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Manchester United in Top-Form: Jadon Sancho überflüssig?

Zwei Trümpfe als Problemlöser! Sancho bei United überflüssig?

Thomas Goldmann

13.07.2020 | 21:09 Uhr

Mason Greenwood hat unter Ole Gunnar Solskjaer den Durchbruch bei Manchester United geschafft.
Image: Mason Greenwood hat unter Ole Gunnar Solskjaer den Durchbruch bei Manchester United geschafft. © Getty

Manchester United schießt Tore wie am Fließband und zerlegt fast jeden Gegner. Der Aufschwung bei United hat zwei Namen. Das könnte sich auch auf die Zukunft von Jadon Sancho auswirken.

Am 22. Januar 2020 schienen die Tage von Ole Gunnar Solskjaer als Trainer bei Manchester United gezählt zu sein. Nach der blamablen 0:2-Heimniederlage gegen den FC Burnley hätte wohl kaum jemand auch nur noch einen Pfifferling auf die Red Devils in dieser Saison gegeben.

Uniteds wahnsinniger Lauf

Zehn Spieltage und 24 Punkte später sieht die Welt im Old Trafford ganz anders aus. Solskjaer hat mit seinen Männern den Turnaround geschafft. Manchester United ist aktuell eine - wenn nicht gar DIE - angesagteste Mannschaft in der Premier League. Seit 17 Pflichtspielen ist das Team wettbewerbsübergreifend mittlerweile ungeschlagen - die letzte Niederlage datiert von eben jenem 22. Januar.

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Premier League: 34. Spieltag: Manchester United gewinnt beim Abstiegskandidaten Aston Villa am mit 3:0 (2:0) und schiebt sich als Tabellenfünfter bis auf einen Punkt an Leicester City heran.

Für United war der 3:0-Erfolg bei Aston Villa am vergangenen Donnerstag der vierte Sieg in Folge, der mit einer Tordifferenz von drei oder mehr Treffern eingefahren wurde. Das hat in der Premier-League-Historie noch nie eine Mannschaft geschafft. Viel mehr noch: Der Abstand auf das aktuell viertplatzierte Leicester City betrug Ende Januar noch 14 Punkte, mittlerweile ist es nur noch ein Zähler. Mit einem Sieg gegen Southampton könnte United nach den Patzern von Leicester und Chelsea am Wochenende sogar auf Platz drei springen und beide Teams überflügeln.

Shootingstar Greenwood

Der Aufschwung in Manchester hat zwei Namen: Zum einen Mason Greenwood - die Entdeckung der Saison. Der 18-Jährige ist ein Eigengewächs von Manchester United, das noch im vergangenen Sommer kaum jemand außerhalb der Insel kannte. In der Hinrunde dieser Saison kam Greenwood bereits zu einigen Kurzeinsätzen, seit dem Neustart nach der Corona-Pause ist er regelrecht explodiert.

Am vergangenen Spieltag erzielte er bereits sein neuntes Saisontor in der Premier League. Damit zog er mit Wayne Rooney gleich. Die United-Legende war zuvor der einzige 18-Jährige, dem in einer Saison neun Treffer gelangen. Und das ist noch nicht alles. Das zwischenzeitliche 2:0 gegen Aston Villa machte Greenwood nach Danny Cadamarteri (1997), Michael Owen (1997/98) und Francis Jeffers (1999) zum erst vierten Spieler in der Geschichte der Premier League, der 18 Jahre oder jünger ist und in drei aufeinanderfolgenden Partien trifft.

"Fast unmöglich, ihn nicht aufzustellen"

Was aber ist an diesem Youngster so besonders? Greenwoods bevorzugte Position ist die des rechten Außenstürmers. "Wir sind an einem Punkt angekommen, wo es fast unmöglich ist, ihn nicht aufzustellen. Er erinnert mich so sehr an Robin van Persie, wenn er von rechts mit seinem linken Fuß nach innen zieht, seine Gelassenheit und seine Technik", sagt Sky UK Experte und United-Legende Gary Neville. Das ist noch längst nicht alles. Eine weitere Stärke des 18-Jährigen: seine Beidfüßigkeit.

