Zum Inhalte wechseln

Hertha, Köln und Schalke 04 droht der Abgang in die 2. Bundesliga

Zwei aus Vier: Wer hält im Keller dem Abstiegsdruck stand?

Sky Sport

15.03.2021 | 17:27 Uhr

Der Abstiegskampf geht in die heiße Phase.
Image: Der Abstiegskampf geht in die heiße Phase. © 

Der Abstiegskampf nimmt nach den überraschenden Siegen von Mainz 05 und Arminia Bielefeld weiter Fahrt auf. Während Schalke abgeschlagen scheint, kämpfen vier Teams weiter um die Ligazugehörigkeit. Am Saisonende droht drei großen Traditionsklubs der Abstieg.

Sky Sport nimmt die Situation im Tabellenkeller genauer unter die Lupe.

Schalke wohl nicht mehr zu retten

Schlusslicht Schalke klammern wir jedoch aus. Die Königsblauen sind mit elf Punkten Rückstand weit abgeschlagen und müssen bereits für die 2. Liga planen. Nach einem schmeichelhaften Remis gegen Mainz folgte gegen Wolfsburg die nächste Klatsche. Unter dem Strich steht eine verkorkste Saison mit bislang 17 Niederlagen und einer Bilanz von 16:66 Toren. Ein Klassenerhalt würde bei neun ausstehenden Spielen und einer komplett überforderten Mannschaft einem Wunder gleichen.

Folglich beschäftigen wir uns ausschließlich mit den Anwärtern für die Plätze 14 bis 17.

Tabellenplatz 14: 1. FC Köln, 22 Punkte

Der Effzeh steht tabellarisch zwar noch am besten da, die Formkurve spricht allerdings klar gegen das Team von Trainer Markus Gisdol. Köln wartet seit fünf Spielen auf einen Dreier, holte in der Zeitspanne gerade einmal einen Zähler.

Die größte Baustelle: Die Offensive! Köln schoss in der laufenden Spielzeit gerade einmal 23 Tore, bildet damit die drittschwächste Angriffsreihe der Liga. Dass Mittelfeldspieler Elvis Rexhbecaj mit fünf Treffern der torgefährlichste Effzeh-Profi ist, zeigt, dass dem Team von Markus Gisdol ein echter Knipser fehlt. Sturmhoffnung Sebastian Andersson fehlt seit Monaten verletzt, Winter-Neuzugang Emmanuel Dennis ist noch nicht die erhoffte Soforthilfe.

Für Gisdol wird es langsam eng, dennoch bekommt er auf jeden Fall noch das nächste Spiel, wie Sport-Geschäftsführer Horst Heldt nach der Niederlage gegen Union Berlin bestätigt. "Natürlich wird Gisdol gegen Dortmund auf der Bank sitzen". Setzt Köln seinen Abwärtstrend jedoch weiter fort, wird Heldt über einen Wechsel noch mal ganz genau nachdenken müssen.

Mehr dazu

Der FC steht vor schweren Wochen, in den kommenden fünf Partien warten Dortmund, Wolfsburg, Leipzig und Leverkusen - dazu kommt das 6-Punkte-Spiel gegen Mainz. Den Kölnern droht ein zäher Abstiegskampf, der sich in den letzten beiden Spielen entscheiden kann. Dann geht es gegen die Mitkonkurrenten Hertha BSC und Schalke ums nackte Überleben.

Tabellenplatz 15: Arminia Bielefeld, 22 Punkte

Die Arminia hat sich im Abstiegskampf zurückgemeldet! Nach sieben sieglosen Spielen überraschte das Team von Neu-Trainer Frank Kramer mit einem Auswärtsdreier bei Bayer Leverkusen und gab den Relegationsplatz 16 an die Hertha ab. "Wir haben heute 90 Minuten sehr hart gearbeitet und sehr konzentriert verteidigt. Ich denke, dass wir die drei Punkte verdient haben", sagte der Japaner Ritsu Doan nach dem Abpfiff.

