Adrian Newey mit wenig Hoffnung auf schnelle Besserung bei Aston Martin und Honda

Die Probleme beim britischen Traditionsrennstall reißen nicht ab.

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Aston Martin droht in Australien ein Debakel. Und nicht nur da. Der Wagen des britischen Rennstalls ist mit dem Honda-Motor momentan nicht konkurrenzfähig. Und selbst Adrian Newey wirkt in Teilen ratlos.

Der Saison-Auftakt in Melbourne zeigt, dass die erwarteten Schwierigkeiten sogar noch schlimmer sind als erwartet. Hoffnung auf eine schnelle Besserung ist keine in Sicht.

"Es ist eine Phase, in der ich mich sehr machtlos fühle."

Die deutlichen Worte von Adrian Newey auf der Pressekonferenz in Melbourne lassen tief blicken. Statt in der neuen Saison um Rennsiege mitzufahren, geht es für Aston Martin erstmal darum, überhaupt einige Runden zu absolvieren. "Es ist eine schwierige Zeit für uns alle als Team", meinte Markenbotschafter Pedro de la Rosa am Sky Sport Mikrofon.

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Aston Martin droht in Melbourne das Debakel Deluxe! Im ersten Freien Training in Melbourne drehte Lance Stroll nur drei Runden, Fernando Alonso fuhr gar nicht. Pedro de la Rosa gibt den Fans dabei auch wenig Hoffnung auf Besserung.

Stroll fährt wenig, Alonso gar nicht

Einige Probleme, wie die starken Vibrationen im Cockpit, der Motor sowie Schwierigkeiten mit dem Getriebe waren bereits bekannt. Newey deckte am Freitag aber noch weitere auf: "Wir haben das Wochenende mit vier Batterien begonnen, aber zwei haben Probleme gemacht und funktionieren nicht. Daher müssen wir mit den zwei restlichen noch das ganze Wochenende auskommen."

Sollte eine weitere Batterie den Geist aufgeben, würde ein Fahrer für das restliche Wochenende nicht mehr im Auto sitzen können. Daher agiere das Team "sehr vorsichtig". Lance Stroll fuhr in FP1 lediglich drei Runden, Fernando Alonso bleib die kompletten 60 Minuten in der Garage sitzen. In FP2 absolvierten bei zusammen immerhin 31 Umläufe.

Newey erwartet Honda-Lösung

"Wir haben am Auto von Lance eine neue Lösung ausprobiert, um die Probleme in den Griff zu bekommen. Die Analyse dazu läuft noch", erklärte Teamchef Newey, der zudem betonte, dass weitere Batterien nicht nach Australien eingeflogen werden. Der Grund dafür ist simpel: "Es gibt aktuell keine mehr."

Häufiges Bild in der Vorsaison und auch in Melbourne: Aston Martin steht nur in der Garage.
Image: Häufiges Bild in der Vorsaison und auch in Melbourne: Aston Martin steht nur in der Garage.  © Imago

Trotz der vielen Zuverlässigkeitsprobleme gilt es aber erst einmal, die Vibrationen, die durch den Motor entstehen, in den Griff zu bekommen. Vorher könne Newey auch nicht das Auto weiterarbeiten. Honda ist also gefragt, eine schnelle Lösung ist aber nicht in Sicht: "Honda arbeitet dran. Aber dafür müssen einige grundlegende Dinge angepasst werden. Das braucht Zeit", erklärte der 67-jährige Brite, der die erste Saisonhälfte schon abhakte. "Vernichtend für das gesamte Team und gerade für Honda ein absoluter Tiefschlag. Es ist desaströs", bilanzierte Sky Sport F1-Experte Timo Glock.

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Kündigt Aston Martin den Honda-Vertrag?

Dass Honda mit Aston Martin nicht direkt an die erfolgreichen Jahre der Zusammenarbeit mit Red Bull anknüpfen kann, hat laut Newey auch personelle Gründe. Viele erfahrene Ingenieure, die für den erfolgreichen F1-Motor in der Vergangenheit verantwortlich waren, sind nämlich gar nicht mehr beim F1-Projekt dabei. "Das wussten wir bei Aston Martin lange nicht. Wir haben erst im November erfahren, dass Honda viele erfahrene Ingenieure verloren hat", verriet Newey.

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"Die Frage ist, wieso man erst im November realisiert, dass man so weit hintendran ist, dass die Manpower fehlt. Und wieso man das von Aston Martin erst so spät angegangen ist. Das erschließt sich mir nicht", so Glock und fügte hinzu: "Man ist meilenweit hinter den anderen Herstellern. Das holst du dieses Jahr auf keinen Fall mehr auf und auch schon für das nächste Jahr ist man da im Hintertreffen. Wenn Honda die Leistungen nicht erfüllt, hat man eventuell die Möglichkeit rauszugehen aus dem Vertrag. Das wird man im Hintergrund sicher prüfen. Es ist ein finanzieller Schaden für das Team und auch Marketing technisch eine Vollkatastrophe."

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Aston Martin und der Motor von Honda: Das ist bisher alles, nur keine Liebe. Die Saison scheint bereits vor dem ersten Rennen gelaufen zu sein. Ist eine sofortige Trennung möglich? Das sagt Sky Sport Experte Timo Glock.

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Schumacher geht in die Fehleranalyse

Sky Sport F1-Experte Ralf Schumacher versuchte eine Erklärung zu finden: "Einige Teams haben tatsächlich einen Eins-zu-eins-Prüfstand, in dem man Fahrzeug mit Motor auf dem Prüfstand simulieren kann. Das hat Aston Martin scheinbar nicht. Und das könnte eine Erklärung sein, warum Honda, die die Komponenten natürlich separat auf dem Prüfstand haben, diese Vibrationen vorher nicht gesehen haben und warum es zu dem Desaster geführt hat."

ASTON MARTIN 🇬🇧

  • Name: Aston Martin Aramco Cognizant F1 Team
  • Gründungsjahr: 2018
  • Unternehmenssitz: Silverstone, Großbritannien
  • Vorgänger: Jordan, Midland F1 Racing, Spyker, Force India, Racing Point
  • Konstrukteurs-Titel: -
  • Teamchef: Adrian Newey
  • Fahrer: Fernando Alonso (ESP), Lance Stroll (CAN)
  • Testfahrer: Jak Crawford (USA), Stoffel Vandoorne (BEL)

Aus sportlicher Sicht ist die Gesamtsituation vor allem für einen bitter: Fernando Alonso. Der zweifache Weltmeister hatte nach vielen Jahren im F1-Niemandsland große Hoffnungen in die neue Saison mit dem neuen Regelwerk und wollte im zarten Alter von 44 nochmal ganz vorne angreifen. Die bittere Realität sieht anders aus, die Hoffnung auf einen Turnaround ist gering. "Diese Situation ist extrem hart und mental schwierig für Fernando", machte auch Newey deutlich.

Fernando Alonso (Aston Martin) in Melbourne.
Image: Fernando Alonso (Aston Martin) in Melbourne in der Box.  © DPA pa

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