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Joshua Kimmich vom FC Bayern befindet sich in einer sportlichen Krise

Die Kimmich-Krise

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Joshua Kimmich ärgert sich nach dem 8:0-Kantersieg der Bayern gegen Darmstadt über seine frühe Rote Karte, aufgrund derer er das Topspiel am nächsten Wochenende gegen Dortmund von der Tribüne aus verfolgen muss.

Über keinen Bayern-Spieler wurde in den vergangenen Wochen und Monaten so viel diskutiert wie über Joshua Kimmich. Der Platzverweis gegen Darmstadt steht sinnbildlich für die sportliche Entwicklung des Nationalspielers, der in der Krise steckt.

Es war die erste Rote Karte von Bayern-Star Joshua Kimmich (28). Ausgerechnet vor dem so wichtigen Prestige-Duell gegen Borussia Dortmund (18.30 Uhr LIVE und EXKLUSIV bei Sky), flog Kimmich nach einem Foul in der Partie gegen Darmstadt am Samstag vom Platz. "Ich ärgere mich sehr", sagte Kimmich. Die Rote Karte war nicht nur "sehr blöd", sondern auch klares "Eigenverschulden", gesteht der Nationalspieler.

Die Kimmich-Krise!

Bei einem Zuspiel von Rückkehrer Manuel Neuer hatte der 28-Jährige den Ball gegen Marvin Mehlem vertändelt - und den Darmstädter hernach als letzter Mann zu Fall gebracht.

Lothar Matthäus fand klare Worte für den Platzverweis von Kimmich und bezeichnete diesen als "Dummheit". Der Sky Experte betonte, dass Kimmich die Rote Karte fahrlässig in Kauf genommen habe: "Er muss vorher den Ball spielen. Er will dribbeln als Sechser, als Defensivspieler. Das lernen wir in der D-Jugend, in meiner D-Jugend zumindest, dass man in der Defensive nicht dribbelt."

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Sky Experte Didi Hamann bezeichnet die Beziehung zwischen Trainer Thomas Tuchel und dem FC Bayern als Zweck-Bündnis.

Kimmich "die wandelnde Verunsicherung"

Auch Thomas Tuchel kritisierte Kimmich: "Joshua entscheidet sich, ins Dribbling zu gehen. Das war mit Sicherheit nicht die beste Entscheidung. Er muss ihn klatschen lassen oder Wandspieler sein für Minjae. Grundsätzlich wollen wir das natürlich besser lösen."

Für Didi Hamann sei Kimmich "die wandelnde Verunsicherung". "Der Junge wurde in acht Monaten demontiert vom Stammspieler in München, vom Spieler, den Guardiola vielleicht im Sommer nach Manchester holen wollte. Jetzt hört man schon Stimmen, dass sie froh sind, dass er nächste Woche nicht spielen kann", erklärte der TV-Experte am Sonntagabend bei Sky90.

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Es war nicht der erste Fehler Kimmichs der Kategorie Leichtsinn. Erst in der vergangenen Woche leistete sich der Münchner im Champions-League-Auswärtsspiel bei Galatasaray Istanbul einen ähnlich gravierenden Ballverlust, der dort noch ohne Folgen blieb.

Kimmich-Diskussionen erreichten neue Dimensionen

Die Diskussionen um Kimmichs Rolle beim FC Bayern erreichten vor allem im vergangenen Sommer eine noch nie da gewesene Dimension.

Wochenlang wurde beim Rekordmeister über die "Holding Six" diskutiert. Tuchel hat sich diese Art von Spieler so sehr gewünscht und am Ende doch nicht bekommen.

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Kimmich, der in den vergangenen Jahren beim FC Bayern unter Hansi Flick, Julian Nagelsmann und bis jetzt auch unter Tuchel auf der Position des Sechsers eingesetzt wurde, war für den aktuellen Trainer der Münchner ganz offensichtlich nicht die Idealbesetzung. Daraus machte Tuchel schon in der Vorbereitung keinen Hehl.

Einen wie Declan Rice, der zu Beginn der Transferperiode als Wunschspieler galt - zweikampf- und laufstark, gut am Ball, aber in der Lage, diszipliniert seine Position zu halten, scheint Kimmich für Tuchel nicht zu sein. "Joshua ist der strategische Typ, der am liebsten alles machen würde und auch prinzipiell alles machen könnte", sagte Tuchel auf der Asien-Reise: "Er bringt viel Qualität ins Team rein, aber hat immer noch nicht die DNA eines defensiven Sechsers. Er mag es zu gerne, sich frei zu bewegen, er versucht überall zu helfen und mag es, überall involviert zu sein."

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Kimmich: "Ich bin ein Sechser"

Wie diese Aussagen bei Kimmich ankamen, dürfte sich wohl jeder selbst denken. Kimmich hatte nach dem Testspielsieg gegen den FC Liverpool auf eine entsprechende Frage vielsagend mit vier Worten reagiert, die klarer nicht hätten sein können: "Ich bin ein Sechser."

Auch in der Nationalmannschaft lief es für Kimmich, der im kommenden Jahr zum vierten Mal Vater wird, zuletzt äußerst bescheiden. Bei den Siegen gegen Frankreich und die USA hatte der gebürtige Bösinger gefehlt. Seinen Part im zentralen defensiven Mittelfeld übernahm Pascal Groß. Der 32-Jährige wusste dabei zu überzeugen und macht Kimmich nun Konkurrenz.

"Es gilt für alle Spieler - auch für Josh - das Leistungsprinzip", sagte Julian Nagelsmann auf der US-Reise. "Wenn Josh besser ist als die anderen, ist er gesetzt. Wenn Pascal besser ist, ist er gesetzt", ließ der Bundestrainer aufhorchen.

Bei all der Kritik: Wenn man über Kimmich spricht, redet man immer noch von einem Spieler mit Top-Niveau. In Abstrichen ließ er sein Können auch in dieser Saison beispielsweise bei den Siegen über Borussia Mönchengladbach oder den FC Augsburg aufblitzen. Mit seinem sportlichen Helfersyndrom scheint sich der Triple-Sieger von 2020 aber aktuell doch immer mehr zu verzetteln.

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Kimmich und das Helfersyndrom

"Er ist mittlerweile Kapitän und möchte eine wichtige Führungspersönlichkeit sein. Und diese Rolle füllt er nicht so aus, wie man sie auf dieser Position ausfüllen sollte", sagte Horst Heldt in der ersten Folge von Triple - der Schüttflix-Fußballtalk bei Sky.

Natürlich sei Kimmich ein Spieler, "der Verantwortung übernimmt. Das spürt man regelrecht", sagte Heldt: Er glaube allerdings, dass Kimmich sich zu viel Verantwortung aufbürde, "dass er meint, ohne ihn würde gar nichts funktionieren."

Kimmich soll die Elf führen, ihr Halt geben - beim deutschen Rekordmeister wie in der Nationalmannschaft. Doch die Zweifel an dem einst Hochgelobten wachsen. Nach dem bitteren WM-Aus fürchtete Kimmich, "in ein Loch zu fallen". Das, meinte er später, sei "nicht unbedingt" geschehen.

Doch die Kimmich-Krise hält weiter an...

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