FC Bayern News: Süle, Sarr oder Kimmich - wer ersetzt Pavard?
Wer ersetzt Pavard? Bayerns neuralgische Rechtsverteidiger-Thematik
20.02.2021 | 13:59 Uhr
Benjamin Pavard steht dem FC Bayern vorerst nicht zur Verfügung. Der Franzose wurde am Donnerstag positiv auf das Coronavirus getestet. Damit müssen die Münchner auf der Postion des Rechtsverteidigers einmal mehr improvisieren, zumal der eigentliche Backup, Bouna Sarr, bislang nicht überzeugen konnte.
Der FC Bayern ist am Samstag (ab 15:30 Uhr LIVE auf Sky) beim derzeitigen Team der Stunde, Eintracht Frankfurt, gefordert. Ausgerechnet vor dem Kracher-Duell bei den formstarken Hessen muss Trainer Hansi Flick auf zahlreiche Spieler verzichten.
Rechte Abwehrseite kristallisiert sich als Achillesferse heraus
Neben Alexander Nübel, Tanguy Nianzou, Corentin Tolisso, Thomas Müller, Serge Gnabry sowie Douglas Costa fällt nun auch noch Benjamin Pavard aus, der ebenfalls wie Müller positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Damit klafft auf der Position des Rechtsverteidigers einmal mehr ein großes Loch. Die rechte Abwehrseite war bereits in den vergangenen Wochen und Monaten die Achillesferse und zugleich die Schwachstelle des FCB.
Und genau diese steht am Samstag vor einer gewaltigen Belastungsprobe. Denn diese Seite bekommt es mit Filip Kostic zu tun, der sich derzeit in einer bestechenden Form befindet. Der Linksaußen der Frankfurter Eintracht hat in den vergangenen sechs Spielen stolze zehn Scorerpunkte beigesteuert und auf seiner Außenbahn für reichlich Betrieb gesorgt.
Ihn gilt es am Samstag zu stoppen. Doch wer soll diese Aufgabe bei den Bayern übernehmen? Klar ist: Pavard, der angestammte Rechtsverteidiger, steht dem deutschen Rekordmeister nicht zur Verfügung. Normalerweise wäre dann sein Landsmann Bouna Sarr an der Reihe, denn genau für solche Fälle wurde der Backup im vergangenen Sommer geholt.
Das betonte auch Sky Reporter Uli Köhler. ''Das wäre ja eigentlich die logische Antwort, wenn Pavard ausfällt''. Allerdings habe sich dieser nicht wirklich für weitere Einsätze empfohlen. ''Ich weiß nicht, ob Hansi Flick genügend Vertrauen in Sarr hat'', entgegnete Köhler und ergänzte: ''Er hat gegen Bielefeld auch nicht wirklich überzeugen können.''
Sarr mit viel Luft nach oben
In dieselbe Kerbe schlägt auch Sky Reporter Marc Behrenbeck. ''Sarr hat am Montag bewiesen, dass er aktuell nicht ein Spieler ist, der dem FC Bayern weiterhilft, sondern komplett außer Form ist und nicht das Niveau hat, beim FC Bayern zu spielen.''
Der 29-Jährige hat in dieser Saison erst vier Spiele in der Bundesliga gemacht und scheint an der Säbener Straße noch nicht wirklich angekommen zu sein. Sowohl defensiv als auch offensiv hat der gebürtige Lyoner noch deutlich Luft nach oben.
Es spricht nicht viel dafür, dass Sarr in Frankfurt in der Startelf stehen wird. Eine andere Option lautet Joshua Kimmich. Der 26-Jährige kennt diese Position wie seine Westentasche, doch das Mentalitätsmonster ist aus der Mittelfeldzentrale nicht mehr wegzudenken. Flick hatte immer wieder betont, wie wichtig der deutsche Nationalspieler für ihn auf der Sechs sei.
Dennoch ist die Variante mit Kimmich als Rechtsverteidiger nicht auszuschließen. Denn durch die Rückkehr von Leon Goretzka und Jerome Boateng hat der Bayern-Trainer wieder mehr Optionen. So könnten beispielsweise David Alaba und Marc Roca die Doppel-Sechs bilden, und Goretzka eine Reihe davor hinter der Spitze agieren. Dafür würde Boateng gemeinsam mit Lucas Hernandez in der Innenverteidigung auflaufen.
Muss Süle erneut aushelfen?
Die wahrscheinlichste Variante, wenn es um die Besetzung des Rechtsverteidigers geht, heißt jedoch Niklas Süle. Der gebürtige Frankfurter sei laut Behrenbeck die ''naheliegendste Lösung auf dieser Position, weil er es dort ordentlich gemacht hat'.'
In dieser Saison wurde der Abwehrhüne bereits drei Mal auf der für ihn ungewohnten Position eingesetzt. Alle drei Spiele haben die Bayern gewonnen, darunter der 2:1-Erfolg im Spitzenspiel bei Bayer 04 Leverkusen. Süle bringt zwar nicht die offensive Qualität eines Kimmichs mit, doch seine defensive Interpretation dieser Position könnte für das Spiel gegen Frankfurt genau das Richtige sein.
Bildergalerie: Zehn Statistiken, die für Frankfurt im Duell mit Bayern sprechen
Denn in erster Linie geht es darum, den formstarken Kostic vom eigenen Strafraum fernzuhalten. Für diese Aufgabe wäre Süle wohl die beste Lösung. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie sich Flick entscheiden wird. Auf der obligatorischen Pressekonferenz konnten keine weiteren Erkenntnisse gesammelt werden.
Klar ist: Bayerns neuralgische Rechtsverteidiger-Thematik startet mal wieder von vorne.