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Erkenntnisse im Titelkampf zwischen Bayern, BVB, Leipzig und Gladbach - Bundesliga

Titel-Krimi spitzt sich zu! Die fünf Erkenntnisse der zwei Knaller-Duelle

Lucia Hauck

11.02.2020 | 14:39 Uhr

Der Titelkampf ist in dieser Saison spannend wie lange nicht. Quelle: Sky/Getty/dpa
Image: Der Titelkampf ist in dieser Saison spannend wie lange nicht. Quelle: Sky/Getty/dpa

Das Spitzenspiel zwischen dem FC Bayern und RB Leipzig bot zwar nicht das erhoffte Feuerwerk, dafür aber ein wichtiges Signal für den restlichen Saisonverlauf: Der Kampf um die Meisterschaft bleibt spannend!

Sky Sport fasst zusammen, welche Erkenntnisse das Wochenende für den Titel-Krimi lieferte.

1. Leipzig liegt die Verfolgerrolle

Nach zuletzt drei Pflichtspielen ohne Sieg - darunter das Aus im DFB-Pokal gegen Eintracht Frankfurt - und dem Verlust der Tabellenführung, waren die Leipziger "nicht mit dem allergrößten Selbstvertrauen", wie es Trainer Julian Nagelsmann formulierte, nach München gereist.

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Doch eben diese Situation nahm den Sachsen offenbar ein wenig den Druck von den Schultern. Leipzig überließ den Münchnern die Spielgestaltung und lauerte auf seine Chancen. "Ich habe bewusst gesagt, die Jungs sollen vor allem in den ersten 20 Minuten kein extremes Risiko nehmen", erklärte der RB-Coach seinen Plan: "In der zweiten Halbzeit kommst du dann mit dem Gefühl raus, dass Bayern vielleicht schlagbar ist."

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Leipzigs Taktik beim Spitzenspiel in München ging für Julian Nagelsmann auf.

Geschlagen hat man den Rekordmeister zwar nicht, man sei für den Auftritt in München aber dennoch "ganz ordentlich belohnt" worden, findet Nagelsmann. Auch Marcel Halstenberg bestätigte: "Wir sind zufrieden mit dem Punkt."

Leipzig bleibt damit weiter in der Verfolgerrolle - und in der fühlt sich die Nagelsmann-Elf nun offenbar wohler als in der Pole Position. "Als Titelanwärter Nummer Eins gehandelt zu werden, hat uns vielleicht nicht gutgetan", bestätigte Timo Werner.

2. Die Bayern haben Respekt

Wenn in dieser Saison bisher ein Top-5-Team in München zu Gast war, machten die Bayern kurzen Prozess. Borussia Dortmund schickte man 4:0 nach Hause, Schalke 04 kassierte in der Allianz Arena sogar fünf Stück (5:0).

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Gegen RB Leipzig agierte der Rekordmeister vor heimischer Kulisse allerdings ungewöhnlich vorsichtig. "Wir konnten nicht so über unseren Schatten springen", stellte Thomas Müller fest: "Wir hatten nicht diese Energie, diesen absoluten Siegeswillen."

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Bayern-Trainer Hans-Dieter Flick ist mit dem Punktgewinn gegen Leipzig zufrieden.

Die Münchner begannen zwar sehr dominant, hatten in der Anfangsphase zwischenzeitlich 80 Prozent Ballbesitz. Nachdem sich die Flick-Elf dafür aber nicht mit einem Torerfolg belohnen konnte, fiel die Spannung etwas ab.

"Wir haben es verpasst, aus dem Spiel unser Spiel zu machen", kritisierte Müller und fasste zusammen: "Es war viel drin, es war aber auch gleichzeitig nichts drin." So müssen die Münchner nun, wie es Joshua Kimmich formulierte, "mit dem Unentschieden leben."

3. Dortmund hat Glück im Unglück

Das Ergebnis in der Allianz Arena spielt wiederum den beiden Borussias in die Karten. Während die Gladbacher durch ihr Nachholspiel gegen Köln noch auf einen Punkt an den FC Bayern heranrücken können, bleibt auch der BVB trotz Niederlage in Leverkusen (3:4) voll im Titelrennen.

Allerdings offenbarten die Dortmunder gegen die Werkself erneut ihre Anfälligkeit in der Defensive. Die Haaland-Euphorie fand gegen Bayer ein jähes Ende, als man einmal mehr in dieser Saison ein Spiel trotz zwischenzeitlicher Führung verlor.

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Dortmunds Trainer Lucien Favre kritisiert das Defensivverhalten seiner Mannschaft.

"Wir bekommen zu viele Gegentore. Die Tore gegen uns fallen zu einfach", kritisierte Sportdirektor Michael Zorc nach der Partie, dabei ist Trainer Lucien Favre das Problem durchaus bekannt: "Ich probiere mein Bestes, um die richtigen Dinge zu korrigieren", sagte er gegenüber Sport1: "Aber ich hatte, seitdem ich Trainer bin, selten eine Mannschaft, die solche Schwierigkeiten hat."

Sky Experte Didi Hamann geht mit den Dortmundern bei Sky90 hart ins Gericht: "Das kann dir einmal in der Saison passieren, aber nicht dreimal in sechs Wochen, das geht nicht. Die entwickeln sich nicht weiter. Die haben mal eine gute Phase, wo sie ein Tor mehr schießen, Gegentore kassieren sie aber immer."

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In diesem Video (Länge: 2:04 Minuten) analysiert Sky Experte Dietmar Hamann die Probleme von Borussia Dortmund.

4. Defensive gewinnt Meisterschaften

Nun könnte aber genau die Stabilität in der Abwehr im Titelkampf das Zünglein an der Waage werden - und nicht Offensiv-Virtuosen wie Erling Haaland, Timo Werner oder Robert Lewandowski.

Die beiden Letzteren waren im Spitzenspiel am Sonntag nämlich nicht die entscheidenden Akteure auf dem Platz. Beide brachten nur einen Torschuss auf den gegnerischen Kasten und kamen jeweils nur auf 45 Ballaktionen. Das lag auch daran, dass die Defensiv-Abteilung der beiden Teams die Top-Stürmer größten Teils aus dem Spiel nahmen.

Damit sicherten sich beide Mannschaften einen wichtigen Punkt im Titelrennen, während dem BVB sein Offensivdrang in Leverkusen zum Verhängnis wurde.

5. Titelkampf bleibt spannend

Aktuell trennen die ersten vier Mannschaften lediglich vier Punkte. „Das ist ja das, was alle wollen", betonte Flick: „Wir wissen, dass es noch 13 Spieltage sind und dass es noch ein harter Weg ist, um am Ende Meister zu werden."

Und Leipzig weiß nun auch, wie Halstenberg anmerkte, "dass wir mithalten können".

Dies führt auch zur wichtigen Erkenntnis für alle Fußball-Fans: Der Titel-Krimi bleibt weiter extrem spannend!

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