Irak und DR Kongo qualifizieren sich über die interkontinentalen Playoffs für die WM 2026
Luftraumsperre, Umwege - und am Ende trotzdem Jubel: Der Irak trotzt der durch den Iran-Krieg erschwerten Vorbereitung und besiegt in den Playoffs Bolivien. Die Südamerikaner müssen weiter warten.
01.04.2026 | 08:23 Uhr
Auch die Demokratische Republik Kongo ist bei der WM 2026 mit dabei.
Der Irak hat sich zum ersten Mal seit 40 Jahren wieder für eine Fußball-WM qualifiziert. Das Team gewann das entscheidende Playoff-Spiel gegen Bolivien im WM-Stadion von Monterrey in Mexiko mit 2:1 (1:1). Mit dem Erfolg der Iraker ist das Teilnehmerfeld der größten WM der Geschichte in den USA, Kanada und Mexiko komplett. Alle 48 Nationen stehen jetzt fest.
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Die Tore für den Irak erzielten Ali Al-Hamadi (10.) und Aymen Hussein (53.), für Bolivien traf Moises Paniagua (38.). In einer langen Nachspielzeit mussten die Iraker noch eine Schlussoffensive der Bolivianer überstehen, mit dem Abpfiff brach dann großer Jubel beim Team des australischen Trainers Graham Arnold aus.
Die irakische Mannschaft musste sich wegen des Iran-Kriegs unter erschwerten Bedingungen vorbereiten. Weil der irakische Luftraum seit Wochen gesperrt ist, war die Anreise nur über langwierige Umwege möglich.
"Angesichts der aktuellen Lage im Nahen Osten war es für die Spieler besonders schwer", sagte Arnold, der ursprünglich versucht hatte, das Spiel wegen der durch den Konflikt verursachten Unruhen zu verschieben. "Ich freue mich riesig für die Spieler, das sind wirklich tolle Jungs, und ich freue mich sehr für die 46 Millionen Iraker", fügte der Australier hinzu.
Irak trifft bei WM auf Frankreich
Bei der WM im kommenden Sommer treffen die Iraker in Gruppe I in Boston zum Auftakt auf Norwegen, danach wartet WM-Mitfavorit Frankreich in Philadelphia. Zum Abschluss spielt der Irak in Kanada in Toronto gegen den Senegal.
Für den Irak ist es nach 1986 in Mexiko die zweite WM-Teilnahme. "Hoffentlich trägt das dazu bei, das Bild vom Irak und vom Fußball im Irak zu verändern. Wir wollen bei der Weltmeisterschaft etwas leisten, was niemand von uns erwartet. Lasst uns die Welt schocken", sagte Graham. Bolivien verpasste derweil seine vierte Endrunde nach 1930, 1950 und 1994.
Für Bolivien geht derweil die Zeit des Wartens weiter. Die Südamerikaner hatten 1994 in den USA zum letzten Mal an einer WM teilgenommen. Damals hatte Bolivien das Eröffnungsspiel gegen den damaligen Titelverteidiger aus Deutschland bestritten und mit 0:1 verloren. Jürgen Klinsmann erzielte den einzigen Treffer.
DR Kongo zuletzt als Zaire 1974 bei einer WM dabei
Die Demokratische Republik Kongo hat sich erstmals seit dem Turnier 1974 in Deutschland wieder für eine Fußball-Weltmeisterschaft qualifiziert. Das 1:0 (0:0, 0:0) nach Verlängerung in den Playoffs gegen Jamaika sicherte der Mannschaft aus Afrika das vorletzte Ticket für die WM in Mexiko, Kanada und den USA. In Gruppe K trifft das Land dort auf Portugal, Usbekistan und Kolumbien. 1974 hieß das Land noch Zaire.
Vor 39.983 Zuschauern im WM-Stadion von Guadalajara traf Axel Tuanzebe in der 100. Minute zum 1:0 für DR Kongo. Der Profi des FC Burnley erlöste die Fans nach zahlreichen vergebenen Gelegenheiten und wegen Abseits in der regulären Spielzeit aberkannten Toren.
Schiedsrichter muss ausgewechselt werden
Für eine ungewöhnliche Verzögerung sorgte eine Verletzung von Schiedsrichter Facundo Tello in der zweiten Halbzeit der Verlängerung. Der Argentinier fasste sich an die linke Wade und ging nach einigen Minuten vom Platz. Für die verbleibende Spielzeit stand Dario Herrera in der Verantwortung, der zuvor als vierter Offizieller an der Seitenlinie unterwegs war.
In der ersten Halbzeit hatte DR Kongo die besseren Chancen, konnte aber keine davon nutzen. Auch nach der Pause war die Mannschaft von Trainer Sebastien Desabre schnell wieder in guten Positionen, ohne aber in Führung zu gehen. Jamaika um den Ex-Bundesliga-Profi Leon Bailey war nach dem 1:0 in der vorausgehenden Runde gegen Neukaledonien dieses Mal die Mannschaft mit deutlich weniger Ballbesitz. Bailey hatte in der 67. Minute eine gute Kopfball-Chance, brachte den Versuch aber nicht aufs Tor. DR Kongo vergab nach der Führung zwei Riesengelegenheiten auf das 2:0 und musste deswegen bis zum Abpfiff zittern. Danach war der Jubel auf dem Rasen und den Rängen groß.
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