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Ein Jahr zum Vergessen: Neymar und sein tiefer Fall

Superstar in prekärer Situation

Robin Schmidt

14.06.2019 | 21:13 Uhr

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Neymar ist nach den Vergewaltigungsvorwürfen gegen ihn erneut von der Polizei in Rio de Janeiro vernommen worden.

Neymar erlebt ein Jahr zum Vergessen. Nicht nur aufgrund des Vergewaltigungsvorwurfs befindet sich Brasiliens Superstar in einer prekären Situation.

In der Nacht von Freitag auf Samstag eröffnet Gastgeber Brasilien gegen Bolivien die Copa America. Kurz vor dem Auftakt werden die Schlagzeilen aber nicht von sportlichen Themen bestimmt. Im Mittelpunkt der Berichterstattung steht Neymar.

Zwar verpasst Brasiliens Superstar die Südamerika-Meisterschaft aufgrund eines Bänderrisses, doch der Vergewaltigungsvorwurf gegen seine Person schlägt hohe Wellen.

Nach einer Liebesnacht am 15. Mai in einem Luxushotel in Paris war Neymar vom brasilianischen Model Najila Trindade am 31. Mai bei der zum Schutz für Frauen zuständigen Polizeidienststelle in Sao Paulo wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt worden. Seitdem sorgt der Fall nicht nur in seiner Heimat, sondern weltweit für Aufsehen. Der immer noch teuerste Fußballer der Welt ist am Tiefpunkt seiner Karriere angelangt - auch sportlich.

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Nur 58 von möglichen 112 Spielen für PSG bestritten

Gerade 2019 ist für den extrovertierten Offensivakteur bislang ein Jahr zum Vergessen. Ende Januar zog er sich wie schon im Vorjahr eine Mittelfuß-Verletzung zu, die ihn monatelang außer Gefecht setzte. Auch seiner Verletzungsanfälligkeit ist es geschuldet, dass er den hohen Erwartungen in Paris bislang nie gerecht werden konnte.

Sowohl er persönlich als auch Paris St. Germain haben sich vom 222-Millionen-Transfer viel erhofft. Neymar sollte nicht nur Glanz und Glamour, sondern auch den Henkelpott in die französische Hauptstadt bringen und zugleich zum besten Fußballer des Planeten aufsteigen.

Doch statt den beiden Weltfußballern Cristiano Ronaldo und Lionel Messi den Thron streitig zu machen, musste er Anfang März tatenlos an der Seitenlinie miterleben, wie PSG mal wieder im Achtelfinale der Champions League an Manchester United scheiterte. Überhaupt: Neymar bestritt von 112 möglichen Pflichtspielen nur 58 Partien im PSG-Dress. Der Frust darüber sitzt erkennbar tief.

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Eskapade folgt auf Eskapade

Nach dem Aus in der Königsklasse beleidigte er den Schiedsrichter via Instagram. Die UEFA reagierte und sperrte den Torjäger für drei Spiele. Wenige Wochen später leistete er sich die nächste Eskapade, als er einen Zuschauer nach der überraschenden Pokalpleite gegen Stade Rennes ins Gesicht schlug.

Auch für dieses Vergehen wurde er für drei Spiele gesperrt. Doch damit nahmen die Hiobsbotschaften kein Ende. Im Gegenteil. Seine Entgleisungen wirkten sich auch auf die Selecao aus. Nationaltrainer Tite entzog ihm Ende Mai die symbolträchtige Kapitänsbinde, es folgten der Vergewaltigungsvorwurf sowie der Bänderriss im Testspiel gegen Katar.

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Eine Frau hat gegen Superstar Neymar Strafanzeige wegen Vergewaltigung erstattet. Via Instagram beteuert der Brasilianer seine Unschuld und liefert Auszüge aus einem Chat (Video-Länge: 1:37 Min).

Pele: "Schwierig geworden, Neymar zu verteidigen"

"Es ist schwierig geworden, Neymar nach allem, was er außer Fußballspielen macht, zu verteidigen. Ich bin mit ihm zweimal in Europa zusammengekommen und habe ihm gesagt: ‚Junge, dieses Talent hat dir Gott gegeben. Aber was du angestellt hast, macht die Sache kompliziert'", sagte Brasiliens Fußball-Ikone Pele kürzlich im Interview mit Folha de S. Paulo.

Neymar selbst war am Donnerstag erneut von der Polizei in Sao Paulo knapp drei Stunden lang verhört worden. "Der einzige Wunsch, den ich jetzt habe, ist, dass dieser Fall möglichst schnell zu Ende geht", sagte der PSG-Stürmer.

Und weiter: "Die Wahrheit kommt früher oder später ans Tageslicht." Besser früher als später, denn sein Ruf ist jetzt schon in Mitleidenschaft gezogen worden.

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