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Bundesliga: Fünf Schalker Baustellen - Krise verschärft sich

Abstiegskampf auf Schalke

Daniel Pfaff

21.12.2018 | 13:58 Uhr

S04 in der Krise (Bildquelle: Getty)
Image: S04 in der Krise (Bildquelle: Getty) © Sky

S04 in der Krise! Die Königsblauen spielen die schwächste Saison seit über 20 Jahren. Vor dem Kellerduell in Stuttgart zeigt Sky Sport die größten Baustellen auf Schalke.

Es sollte ein großer Abend werden: höchst emotional verabschiedete der FC Schalke 04 am Mittwoch den Steinkohlebergbau. Sonder-Trikots, Choreo, Ruhrkohle-Chor - alles passte zu einem historischen Abend. Nur die Leistung der Schalker Spieler nicht - wieder einmal. Bei der 1:2-Niederlage gegen ebenfalls schwache Leverkusener kassierte S04 bereits die neunte Niederlage. Und das am 16. Spieltag.

Bittere Realität in Gelsenkirchen: Mit dem Duell in Stuttgart (Samstag, ab 15:30 Uhr live auf Sky und hier im Ticker) steht den Knappen ein echtes Kellerduell bevor! Abstiegsangst auf Schalke - wie konnte es so weit kommen? Wir nennen die fünf königsblauen Baustellen:

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Sky Reporter Dirk große Schlarmann nennt die größten Baustellen beim FC Schalke 04.

1. Verletzte ohne Ende - vor allem in der Offensive

Ein Punkt, für den die Verantwortlichen wenig können: Das Verletzungspech begleitet die Knappen in dieser Saison auf extreme Weise. Aktuell fallen sechs Spieler längerfristig aus. Vor allem die Offensive hat es übel erwischt: Mit Burgstaller, Uth, Embolo und Di Santo fallen fast alle etatmäßigen Offensivkräfte im Kader aus.

Wie am Donnerstag bekannt wurde, wird nun auch Amine Harit einige Wochen verpassen. Oft musste Domenico Tedesco so auf junge, unerfahrene Kräfte setzen und Spieler kurzfristig umschulen. Lichtblick: Gegen Leverkusen gelang Youngster Haji Wright der erste Bundesligatreffer. Trotzdem haben nur Nürnberg, Mainz und der kommende Gegner Stuttgart seltener getroffen.

2. Tedesco hat Vieles probiert - fast alles misslang

Doch auch letzte Saison war Schalke nicht für Offensivspektakel bekannt, wurde trotzdem Vizemeister. Zu Beginn dieser Spielzeit versuchte Tedesco, den Spielstil seiner Schützlinge offensiver auszurichten. Das misslang ordentlich. Fünf Spiele, fünf Pleiten - und der Coach ruderte zurück. Das Team stabilisierte sich etwas, um dann wieder einzubrechen. Nur ein Sieg aus den letzten sechs Ligaspielen ist das Ergebnis.

Tedesco wirkt bisweilen überfordert. Der 33-Jährige hat Vieles probiert, doch fast alles misslang. "Viele Fans haben sich gefragt, ob Domenico Tedesco heute überhaupt noch Trainer ist", berichtet Sky Reporter Dirk große Schlarmann am Tag nach der Bayer-Pleite aus Gelsenkirchen. Für Sportvorstand Christian Heidel stellt sich diese Frage (noch) nicht. Dass dem Trainerteam ein erfahrener Assistent gut tun würde, ist jedoch nicht zu übersehen.

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Noch stehen Vorstand und Aufsichtsrat geschlossen hinter dem Trainer. Dass das für Teile der Mannschaft nicht mehr gilt, dürfte aber auch die Verantwortlichen alarmieren. "Noch steht Tedesco nicht zur Dispositon", weiß große Schlarmann. "Ob sich das ändert, wenn man in Stuttgart auch noch verliert, ist aber schwer abzuschätzen."

3. Die Stimmung schlägt um

Während sich mancher Trainingskiebitz also Sorgen um die Zukunft des Trainers macht, ist die Stimmung bei manch anderem längst umgeschlagen. Pfiffe und hämisches Gelächter begleiteten Phasen des teils erschreckend schwachen Heimauftritts gegen Leverkusen.

Und auch innerhalb des Teams sieht es nicht besser aus: "Das Team ist keines mehr", erklärt der Sky Reporter und fügt an. "Es gibt Grüppchen und mittlerweile sogar eine Fraktion gegen den Trainer."

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4. Die meisten Transfers erwiesen sich als Flops

Rudy, Serdar, Mascarell, Sane, Mendyl, Skrzybski und Uth - Schalke nahm im Sommer viel Geld für Neuzugänge in die Hand, die viele Beobachter durchaus als verheißungsvoll bewerteten. Doch fast alle floppten. Sinnbildlich: Königstransfer Sebastian Rudy. Der 16-Millionen-Mann stand nach zuletzt enttäuschenden Leistungen gegen Leverkusen nicht einmal im Kader.

"Die sportliche Leitung, die diesen Kader zusammengestellt hat, lehnt sämtliche Hilfe von außen ab", sagt große Schlarmann. Schalke-Boss Clemens Tönnies hatte Heidel einen Experten zur Kaderplanung zur Seite stellen wollen, Heidel sah jedoch kein Bedarf. Laut dem Schalke-Experten ein Fehler: "Ein Teil der Lösung wäre es, einen sportlichen Leiter einzustellen, der neben Christian Heidel hilft, Schalke neu aufzustellen. Denn Heidel allein wird das nicht schaffen."

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5. Auch im Tor gibt es Probleme

Mit einem konstant starken Ralf Fährmann hatte S04 auf dieser Position in den letzten Jahren praktisch nie Probleme. Dass es der 30-Jährige immer noch kann, zeigte Fährmann beispielsweise vor knapp drei Wochen gegen Hoffenheim. Doch selbst das hat sich geändert. Der Kapitän stand gegen Leverkusen neben sich, leistete sich beim Tor zum 0:2 einen fatalen Schnitzer. Zuvor beim 1:1 gegen Augsburg sah er beim Gegentor ebenfalls nicht gut aus.

So werden die Rufe nach einem Wechsel im Kasten immer lauter. Mit Alexander Nübel stünde ein junger Keeper bereit, der Fährmann während dessen Verletzung bereits drei Mal in dieser Saison vertrat. Wechselt Tedesco im wegweisenden Spiel in Stuttgart tatsächlich den Torhüter? Es wäre ein weiterer Versuch des Trainers, das Ruder irgendwie herumzureißen. Misslänge auch dieser, wird die Situation nicht angenehmer für Tedesco.

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