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Hamburg Derby: Dieter Hecking nimmt Pleite auf seine Kappe

HSV & Hecking nach Derby am Boden: "Nehme ich auf meine Kappe"

Thomas Goldmann

29.02.2020 | 12:54 Uhr

Das Derby verloren, Platz zwei verspielt, die Stimmung am Tiefpunkt. Dieter Hecking musste mit dem Hamburger SV gegen den FC St. Pauli eine bittere Pleite einstecken, für die er überraschend ehrliche Worte fand.

Das Wetter passte nach der denkwürdigen 0:2-Pleite gegen den FC St. Pauli zur Stimmung von Dieter Hecking. Der HSV-Coach schlenderte nach der zweiten Derby-Niederlage in dieser Saison gegen den Erzrivalen über den durchgeweichten Platz im Volksparkstadion. Womöglich hatte er sich da schon jene Worte zurechtgelegt, mit denen er sich kurze Zeit später den Journalisten auf der Pressekonferenz erklären wollte.

HSV in den ersten Minute überlegen

Aber der Reihe nach: Gut 75 Minuten zuvor sah die Welt des Hamburger SV noch anders aus. Die Rothosen waren in den ersten 20 Minuten überlegen, hatten durch Kittels Lattenschuss und Pohjanpalos Außenpfostentreffer beste Gelegenheiten zur Führung. Alles änderte sich durch einen einzigen Fehler: Ein Diagonalball von Louis Schaub landete in der 20. Minute beim Gegner und der ging durch Henk Veerman in Führung. Matt Penney legte neun Minuten später nach. Davon sollte sich der HSV nicht mehr erholen. Heckings Spieler wirkten angeschlagen.

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Das sah auch der Coach so: "In der Phase nach dem 0:2 habe ich schon gespürt, das war jetzt ein Knock zu viel. Das habe ich gemerkt draußen", erklärte Hecking auf der PK.

Hecking: "Nehme Niederlage auf meine Kappe"

Warum aber hatte der HSV ausgerechnet im Derby keine Mittel, um nochmal zurückzukommen? Hecking suchte die Schuld bei sich selbst. "Und da muss ich mir den Schuh anziehen: Da habe ich die Lösung in der Halbzeit nicht gefunden, die Mannschaft dann so in die Spur zu bringen, dass sie nochmal den Spielfaden aufnimmt. Deshalb nehme ich die Niederlage auf meine Kappe heute."

Bemerkenswerte Worte, die man von einem Trainer in dieser Form nicht oft hört. Was aber will Hecking damit sagen? Möchte er damit etwaige Schwächen seines Teams kaschieren? Etwa in Sachen Mentalität. Da dürfte es eigentlich keine Probleme geben, denn vor der Partie war der HSV noch das Zweitliga-Team, das nach Rückstand in der laufenden Saison die meisten Punkte holte (elf).

Hecking will keine Leidenschafts-Debatte

Trotzdem ging Hecking nach der Derby-Niederlage nochmal auf das Thema Leidenschaft ein. "Das, was ich immer höre, das sind Fragen, die mich nerven ohne Ende. Ob meine Mannschaft keine Leidenschaft gehabt hat. Sie hat heute sehr viel zurückgegeben, sie wollte unbedingt gewinnen."

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Wie geht es jetzt weiter mit dem HSV? Fest steht: Die Norddeutschen haben seit Gründung der Bundesliga erstmals zweimal in einer Saison gegen den Erzrivalen verloren. Nicht nur der moralische Knacks, den die Niederlage mit sich bringt, wird Hecking und seine Truppe wurmen - auch der Blick auf die Tabelle.

Vorsprung auf Heidenheim schmilzt

Der HSV hat Platz zwei an den VfB Stuttgart abgeben müssen, der zeitgleich Regensburg mit 2:0 bezwang, und der Vorsprung auf den Vierten Heidenheim beträgt nur noch drei Punkte.

Zwar war es die erste Niederlage im Jahr 2020 für die Hamburger, doch in der letzten Saison brachen sie in der zweiten Hälfte der Rückrunde komplett ein. Und genau da warten am 21. März und am 6. April direkt hintereinander mit Bielefeld und Stuttgart die beiden dicksten Brocken.

Mögliche Antworten am Montag

Um ein solches Deja-vu zu verhindern, wird Hecking in der nächsten Woche viel Aufbauarbeit leisten müssen, damit sein Team am kommenden Samstag (LIVE & EXKLUSIV ab 12:30 Uhr auf Sky Sport Bundesliga 2 HD) bei Erzgebirge Aue wieder zurück in die Spur findet.

Weitere Antworten auf die Derby-Niederlage bekommen die Sky Zuschauer vielleicht schon am Montag. Dann ist der HSV-Coach nämlich exklusiv zu Gast bei Wontorra On Tour - ab 19 Uhr auf Sky Sport News HD und im Stream auf skysport.de.

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