Die Leihgabe der PSV Eindhoven ist der große Hoffnungsträger der Arminen, avancierte auch gegen Leverkusen zum Matchwinner. Für Kramer gilt es nun nachzulegen und weiter an der Offensive zu arbeiten. Denn auch der Arminia fehlt es an Durchschlagskraft, sie erzielten gerade einmal 20 Tore. Dabei können lediglich drei Spieler zwei oder mehr Treffer verzeichnen.

Im Abstiegskampf hat Bielefeld jedoch einen entscheidenden Vorteil: das Restprogramm. Nach dem kommenden Spieltag gegen RB Leipzig trifft die Arminia nur noch auf Teams, die nicht unter den ersten Sieben zu finden sind. Nach der Länderspielpause kann Bielefeld im richtungsweisenden Spiel gegen den Mitkonkurrenten Mainz 05 den nächsten großen Schritt machen.

Tabellenplatz 16: Hertha BSC, 21 Punkte

Abstiegskampf statt Europa-Traum! Seit 2019 hat die Alte Dame über 130 Millionen Euro für Neuzugänge ausgegeben - mit dem großen Ziel, um die begehrten Europapokal-Plätze mitzuspielen. Die Realität sieht jedoch anders aus.

Hertha muss mit 21 Punkten gewaltig um die Ligazugehörigkeit zittern, steht aktuell auf Relegationsplatz 16. Die Formkurve zeigt dramatisch nach unten: Die Berliner konnten in den vergangenen elf Partien nur einmal gewinnen. Dardais defensive Spielweise trägt keine Früchte, er holte seit seinem Amtsantritt gerade einmal vier Zähler in acht Partien - mit einer Bilanz von 4:13 Toren.

Doch es gilt festzuhalten, dass Dardai dabei gegen die gesamte Top-5 der Liga antreten musste. Mit Heimspielen gegen Leverkusen und Mönchengladbach und dem prestigeträchtigen Stadtderby gegen Union werden die Aufgaben in den kommenden Wochen jedoch nicht einfacher. Richtig heiß wird es zwischen dem 31. Und 33. Spieltag, wenn die Hertha auf die Mitkonkurrenten Schalke, Bielefeld und Köln trifft. Spätestens dann müssen sie liefern und den Abstiegskampf annehmen, sonst geht es abwärts.

Tabellenplatz 17: 1. FSV Mainz 05, 21 Punkte

Wenn man aktuell einer Mannschaft aus dem Tabellenkeller eine aufsteigende Form zuweisen kann - dann ist es Mainz 05. Trainer Bo Svensson hat der bereits abgeschriebenen Mannschaft neues Leben eingehaucht und die wackelige Defensive stabilisiert. So konnten sie sich am Samstag gegen Freiburg einen 1:0-Sieg erkämpfen.

Die Rückkehrer Christian Heidel und Martin Schmidt bewiesen mit den Transfers von Danny Da Costa und Dominik Kohr ein goldenes Händchen. Dazu hat Svensson mit Robert Glatzel eine weitere Option für die Sturmspitze. So konnten die 05er vier der vergangenen acht Partien für sich entscheiden, unter anderem gegen RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach. Dazu kommen zwei Remis.

Das Momentum ist folglich auf Seite der 05er, aber Achtung: Mainz sollte sich mit Blick auf das Restprogramm bis zum 30. Spieltag einen Vorsprung erspielt haben. Danach warten Heimspiele gegen die Bayern und den BVB sowie schwere Auswärtsaufgaben bei Eintracht Frankfurt und in Wolfsburg.

Spannender Endspurt garantiert

Abschließend kann man festhalten, dass Schalke als erster Absteiger festzustehen scheint. Dazu droht mit kriselnden Berlinern und harmlosen Kölnern der Abgang von zwei weiteren großen Traditionsklubs. Bielefeld und Mainz wurden von Anfang an als Abstiegskandidaten gehandelt, haben sich zuletzt aber beeindruckend zurückgemeldet. Das Momentum ist nun auf der Seite der vermeintlichen kleinen Klubs.

Dennoch erwartet uns in den kommenden Wochen ein dramatischer Abstiegskampf, der bis zur letzten Sekunde offen sein könnte.

Spannung und Drama garantiert!

Mehr zu den Autoren und Autorinnen auf skysport.de

Weiterempfehlen:

Mehr Geschichten