2. Bundesliga News: Schalke 04 vor Schlüsselspiel gegen Nürnberg
Aufstieg in Gefahr: Diese Bilanz bereitet Schalke große Sorgen
10.12.2021 | 18:21 Uhr
Schalke 04 droht noch vor der Winterpause den Anschluss an die Aufstiegsplätze zu verlieren. Eine Bilanz bereitet den Knappen besonders große Sorgen.
Der Trainer schreit zu Hause im Wohnzimmer wieder seinen Fernseher an, das Torjägerduo schaut tatenlos auf der Tribüne zu - ohne sportliche Führung droht Schalke 04 im Kampf um den Bundesliga-Wiederaufstieg schon vor Weihnachten ein schwerer Rückschlag. "Es ist wirklich eine Katastrophe für mich", klagte Dimitrios Grammozis vor dem letzten Heimspiel des Jahres am Freitag (ab 18:00 Uhr live und exklusiv auf Sky Sport Bundesliga 2 und hier im Liveticker) gegen den 1. FC Nürnberg.
Der Coach ist nach seiner Corona-Infektion weiter in häuslicher Quarantäne, ein PCR-Test am Dienstag war erneut positiv, Co-Trainer Sven Piepenbrock muss seinen Chef wie schon beim 1:2 beim FC St. Pauli vertreten. Er "versuche, die Spieler am Bildschirm zu coachen", gab Grammozis zu, doch die Anweisungen hört nur seine Familie.
Verletzungssorgen bei Schalke 04
Auf dem Platz fehlt die Führung ebenfalls: Neben Rekord-Torjäger Simon Terodde fällt auch dessen Sturmpartner Marius Bülter erneut aus - wegen auffälliger Blutwerte müsse man "vorsichtig sein". Die beiden zeichneten für 18 der 29 Tore verantwortlich.
Kapitän Danny Latza kommt wegen einer Muskelverletzung in diesem Jahr nicht mehr zum Zug, auch der Einsatz des Mittelfeldspielers Dominick Drexler fraglich.
"Aber wir haben noch genug Jungs", behauptete Grammozis, der mit seiner Mannschaft bislang nur gegen ein Top-Ten-Team der Liga gewonnen hat. Gegen Nürnberg und eine Woche später beim Hamburger SV hat Schalke noch zweimal die Chance dazu. Setzt sich die Serie dagegen fort, könnte der Abstand zu den Aufstiegsplätze von derzeit drei Punkten noch deutlich anwachsen.
Schröder denkt über Verstärkungen im Winter nach
Die Verletztenmisere offenbarte deutlich: Der aktuelle Kader reicht nicht für den Aufstieg. Deshalb will Sportdirektor Rouven Schröder in der Winterpause nachbessern. Er mache sich aber nicht nur "Gedanken über Verstärkungen", sagte Schröder, man werde auch "kritisch in den Kader blicken, wer performt hat und wer nicht".
Es sind auch Abgänge geplant. Damit könnten die finanziellen Möglichkeiten steigen, denn die wirtschaftliche Lage beim hoch verschuldeten Traditionsklub ist nach wie vor ernst. Durch den späten Verkauf des US-Stürmers Matthew Hoppe im Sommer hat Schröder allerdings noch einen gewissen Spielraum. Gesucht wird vor allem ein Stürmer, der Torjäger Terodde unterstützen oder notfalls ersetzen kann.
Corona-Maßnahmen treffen Schalke finanziell hart
Dass mit den verschärften Corona-Maßnahmen die Zuschauerzahlen auf 15.000 reduziert wurden, trifft Schalke hart. "Das kostet bei jedem Spiel richtig Geld", sagte Finanzvorständin Christina Rühl-Hamers, "aber es bringt nichts zu jammern." Zwischenzeitlich waren wieder bis zu 55.000 Fans in die Arena geströmt.
Schalke hatte im ersten Halbjahr 2021 ein Minus von 21 Millionen Euro verbucht, die Gesamtverbindlichkeiten waren zur Jahresmitte auf 237 Millionen gestiegen.
Weil absehbar ist, dass 2023 die Mittel für die Rückzahlung einer Anleihe in Höhe von 34 Millionen Euro fehlen werden, hat der Klub die Ausgabe einer weiteren Anleihe in derselben Höhe angekündigt.
Aufstieg innerhalb der nächsten drei Jahre geplant
Die finanzielle Lage ist weiter ernst, auch wenn Rühl-Hamers für die laufende Saison mit 50 Prozent weniger Zuschauern geplant hat. Der Wiederaufstieg ist, so die Finanzchefin, "konservativ-realistisch" innerhalb der nächsten drei Jahre geplant. Früher würde sicher nicht schaden.
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