FC Bayern verpasst Bundesliga-Rekord, Karim Adeyemi bleibt beim BVB erstmal nur die Joker-Rolle - Thesen zum Start der Rückrunde
Nur einen Tag nach dem offiziellen Abschluss der Bundesliga-Hinrunde beginnt ab dem 16. Januar bereits mit dem 18. Spieltag die Rückrunde.
16.01.2026 | 14:54 Uhr
Sky Sport stellt fünf steile Thesen zur zweiten Saisonhälfte im deutschen Fußball-Oberhaus auf.
1. Bayern verpasst den Bundesliga-Rekord
47 Punkte nach 17 Spielen, die beste Hinrunde der Bundesliga-Geschichte und ungeschlagen. Der FC Bayern München spielte in der ersten Saisonhälfte die Sterne vom Himmel. Auf den ersten Verfolger Borussia Dortmund beträgt der Vorsprung bereits satte elf Punkte. Nur Union Berlin und Mainz 05 konnten gegen die Münchner punkten.
Und doch wird das Starensemble von Trainer Vincent Kompany den Bundesliga-Punkterekord am Saisonende nicht knacken. In der Triple-Spielzeit 2012/13 unter Coach Jupp Heynckes hatte der FCB damals am Ende 91 Zähler auf dem Punktekonto. In der Rückrunde holte der deutsche Rekordmeister vor 13 Jahren 49 von 51 möglichen Punkten.
Der Fokus der Kompany-Elf wird angesichts des deutlichen Vorsprungs in der Liga auch auf den anderen Wettbewerben liegen. Im DFB-Pokal standen die Bayern seit dem Erfolg in der Saison 2019/20 nicht mehr im Halbfinale, wollen unbedingt wieder mal nach Berlin. Und auch in der Champions League ist das Ziel ganz klar das Erreichen des Endspiels in Budapest. In den vergangenen fünf Spielzeiten war viermal im Viertel- und einmal im Halbfinale Endstation.
Um auch in der Crunch Time am Saisonende in Bestform zu sein, muss Kompany zwangsläufig die Belastung steuern und Prioritäten setzen. Daher wird der FC Bayern in der Rückrunde häufiger stolpern als in der Hinrunde. Zudem stehen auch noch richtige Bewährungsproben in der Liga an. Denn in der Rückrunde gastiert der FCB unter anderem bei RB Leipzig (17.1.), in Dortmund (28.2.) und zwei Wochen später bei Bayer 04 Leverkusen.
2. Karim Adeyemi bleibt eine Mystery Box & zunächst nur Joker
Borussia Dortmund spielte mit 36 Punkten bei nur einer Niederlage statistisch eine starke Hinrunde. Der BVB ist voll auf Kurs Champions League. Anders als in den vergangenen Jahren, wo die Schwarz-Gelben oftmals in der ersten Saisonhälfte viele Zähler liegengelassen haben und in der Rückrunde zur Aufholjagd ansetzten, hat Trainer Niko Kovac Konstanz in die Leistungen seines Teams gebracht.
Dennoch gibt es einige Unruhen im Team. Die größte ist sicherlich Karim Adeyemi, der immer wieder mit seinem Verhalten aneckt. Disziplinfanatiker Kovac hat dem deutschen Nationalspieler bereits deutlich mitgeteilt, was er von den launischen Aktionen des Offensivakteurs hält. Zuletzt durfte Adeyemi in Frankfurt und gegen Bremen nur als Joker für insgesamt 21 Minuten ran.
Adeyemi bleibt eine Mystery Box, darf sich in der Rückrunde keinen weiteren Fehltritt leisten. Aktuell hat sich der gebürtige Münchner durch sein Verhalten um einen Stammplatz gebracht. Er steht unter Beobachtung. Erst einmal wird Adeyemi auch nur die Joker-Rolle bleiben. Der ehemalige Salzburger muss nun mit Fleiß und Einsatz im Training überzeugen und sich beweisen. Kovac wird auch weiterhin hart bei Adeyemi durchgreifen.
