Kolumne von Lothar Matthäus über FC Bayern, Olise, Diaz, Rekorde
Lothar Matthäus erklärt, was ihm beim deutschen Rekordmeister - im Gegensatz zu Borussia Dortmund - besonders gut gefällt. Der Sky Sport Experte sieht Parallelen zwischen dem aktuellen Offensiv-Duo und einer legendären Münchner Flügelzange.
12.01.2026 | 21:46 Uhr
Jamal Musiala traut er zu, in der laufenden Saison noch eine sehr gute Rolle zu spielen. Der ehemalige Bayern-Kapitän lobt Trainer Vincent Kompany und glaubt an neue Bestmarken.
Der FC Bayern ist mit einem Kantersieg gegen den VfL Wolfsburg ins Jahr 2026 gestartet. Michael Olise (2 Tore) und Luis Diaz (1 Treffer) haben an ihre bestechenden Leistungen des vergangenen Jahres angeknüpft.
Sportvorstand Max Eberl hat die beiden nach dem Spiel mit der legendären Münchner Flügelzange Arjen Robben und Franck Ribery verglichen. Dieser Vergleich hinkt nicht, auch wenn ich sie nicht 1:1 mit ihnen vergleichen würde, denn Robben und Ribery sind Bayern-Ikonen.
Olise und Diaz erinnern an Legenden
Olise spielt erst seine zweite Saison in München, Diaz kam erst im Sommer aus Liverpool. Mit ihrer Spielfreude und der Art und Weise, wie sie teilweise ihre Gegenspieler düpieren, erinnern sie aber durchaus an Robben und Ribery.
Auch Olise und Diaz sind schnell, dribbelstark und torgefährlich. Sie zeigen überragende Leistungen und begeistern die Fans. Nicht nur mit Toren, Scorerpunkten und ihrer spektakulären Spielweise, sondern vor allem auch mit ihrem Fleiß und der Arbeit für die Mannschaft - speziell Diaz glänzt in dieser Kategorie.
Ich habe ihn kürzlich persönlich kennengelernt. Er ist keiner, vor dem man Angst haben würde, wenn man ihn privat trifft. Aber auf dem Spielfeld ist er trotz seiner eher schmächtigen Gestalt einer, der jedem Gegner wehtun kann.
Bayerns Offensive jagt Rekorde
Neun Treffer und acht Assists hat der Kolumbianer bereits auf seinem Konto, Olise kommt auf neun Tore und zehn Vorlagen, bei Serge Gnabry sind es vier Treffer und fünf Assists.
Harry Kane hat 20 der bisher 63 Bayern-Tore erzielt. Ich glaube hundertprozentig daran, dass die 101 Tore aus der Saison 1971/72 übertroffen werden. Und wenn Kane unverletzt bleibt, traue ich ihm zu, den Tor-Rekord von Robert Lewandowski (41 Treffer) zu knacken.
Ich traue Musiala zehn Scorerpunkte zu
Wenn Jamal Musiala bald in dieses intakte Team zurückkehrt, wird er sehr viel Qualität mitbringen, die wir schon in den vergangenen Jahren bewundern durften. Für einen in Form kommenden Musiala halte ich zehn Scorerpunkte in der laufenden Saison noch für möglich.
Teamgeist als Erfolgsfaktor - Lob für Kompany
Was mir neben der Offensiv-Power besonders viel Spaß macht, ist, dass alle sich gegenseitig unterstützen. Die Spieler auf der Bank freuen sich mit ihren Teamkollegen auf dem Platz. Wenn jemand ausgewechselt wird, ist er vielleicht enttäuscht, aber es gibt keine Szenen wie zuletzt in Dortmund bei Adeyemis Auswechslung.
Jeder weiß, dass es im nächsten Spiel vielleicht schon wieder anders läuft und er seine Chance bekommen wird. Dieses Miteinander wird vom Trainer sehr gut dirigiert und Vincent Kompany verdient ein großes Lob.
Kompany kann die Belastung seiner Spieler steuern. Das kann ein großes Plus sein, wenn die entscheidenden Spiele in der Bundesliga und in der Champions League anstehen.
Bayern auf Augenhöhe mit Europas Spitze
In der europäischen Königsklasse haben Mannschaften wie Titelverteidiger Paris Saint-Germain, Arsenal oder Barcelona herausragende Offensivreihen. Diese Qualität hat auch der FC Bayern.
Die Stürmer werden unterstützt, nicht nur von den Mittelfeldspielern, sondern auch von den Verteidigern. Bayern findet immer Lösungen: Geduldig, präzise und intelligent legen sich die Münchner ihre Gegner zurecht und schlagen dann zu. So wie beim 8:1 gegen Wolfsburg.
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