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DFB-Team: Stilwandel zurück zu deutschen Tugenden

''Mehr Robustheit'': Stilwandel setzt sich im DFB-Team fort

Sport-Informations-Dienst (SID)

13.11.2019 | 15:29 Uhr

Stilwandel setzt sich fort: Zurück zu deutschen Tugenden.
Image: Stilwandel setzt sich fort: Zurück zu deutschen Tugenden.  © Getty

Mit dem personellen Umbruch hat sich auch der Spielstil der Nationalmannschaft verändert. Joachim Löw fordert vor den abschließenden EM-Qualifikationsspielen zusätzlich mehr Robustheit.

Zweikampfhärte statt ermüdende Ballbesitzphasen, Männerfußball statt Alibipässe: Joachim Löw hat mit seiner deutlichen Forderung nach mehr "Robustheit" in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft sieben Monate vor der EM einen weiteren Stilwandel eingeleitet. Die deutschen Tugenden sind plötzlich wieder gefragt.

Nachholbedarf in den deutschen Tugenden

"Wir haben viele Jahre auf einem hohen Niveau agiert und vieles spielerisch gelöst, aber international gesehen ist in den Zweikämpfen eine unglaubliche Robustheit gefragt", sagte der Bundestrainer vor dem Endspurt in der EM-Qualifikation mit den Spielen gegen Weißrussland am Samstag in Mönchengladbach und drei Tage später gegen Nordirland in Frankfurt/Main (beide 20.45 Uhr).

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Bei der Widerstandsfähigkeit und der Durchsetzungskraft im Kampf Mann gegen Mann stellte Löw zuletzt "Mängel" fest. Auch DFB-Direktor Oliver Bierhoff sieht Nachholbedarf bei den "deutschen Tugenden" und forderte eine gewisse "Bolzplatzmentalität". Die Verbesserung in diesen Bereichen ist für Löw "eine Grundvoraussetzung, um erfolgreich zu sein".

Dies gilt weniger für den letzten Schritt auf dem Weg zur EURO 2020, als viel mehr für das Turnier im kommenden Sommer. Diese klare Botschaft vermittelte der Bundestrainer auch seinen Spielern. "Es gibt viele Faktoren, wie man zu einer Robustheit im Spiel kommen kann", sagte Leon Goretzka. Er wünschte sich ein aggressiveres Defensivverhalten: "Hoch anlaufen, intensiv anlaufen, dann kommt man mehr in die Zweikämpfe rein und führt sie mit einem anderen Engagement, als wenn man passiv in der eigenen Hälfte verteidigt."

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Goretzka machte es mit Bayern München im Bundesliga-Gipfel gegen viel zu passive und harmlose Dortmunder vor. Das ist auch Tribünengast Löw nicht entgangen. Der 59-Jährige will zwar auch künftig auf spielerische Lösungen nicht verzichten, doch der von ihm nach dem WM-Desaster 2018 eingeleitete Umbruch wird von dieser mit Nachdruck geäußerten Forderung weiter fortgeführt.

Abkehr vom Ballbesitz-Fußball

Von seinem geliebten Ballbesitz-Fußball, der im vergangenen Jahr bei der WM in Russland zum großen Scheitern geführt hatte, ist Löw schon ein Stück weit abgerückt. Serge Gnabry, Timo Werner und der schmerzlich vermisste Leroy Sane (Kreuzbandriss) stehen für ein temporeiches und schnelles Umschaltspiel mit viel mehr Läufen in die Tiefe.

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"Man kann Veränderungen sehen", sagte Kapitän Manuel Neuer, der das "Jahr des Umbruchs" als "sehr positiv" bewertete. Aufgrund der zahlreichen Ausfälle sei man aber noch nicht "bei dem Punkt, an dem wir im nächsten Sommer sein möchten. Wir haben noch viel vor".

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Positiv sollen sich dabei die Einsätze vieler Nationalspieler in ihren Klubs in den internationalen Wettbewerben bemerkbar machen. "Physische Stärke bekommt man nur durch Spielpraxis. Die Erfahrungen in der Champions League machen die Spieler robuster und stärker", sagte Bierhoff. bei der 2:4-Niederlage gegen die Niederlande haben man aber gesehen, "dass wir uns weiterentwickeln müssen".

Trotz der Baustellen blickt der Europameister von 1996 dem EM-Jahr positiv entgegen. Er schaue auf ein "nicht leichtes, aber zufriedenstellendes Jahr" zurück, so Bierhoff, der aber bei der Beurteilung der Mannschaft weiterhin um "Geduld und Verständnis" bat: "Dass es bei einer jungen Mannschaft nicht immer 90 Minuten funktioniert, ist verständlich."

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Oliver Bierhoff blickt auf das Jahr des DFB-Teams zurück

Die Findung einer "neuen Struktur" sei durch die "vielen Verletzungen" erschwert worden. Das soll sich mit dem Lehrgang im März ändern. Seine Vorstellungen hat Löw zumindest jetzt schon deutlich gemacht. Denn der Bundestrainer weiß auch, dass ihm bis zum EM-Start (12. Juni) die Zeit davonläuft.

Sport-Informations-Dienst (SID)

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