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"Er kann nach innen ziehen, aber auch über die Außenbahn kommen. Er ist mit seinem rechten Fuß genauso gut wie mit seinem Linken", sagt Solskjaer über seinen Schützling. Um mögliche Abwerbeversuche müssen sie sich in Manchester wohl vorerst keine Sorgen machen. Greenwood hat erst im Oktober 2019 bis 2023 unterschrieben. Im Gegenteil. Greenwoods kometenhafter Aufstieg könnte sogar zum Luxusproblem werden.

Wende im Sancho-Poker durch Greenwood?

Mit Jadon Sancho steht bei den Red Devils ein Spieler auf dem Wunschzettel, der die gleiche Position wie Greenwood spielt: Rechtsaußen. Vor Kurzem sollen die Engländer sogar bereit gewesen sein, einen Kredit über 155 Millionen Euro aufzunehmen, um Sancho von Borussia Dortmund loszueisen. Dieses Geld könnten sie sich sparen - sollte sich Greenwood weiterhin so prächtig entwickeln.

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Im Umkehrschluss könnte das der Causa Sancho eine ganz neue Wendung geben. Allerdings will das ruhmreiche United nicht nur um die CL-Qualifikation, sondern schnellstmöglich auch wieder um den Meistertitel mitspielen. Und da braucht es zwingend Spieler wie Sancho, um mit Man City und Liverpool konkurrieren zu können.

United mit Sechser im Transfer-Lotto

Greenwood ist nicht alleine verantwortlich für die Wende bei United. Im Januar kam Bruno Fernandes für 55 Millionen Euro von Sporting nach Manchester - ein Volltreffer! Endlich möchte man meinen. Schließlich belaufen sich die Transferausgaben der Engländer seit der Saison 2015/16 auf stolze 836 Millionen Euro. Mit dabei sind Flops wie Henrikh Mkhitaryan (42 Mio. Euro), Eric Bailly (38 Mio. Euro) oder Memphis Depy (34 Mio. Euro). Bei Fernandes sieht das anders aus. Er ist bislang jeden Euro der 55 Millionen wert.

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Die schlimmsten Fehlschüsse der Geschichte (Länge: 12:26 Minuten).

Seit der Portugiese die Fäden im Mittelfeld zieht, läuft es. In zehn Premier-League-Einsätzen hat er sieben Tore und sechs Vorlagen beigesteuert. Mit Fernandes wirkt das United-Mittelfeld wie eine homogene Einheit.

Pogba blüht auf

Die beiden Sechser Nemanja Matic und Paul Pogba sowie Marcus Rashford auf dem linken Flügel und selbst der einstige Problemfall Anthony Martial, der jetzt Mittelstürmer spielt, blühen auf. Martial hat schon 15 Saisontore in der Premier League erzielt.

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Die besten Freistoßtore der Premier League (Länge: 14:46 Minuten)

Während Matic fürs Abräumen im Mittelfeld zuständig ist und Fernandes für das spielerische Element, hat Pogba mehr Freiheiten. Eine Rolle, die ihm durchaus taugt. Gegen Aston Villa erzielte er sein erstes Tor nach 453 Tagen.

United knackt auch tiefstehende Gegner

Aber nicht nur die Arbeit gegen den Ball funktioniert richtig gut, das spielerische Element ist zurück. "Der größte Unterschied ist der, dass United jetzt mehr als nur Konterfußball spielen kann", analysiert Neville. "Sie haben ein viel besseres Aufbauspiel und können sich viel besser Chancen gegen tief stehende Gegner herausspielen", so der Sky UK Experte.

Mit dieser Spielanlage und zwei neuen Stars im Team ist die Renaissance geglückt und die Champions League wieder ein realistisches Ziel. Nächste Hürde auf dem Weg dorthin: der FC Southampton mit Ralph Hasenhüttl (Montag LIVE & EXKLUSIV ab 20:50 Uhr auf Sky Sport 1 HD).

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