BVB-Talent Takato Yamamoto: Hoffen auf den nächsten Kagawa

Er kam als Unbekannter aus Japan und eroberte den BVB im Sturm. Im Jahr 2010 fragten sich die BVB-Fans noch: "Shinji wer?" Als er drei Jahre später nach seinem Wechsel zu Manchester United nicht glücklich wurde, forderten sie auf Plakaten "Free Shinji" seine Rückkehr.

Takato Yamamoto macht auf sich aufmerksam.
Image: Takato Yamamoto macht auf sich aufmerksam.  © DPA pa

Der heute 37-jährige Shinji Kagawa hat sich auch mit Toren im Derby gegen Schalke in Rekordzeit in die Herzen der Dortmunder Fans gedribbelt. Auch deshalb schauten viele Schwarz-Gelbe ganz genau hin, als ein unbekannter Japaner im Testspiel gegen Rot-Weiß Oberhausen mit Tricks und einem Tor auf sich aufmerksam machte. Sein Name: Takato Yamamoto (18).

Auf diesen zeigte er nach seinem Treffer auch selbstbewusst mit beiden Daumen auf der Rückseite seines Trikots - ganz nach dem Motto: "Seht her und merkt es euch."

Auf der Pressekonferenz vor dem Testspiel gegen Cerezo Osaka saßen die BVB-Vergangenheit und die BVB-Zukunft direkt nebeneinander - bevor sie am morgigen Tag auf dem Rasen gegeneinander antreten werden. Shinji Kagawa blickte dabei emotional auf seine eigene schwarz-gelbe Historie zurück: "Ich denke noch immer an die Titel und die Erinnerungen aus meiner Zeit in Dortmund. Was damals passiert ist und die Tage in Dortmund, die Spieler und der Trainer, mit denen ich zusammengearbeitet habe - das bleibt für immer in meinem Herzen. Ich hoffe wirklich, dass diese Verbindung weiterhin bestehen bleibt, und wünsche mir für morgen einfach ein großartiges Spiel."

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Takato Yamamoto hat beim Testspiel des BVB in Oberhausen die Blicke auf sich gezogen.

Eigentlich nicht für die erste Mannschaft eingeplant

Für Yamamoto hingegen ist die Reise in die Heimat als Teil des Profikaders ein besonderer Meilenstein auf dem Weg nach vorn: "Ich freue mich auf die Fans und die Unterstützung in Japan. Ich bin hier aufgewachsen, daher ist das ein besonderes Ziel für mich. Ich werde den Verein hier repräsentieren", erklärte der Youngster. Gleichzeitig ordnet er seine aktuelle Rolle realistisch ein und betont den eigenen Lernprozess: "Momentan lerne ich unglaublich viel, vor allem was die technische und taktische Seite angeht. Im Training merke ich, auf welchem Level gespielt wird und woran ich noch arbeiten muss."

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Wichtig ist jedoch: Yamamoto ist eigentlich gar nicht primär für die erste Mannschaft des BVB eingeplant. Platz ist für ihn im Kader von Trainer Niko Kovac nur, weil nach den Abgängen von Julian Brandt (30) und Karim Adeyemi (24) in der Offensive Vakanzen entstanden sind.

Yamamoto wurde in diesem Sommer für ein Jahr von Gamba Osaka für die U23 des BVB ausgeliehen, um das Angriffsspiel zu beleben. Der BVB-Plan sieht vor, dass er sich zunächst an den deutschen Fußball gewöhnen soll. Sollte dies gelingen, ist eine feste Verpflichtung nicht ausgeschlossen. Das gilt besonders dann, wenn der junge Japaner weiterhin solche Leistungen abrufen kann wie in seinen ersten Auftritten in Schwarz-Gelb.

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Noch ohne WM-Fahrer, dafür mit etlichen Nachwuchsspielern mit Trikotnummern jenseits der 40 verlor der BVB beim Zweitliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf 1:2.

Das zeichnet ihn aus

Sein Skill-Set zeigte deutlich, warum die BVB-Scouts auf ihn aufmerksam geworden sind: Er bewegt sich gut in den Zwischenräumen, fordert stets den Ball und präsentierte sich beim Abschluss in Oberhausen kaltschnäuzig. Für die erste Mannschaft von Gamba Osaka kam er bisher fünfmal zum Einsatz - ohne Tor und Assist, jedoch mit einer Gelben Karte.

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Auch das ist vielleicht ein Hinweis auf die Spielweise des Japaners, denn von übertriebener Höflichkeit war wenig zu sehen. Er ging überaus dynamisch in die Zweikämpfe, zeigte sich beim Torjubel wie erwähnt selbstbewusst und diskutierte im zweiten Testspiel sogar mit dem 30-jährigen Führungsspieler Serhou Guirassy darüber, wer einen Freistoß in aussichtsreicher Position ausführen dürfe. Letztlich trat Guirassy an, was Yamamoto mit sichtlich unzufriedener Körpersprache quittierte.

Der BVB hat sich einen überaus selbstbewussten japanischen Nachwuchsspieler geangelt. Ob und wie er künftig bei Kovac in der ersten Mannschaft eine Rolle spielen kann, muss er in den kommenden zwölf Monaten beweisen. Nach dem ersten Eindruck und den souveränen Auftritten am Rande des Wiedersehens mit Kagawa ist der Traum der BVB-Fans, einen neuen Publikumsliebling gefunden zu haben, jedoch nicht völlig unbegründet.

Von der Japan-Reise des BVB berichtet Jesco von Eichmann

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