Abstiegscheck: Schalke, Stuttgart, Nürnberg & Hannover kämpfen ums Überleben
Pro & Contra im Abstiegskampf
27.04.2019 | 17:32 Uhr
Vier Spieltage sind es noch bis zum Ende der Bundesliga-Saison 18/19. Mit Schalke 04, dem VfB Stuttgart, dem 1. FC Nürnberg und Hannover 96 befinden sich noch vier Teams im Überlebenskampf. Sky Sport macht vor dem Saison-Endspurt den Abstiegscheck.
FC Schalke 04 (15. Tabellenplatz, 27 Punkte, 32:52 Tore)
Mit 2:5 gingen die Königsblauen am Samstag gegen die TSG 1899 Hoffenheim unter und verpassten damit einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf. Mit neun Punkten Vorsprung auf Platz 17 ist ein direkter Abstieg für die Knappen wohl kein Thema mehr. Auf den Relegationsrang sind es jedoch nur sechs Zähler Vorsprung - es drohen zwei Entscheidungsspiele gegen den Dritten der 2. Bundesliga. Kann Schalke diesen Duellen aus dem Weg gehen?
Pro: Dafür spricht auf jeden Fall die aktuelle Tabellensituation. Die Knappen haben im Abstiegskampf als Fünfzehnter die beste Ausgangslage und den Klassenerhalt damit in der eigenen Hand. Sollte der Vorsprung bis zum letzten Spieltag doch schmelzen, hat S04 im möglichen Endspiel gegen Stuttgart immerhin ein Heimspiel und damit die Unterstützung der Fans im Rücken.
Contra: Gegen Schalke spricht jedoch der Trend. Auch der Trainerwechsel von Domenico Tedesco zu Huub Stevens hat der Mannschaft keinen wirklichen Auftrieb verliehen. Unter dem 65-Jährigen fuhr S04 nur vier Punkte aus fünf Spielen ein. Zudem wirkte die Abwehr vor dem starken Keeper Alexander Nübel in den vergangenen Wochen alles andere als sattelfest. Zu einem weiteren Problem könnte sich die fehlende Erfahrung der Spieler im Abstiegskampf entwickeln. Denn aus dem aktuellen Kader spielten die wenigsten Akteure in ihrer Karriere gegen den Abstieg.
VfB Stuttgart (16. Tabellenplatz, 21 Punkte, 27:67 Tore)
Für den VfB Stuttgart ist in dieser Saison nach dem katastrophalen 0:6 gegen den FC Augsburg im Abstiegskampf noch alles möglich: von direktem Abstieg über Relegation bis zum sicheren Klassenerhalt. Welche der drei Optionen wird es letztendlich?
Pro: Nach der herben Pleite zog VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger die Reißleine, entließ Trainer Markus Weinzierl und installierte interimsmäßig U19-Coach Nico Willig. Dies könnte der entscheidende Faktor für den Klassenerhalt werden. Der neue Übungsleiter kann im Endspurt Impulse setzen. Möglicherweise zieht er für die letzten Spiele auch noch den einen oder anderen Jugendspieler nach oben, der unbelastet aufspielen und dem Team neuen Schwung verleihen kann.
Contra: Doch genau beim Team liegt auch das wohl derzeit größte Problem der Schwaben. Die Mannschaft wirkt lustlos, nimmt den Abstiegskampf oft nicht an und ergab sich gegen Augsburg ihrem Schicksal - und dass, obwohl die Partie beim FCA zu einem Abstiegsendspiel ausgerufen wurde. Zudem bröckelt der Rückhalt von Seiten der Fans, die während des Augsburg-Spiels lauthals skandierten: "Ihr könnt alle gehen!"
1. FC Nürnberg (17. Tabellenplatz, 18 Punkte, 24:56 Tore)
Neun Punkte Rückstand auf das rettende Ufer scheinen für den 1. FC Nürnberg uneinholbar. Für den Club bleibt wohl nur die Möglichkeit, sich über die Relegation in der Bundesliga halten. Doch gelingt den Franken dieses Unterfangen?
Pro: Dafür spricht die Formkurve. Diese zeigte in den vergangenen Wochen nach oben. Gegen Augsburg, Stuttgart und Schalke zeigte die Mannschaft von Trainer Boris Schommers gute Leistungen und holte fünf Punkte - wobei auch eine bessere Ausbeute möglich gewesen wäre. Am vergangenen Spieltag setzte es zwar eine 0:2-Pleite in Leverkusen, doch auch bei der Niederlage war die Leistung der Franken in Ordnung. Zwischenzeitlich wurde der FCN schon abgeschrieben, doch nun ist man wieder auf Tuchfühlung zu Stuttgart, hat gegenüber den Schwaben das bessere Torverhältnis und die mental bessere Ausgangslage, da der Club nichts mehr zu verlieren hat.
Contra: Gegen ein Comeback im Abstiegskampf spricht jedoch das komplizierte Restprogramm der Franken. Am kommenden Wochenende empfängt der Club den FC Bayern München. Danach geht es mit dem VfL Wolfsburg (A) und Borussia Mönchengladbach (H) gegen zwei ambitionierte Teams. Zum Abschluss steht noch das Gastspiel beim SC Freiburg auf dem Programm.
Hannover 96 (18. Tabellenplatz, 15 Punkte, 25:66 Tore)
Ähnlich wie beim 1. FC Nürnberg geht es für Hannover 96 nur noch um das Erreichen des Relegationsplatzes. Die Niedersachsen haben sechs Punkte Rückstand auf Stuttgart. Kann H96 diese Lücke bis Saisonende noch schließen?
Pro: Es spricht zwar nicht viel dafür, doch es gibt noch einen Aspekt, aus dem das Tabellenschlusslicht Mut schöpfen kann: Man hat nichts mehr zu verlieren. Für viele stehen die Niedersachsen bereits als Absteiger in Liga zwei fest. Doch gegen Berlin wehrte sich das Team von Trainer Thomas Doll und erkämpfte sich nach acht Niederlagen in Folge immerhin einen Punkt (0:0). Auch das Restprogramm klingt im Vergleich zur Konkurrenz machbarer. Zwar geht es noch gegen den FC Bayern, doch es stehen auch noch Partien gegen Mainz, Freiburg und Düsseldorf an - Teams, für die es weder um Europa, noch um den Abstieg geht.
Contra: Dass Hannover in diesen Spielen genügend Punkte für die Relegation sammelt, erscheint aufgrund des Trends allerdings unwahrscheinlich. Nach der Winterpause kassierten die Niedersachsen elf Niederlagen bei nur einem Remis und einem Sieg. Zudem hat man die Rettung über die Relegation nicht mehr in der eigenen Hand und muss auf Patzer von Nürnberg und Stuttgart hoffen.