Die Gründe für das Real-Aus von Xabi Alonso
Er kam als Heilsbringer, er geht nach einer "qualvollen Zeit". Das Projekt in der spanischen Hauptstadt ist krachend gescheitert. Doch schon jetzt werden Top-Klubs aus England als mögliche neue Stationen für den Star-Coach gehandelt.
13.01.2026 | 08:32 Uhr
"Ein Erdbeben", "eine Bombe" - oder das Ende "eines Albtraums": Der tiefe Fall von Xabi Alonso bei Real Madrid hat für eine Erschütterung im europäischen Fußball gesorgt. Nur 232 Tage dauerte die Amtszeit des Basken, der den Job im Sommer mit hohen Erwartungen angetreten hatte.
Der Abschied erfolgte laut einer Vereinsmitteilung in "gegenseitigem Einvernehmen" und etwas überraschend nach der Clasico-Pleite im Supercup gegen den FC Barcelona (2:3) am Sonntagabend. Zuvor hatte Real fünf Siege in Folge geholt.
Fehlender "Rock'n'Roll" und Spannungen
Die spanische Zeitung AS schrieb nun aber von einer "qualvollen Zeit für fast alle Beteiligten". Die Marca warf Xabi Alonso hingegen vor, dass er sein "Rock'n'Roll"-Versprechen nicht eingehalten habe. Und: "Dem Team fehlte es fast immer an Elan und Energie." In einem anderen Kommentar warf die Marca den Verantwortlichen jedoch vor, "eine goldene Chance" mit Alonso leichtfertig vergeben zu haben.
Die Sport führt an, dass auch das Verhältnis zur Mannschaft nicht mehr intakt gewesen sein soll: "Einer der Hauptauslöser (der Trennung) war das Verhältnis zwischen den Spielern und Xabi Alonso. Schon seit der Klub-WM haben die Methoden und Entscheidungen des Trainers einen Teil der Mannschaft nicht überzeugt. Dass der Klub sich in entscheidenden Momenten auf die Seite der Spieler stellte, führte zu einem spürbaren Machtverlust des Trainers in der Kabine."
Lockt nun die Premier League?
Neben dem angespannten Verhältnis zu Teilen seiner Mannschaft war der Tenor der internationalen Analysen, dass Alonso es nicht gelungen sei, den Spielstil, mit dem er einst Bayer Leverkusen zum Double geführt hatte, in Madrid zu implementieren.
Auch Alonsos Zukunft rückte schnell in den Vordergrund. Sein Status als verfügbarer Coach falle "in eine Phase großer Bewegung auf dem Trainermarkt", schrieb die britische Sun. Manchester United sei auf der Suche, auch Manchester City komme infrage, sollte Teammanager Pep Guardiola den Klub im Sommer verlassen. "Die interessanteste Trainerstation könnte jedoch eine Rückkehr zu einem weiteren ehemaligen Klub nach Liverpool sein, was den Druck auf Arne Slot erhöhen würde", schrieb das Boulevardblatt.
Nachfolger steht bereits fest
In Madrid übernimmt Alvaro Arbeloa, zuletzt Trainer der zweiten Mannschaft. Alonsos früherer Mitspieler bei Real wird am Dienstag vorgestellt und soll einen Tag später im Achtelfinale der Copa del Rey beim Zweitligisten Albacete Balompie erstmals auf der Bank sitzen.
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