3. Ein Top-Verein qualifiziert sich nicht für Europa
Hinter den Bayern und Dortmund finden sich in der Tabelle die bekannten Top-Vereine der vergangenen Jahre wieder: Leipzig, VfB Stuttgart, Leverkusen und Frankfurt. Dazwischen tummelt sich aber auch überraschend die TSG Hoffenheim. Nach einer schwachen Vorsaison, in der der Abstieg nur knapp vermieden wurde, haben sich die Kraichgauer im oberen Tabellendrittel festgesetzt.
Trotz der schmerzvollen Abgänge wichtiger Spieler wie Tom Bischof, Anton Stach oder Pavel Kaderabek hat Trainer Christian Ilzer, der auch in schwierigen Momenten stets Rückendeckung bekommen hat, eine konkurrenzfähige Einheit geformt. Die TSG-Ikonen Andrej Kramaric und Oliver Baumann performen nach wie vor auf höchstem Niveau, Neuzugänge wie Leon Avdullahu, Albian Hajdari, Wouter Burger, Tim Lemperle, Bernardo, Vladimir Coufal und Rückkehrer Fisnik Asllani haben allesamt voll eingeschlagen.
Die TSG, die nur eine der vergangenen zehn Bundesliga-Partien verloren hat, trifft direkt zum Rückrundenstart auf Leverkusen (17.1.) und gastiert danach in Frankfurt (24.1.). Die Chance wird das Ilzer-Team nutzen, um sich weiter von der direkten Konkurrenz um Europa abzusetzen und sogar die Champions-League-Ränge ins Visier nehmen. Hoffenheim ist ein heißer Kandidat für einen internationalen Platz und wird diesen am Saisonende auch einfahren. Das bedeutet aber, dass sich Bayer, die SGE oder der VfB nicht über die Liga für den Europapokal qualifizieren werden.
4. Effenbergs "Bestmarke" ist bald Geschichte
370 Bundesliga-Spiele hat Stefan Effenberg zwischen 1987 und 2003 für Borussia Mönchengladbach, den FC Bayern sowie den VfL Wolfsburg absolviert. Eine stolze Bilanz. Genauso wie seine 110 Gelben Karten und insgesamt sieben Platzverweise. Damit ist der Tiger weit vorne, steht bei den Verwarnungen gar an der Spitze der Bundesliga-Historie. Doch seine "Bestmarke" wackelt bedenklich.
Denn Dominik Kohr hat beim Rückrundenabschluss gegen den 1. FC Heidenheim seine insgesamt 103. Gelbe Karte gesehen. Diese sammelte "Hard-Kohr" in bislang 319 Bundesliga-Partien für Leverkusen, Augsburg, Frankfurt und Mainz seit 2012. Kohr hat nun noch 17 Spiele "Zeit", bereits in dieser Spielzeit Effenberg abzulösen. Sportlich, aber nicht unmöglich - Kohr wird die effenbergische 110er-Marke noch in der Rückrunde durchbrechen. Seit dieser Saison hält der Defensivspieler schon den Rekord für die meisten Platzverweise (9) der Bundesliga-Historie.
5. Ein Bundesliga-Märchen findet sein Ende
Am 34. Spieltag gastiert Kohr mit seinen Mainzern in Heidenheim. Beim aktuellen Tabellenschlusslicht wird dann eine lange Ära zu Ende gehen. Frank Schmidt steht bei den Schwaben seit 2007 an der Seitenlinie, führte den FCH von der fünften Liga bis in die Bundesliga, hielt dort mit dem Underdog zweimal die Klasse und erreichte mit seiner Mannschaft sogar die Playoffs der Conference League in der Vorsaison.
Nun aber wird nach drei Jahren Bundesliga am 16. Mai mit dem letzten Heimspiel der Saison ein Märchen enden. Denn die Zukunft von Schmidt ist trotz eines gültigen Vertrags bis 2027 noch offen. Mit dem Abstieg wird der 52-jährige gebürtige Heidenheimer am Ende der Spielzeit nach 19 Jahren den Weg für einen Neustart in der 2. Bundesliga freimachen. Das Spiel gegen Mainz wird sein 745. und letztes Spiel als Trainer seines Herzensklubs sein.
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