Duell der Superstars: Chile und Vidal vs. Portugal und Ronaldo
Confed-Cup-Halbfinale
28.06.2017 | 13:57 Uhr
"Krieger" Arturo Vidal und Knipser Alexis Sanchez gegen "Schreckgespenst" Cristiano Ronaldo. Im Halbfinale des Confed Cups zwischen Chile und Portugal kommt es heute Abend zum Duell der Superstars.
Nach dem Viertelfinal-K.o. mit dem FC Bayern gegen Real Madrid in der Königsklasse soll es für Vidal nicht das nächste Ronaldo-Trauma geben. "Ronaldo ist in Topform, aber sie haben mehr zu bieten als nur ihn. Wir sind schon zuvor auf andere Teams von ihrer Qualität getroffen und haben gut darauf reagiert. Chile müsse sich wahrlich nicht verstecken. Wir müssen einfach an uns selbst glauben", so der 30-Jährige. Die neue Angriffslust des Copa-America-Meisters hat auch damit zu tun, dass er sein Image als Underdog mittlerweile abgelegt hat und Großmächte wie Deutschland oder Brasilien regelmäßig herausfordert.
Ein Spaziergang wird es dennoch nicht für die Südamerikaner. Denn Portugal ist nach dem EM-Titel 2016 auf den Geschmack gekommen und will die nächste Trophäe. "Wir wollen in die Geschichtsbücher eingehen. Der Turniersieg wäre natürlich ein Traum", schwärmte Ronaldo.
In Russland beantwortete der ins Zwielicht geratene 32-Jährige nach dem Wirbel um die Steueranschuldigungen und angeblichen Wechselgedanken keine Journalistenfragen, gab höchstens kurze Statements nach seiner routinemäßigen Wahl zum Spieler des Spiels ab. Beim Confed Cup reichten bislang auch nur kurze Glanzmomente des Kapitäns für den lockeren Halbfinaleinzug Portugals.
Es ist ein Duell zweier fußballverrückter Nationen, die mit ähnlichen Voraussetzungen in Russland antreten. Beide Mannschaften können sich neben der Starpower auf ihre Erfahrungen verlassen. Portugal und Chile haben die zwei ältesten Teams bei diesem Turnier, beim 1:1 gegen Deutschland vertraute Chiles Coach Juan Antonio Pizzi einer Startelf mit einem Altersschnitt von über 30 Jahren.
Portugal mit Personalsorgen
Können aber die Best-Ager Vidal (30), Sanchez (28), Leverkusens Charles Aranguiz (28) und Marcelo Diaz (30) das laufintensive Pressing durchhalten? Zumindest plagen die Chilenen keine Personalsorgen - im Gegensatz zu Portugal. Pepe fehlt in der zentralen Abwehr gesperrt, Dortmunds Außenverteidiger Raphael Guerreiro musste nach seiner Knöchelverletzung auch im Abschlusstraining aussetzen.
So nährt sich die Hoffnung von Diaz - der schon auf ein erneutes Duell mit dem Weltmeister spekuliert. "Ich würde gerne wieder gegen Deutschland spielen", sagte der frühere Bundesligaprofi.