FC Bayern und das Triple: Warum die Münchner reif für Europas Thron sind
Der FC Bayern zählt zu den größten Favoriten auf die Champions League. Nach dem Double-Sieg und einer gezielten Kaderverstärkung sind die Münchner so gut aufgestellt wie seit Jahren nicht mehr. Vieles spricht dafür, dass der Rekordmeister um das Triple spielt.
26.08.2026 | 23:01 Uhr
Der FC Bayern hat den ersten Titel der Saison bereits gewonnen. Nun richten sich die Blicke auf die Champions League. Die Voraussetzungen für eine außergewöhnliche Spielzeit sind vorhanden.
Das viel zitierte Double ging in der vergangenen Saison nach München. Endlich mal wieder kann man sagen, denn es war der erste Pokalsieg seit 2020. Damals holte der FC Bayern das, wonach man sich im Verein eigentlich jedes Jahr sehnt: das Triple.
Dank des Gewinns dreier weiterer Titel (UEFA- und DFL-Supercup sowie Klub-WM) war's damals unter der Regie von Trainer Hansi Flick letztendlich sogar das Sextuple. Die Mannschaft spielte wie aus einem Guss, gewann beispielsweise im Viertelfinale des coronabedingten Königsklassen-Turniers mit 8:2 gegen den FC Barcelona. Die Qualität im Kader war damals groß, dennoch traute kaum jemand den Münchnern den Gewinn des Henkelpotts zu. Mittlerweile ist das anders.
Manuel Neuer hält es "auf jeden Fall" für möglich, wie er am 12. August im Interview mit Sky Sport erklärte. Konrad Laimer sagte am Rande des traditionellen Lederhosen-Fotoshootings: "Wenn du beim FC Bayern bist, willst du immer jeden einzelnen Titel gewinnen. Die Champions League gehört dazu". Klare Ziele, klare Ansage.
Kader strotzt vor Qualität
Neuer und Laimer tragen direkt einen wichtigen Teil zum ersten Argument pro Triple bei: der Kader-Qualität. Auf der Torhüterposition ist man dank Neuer und Jonas Urbig doppelt besetzt, auf der rechten Abwehrseite mit Laimer und Josip Stanisic. Dieses Spiel lässt sich im restlichen Kader beliebig weiterspielen.
In der Innenverteidigung tummeln sich mit Jonathan Tah, Dayot Upamecano und Min-jae Kim drei Top-Kräfte. Links werden sich Alphonso Davies und Nathaniel Brown (kam von Frankfurt) einen Kampf um die Startelf-Einsätze liefern. Vor der Abwehr buhlen neben Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic Tom Bischof und Bara Ndiaye um Einsatzzeit. Und in der Offensive ist mit Michael Olise, Lennart Karl, Serge Gnabry, Neuzugang Ismael Saibari (kam von Eindhoven), Jamal Musiala Luis Diaz und natürlich Harry Kane so viel Qualität vorhanden wie in kaum einem anderen Kader dieser Welt.
Hinzukommt, dass viele Akteure zwei oder mehr Positionen spielen könne. Stichwort "polyvalent". Bestes Beispiel hierfür ist Brown, der links und rechts hinten, aber auch auf den offensiven Außenbahnen und (wie im Franz-Beckenbauer-Supercup gegen den BVB) sogar auf der Zehn spielen kann. Und: Viele Spieler sind entweder im "perfekten Fußballer-Alter", also etwa zwischen 25 und 30 Jahre alt; oder sogar noch jünger und damit hochgradig entwicklungsfähig. Karl (18), Bischof (21), Urbig und Nathaniel Brown (beide 23) sind hier die perfekten Beispiele.
Coach & Chefetage sorgen für Konstanz
"Jung" ist auch das richtige Stichwort beim Coach, denn mit seinen 40 Jahren ist Vincent Kompany einer der jüngsten Top-Klub-Trainer Europas. Entsprechend lernt auch er von Jahr zu Jahr noch viel dazu. Der Belgier ist ehrgeizig, lebt den Fußball und mit seiner sympathischen Art das idealer Aushängeschild des FCB. Und: Seit seiner Verpflichtung gibt es endlich wieder Konstanz auf der Trainer-Position.
Die hat der FC Bayern auch eine Ebene höher. Am Dienstagabend wurden die Verträge mit Sportvorstand Max Eberl und dem Vorstandsvorsitzenden Jan-Christian Dreesen wie erwartet bis 2029 verlängert. Eberl ist seit März 2024 beim FC Bayern, Dreesen sogar seit Mai 2023. Auch Sportdirektor Christoph Freund (seit September 2023 im Amt) soll zeitnah ein neues Arbeitspapier unterzeichnen.
Bayern mit Titelhunger
Und dann wäre da noch der Aspekt "Motivation". Die ist beim Deutschen Rekordmeister im Grunde immer am oberen Ende der entsprechenden Skala. Nach dem zumindest relativ unglücklichen Ausscheiden im Champions-League-Halbfinale gegen Paris Saint-Germain (5:4 und 1:1 in Hin- und Rückspiel), bei dem Karl und Gnabry verletzungsbedingt fehlten, sollte diese Motivation in der kommenden Saison aber nochmal etwas größer sein. Und manchmal sind diese paar Prozentpunkte eben entscheidend - wie beispielsweise 2013, als man ein Jahr nach dem verlorenen "Finale dahoam" den Henkelpott nach München holte.
Einen Titel hat der FC Bayern mit dem Franz-Beckenbauer-Supercup (2:1-Sieg bei Borussia Dortmund) bereits auf der Haben-Seite. Es winkt also - zumindest theoretisch - mindestens das Quadruple. Dass die Bayern wieder einmal alles daran setzen werden, um die hochgesteckten Ziele zu erreichen, steht außer Frage. Dafür haben sie passenderweise schon mal einige Argumente auf ihrer Seite.
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