Tirol vom Leistungssport verabschieden, teilte der Deutsche Skiverband (DSV) mit. Sanders größter Erfolg war der Gewinn der WM-Silbermedaille in der Abfahrt im italienischen Cortina d'Ampezzo 2021. In den vergangenen zwei Jahren hat der Ennepetaler kein Weltcup-Rennen mehr bestritten.
Körperlich phasenweise extrem geschwächt
"Nach meiner Erkrankung habe ich alles versucht, um wieder Leistungssport betreiben zu können", sagte Sander, bei dem 2024 eine mitochondriale Dysfunktion diagnostiziert wurde. Dies bedeutet, dass bei ihm die Mitochondrien als Energielieferanten der Körperzellen nicht richtig arbeiten, wie der Speed-Spezialist damals erklärt hatte. Sander war phasenweise körperlich extrem geschwächt, konnte nur spazieren gehen, musste sich immer wieder hinsetzen.
"Zwar geht es mir mittlerweile im Alltag wieder deutlich besser, aber mein Ziel, Rennen auf Weltcup-Niveau zu fahren, ist nach wie vor nicht möglich. Daher habe ich mich jetzt entschlossen, endgültig einen Schlussstrich unter meine Karriere zu ziehen", sagte der zweimalige Olympia-Teilnehmer. Er sei stolz auf das, was er im Skirennsport erreicht habe. Sander bestritt seit März 2008 insgesamt 197 Weltcup-Rennen und fuhr dabei zweimal auf das Podest. Im Super-G von Aspen (USA) schrammte er 2023 nur haarscharf am Sieg vorbei.
"Tragende Säule als Sportler und Mensch"
Seine berufliche Zukunft lasse er derzeit noch bewusst offen, sagte Familienvater Sander. "Aktuell möchte ich mich auf meine gesundheitliche Situation konzentrieren, darauf, dass es weiterhin bergauf geht. Grundsätzlich bin und bleibe ich dem Skisport sicherlich verbunden."
Sander habe die deutsche Speed-Mannschaft mit seinen Erfolgen und seiner Konstanz über viele Jahre geprägt, meinte DSV-Sportvorstand Wolfgang Maier. Er sei «eine tragende Säule als Sportler und Mensch» gewesen. Man bedaure und respektiere Sanders Entscheidung.
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