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Matthäus: Dortmund ist bei Werner nicht chancenlos

Matthäus-Kolumne: "So sehe ich das"

08.01.2019 | 20:57 Uhr

Exklusiv bei Sky: Die Kolumne von Lothar Matthäus.
Image: Exklusiv bei Sky: Die Kolumne von Lothar Matthäus. © Sky

Rekordnationalspieler und Sky Experte Lothar Matthäus analysiert jede Woche exklusiv in seiner Kolumne "So sehe ich das" aktuelle Themen Fußballwelt auf skysport.de. Diese Woche im Fokus: der Abgang von Schalkes Naldo und das Tauziehen um Timo Werner.

Winterpause, das heißt für alle Bundesliga-Klubs: Grundlagen schaffen, Abläufe einstudieren, Team-Building. Ob in Katar, Südafrika oder Spanien. Alle Trainer wollen diese kurze Pause nutzen, um perfekt in der Rückrunde anzugreifen.

Transfers sind in dieser Phase natürlich ein großes Thema, auch wenn sich die Bundesligisten bisher relativ zurückgehalten haben. Ich nehme an, dass Stuttgart und Hannover großen Bedarf sehen und sich bis zum Ende der Transferfrist bei diesen Krisen-Teams noch einiges tun wird.

Naldo wird der Bundesliga fehlen

Am auffälligsten war bisher allerdings kein Neuzugang, sondern ein Abgang. Mit Naldo verlässt ein großer Spieler den FC Schalke 04 und wechselt zum AS Monaco. Er wird der Liga fehlen, aber mit Sicherheit auch Königsblau.

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Ich kann den Spieler absolut verstehen. Er war einer der wichtigsten, wenn nicht gar der wichtigste Spieler, als Schalke letzte Saison Vize-Meister wurde. Er ist ein Leader, ein Aushängeschild, er war eines der Gesichter von Schalke. Zuverlässig, erfolgshungrig, sympathisch. Ich frage mich: Wieso hat man erst seinen Vertrag verlängert, ihn dann von heute auf morgen zum Ersatzspieler degradiert und ihn nun hergegeben? Das einzig Positive für Schalke ist die etwas höhere Ablösesumme, die es nun gibt, weil der Spieler noch einen Vertrag hatte. Das war´s aber auch schon.

Wenn ich mit so einem gestandenen Profi im Oktober letzten Jahres bis 2020 verlängere, dann muss ich doch auch weiter auf ihn vertrauen oder ist er etwa über Nacht nicht mehr gut genug? Er hat in der Hinrunde sieben Spiele in der Liga über 90 Minuten absolviert, neun Mal saß er das ganze Spiel auf der Bank. Dass man sich nun auf Schalke darüber wundert, dass dieser verdiente Spieler wechseln wollte, darüber wundere ich mich.

Umgang mit Naldo passt ins Schalker Bild

Der Umgang und die Planung mit dieser Personalie passen ins Bild der Schalker Kaderplanung der letzten eineinhalb Jahre. Man verpflichtet Spieler auf Positionen, die bereits besetzt sind: Man merkt früher oder später, dass diese vom Leistungsniveau oder vom Charakter doch nicht so sind, wie man es sich erhofft oder erwartet hatte und versucht, den Schaden zu reparieren.

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Leider geschieht dies auf Schalke in letzter Zeit zu häufig und zu regelmäßig. Allein im Offensiv-Zentrum tummeln sich mit Burgstaller, Uth, Embolo, di Santo, Teuchert, Wright, Skrzybski eine Unmenge an Mittelstürmern. Und man sucht aber angeblich noch eine Nummer 9. Das liegt bestimmt auch an der Verletzungsmisere, aber das kann nicht der einzige Grund sein. Die kommen ja irgendwann auch wieder zurück.

Für Naldo sucht man jetzt auch einen neuen Mann. Wenn man es sarkastisch sagen würde, könnte man ja Höwedes zurückholen. Schalke muss aufpassen, dass es nicht bald ganz ohne Klub-Ikone und Gesicht dasteht, ganz abgesehen davon, dass kaum ein kostspieliger Neuzugang einschlägt.

FC Bayern: Kovac braucht ein gutes Händchen

Bei Bayern sieht man sich mit anderen Herausforderungen konfrontiert. Dort kommen jetzt mit James, Tolisso, Gnabry, Goretzka, Robben verletze Spieler zurück. Kovac muss ein gutes Händchen in Sachen Rotation beweisen, um die aufgebaute Hierarchie nicht zu gefährden.

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Außerdem kann Alphonso Davies nun zeigen, was er kann und möglicherweise schaffen es die Bayern auch noch Callum Hudson-Odoi vom FC Chelsea zu verpflichten. Ich habe ihn gerade beim FA-Cup-Spiel gegen Nottingham Forrest gesehen, bei dem er beide Tore vorbereitet hat und auf beiden Flügeln unterwegs war. Auch in englischen U-Nationalmannschaften habe ich ihn schon beobachtet. Ein tolles Talent, der an Sancho vom BVB erinnert. Schnell, dribbelstark, gutes Auge, ordentlicher Abschluss. Ich kann mir gut vorstellen, dass das eine prima Verstärkung für den Rekordmeister wäre. Genauso - und das habe ich an dieser Stelle bereits mehrfach erwähnt - wie Timo Werner.

Dortmund hat Chancen auf Werner-Verpflichtung

Angeblich soll nun ja auch der BVB interessiert sein. Es könnte also, abgesehen von europäischen Top-Klubs, zu einem Kampf zwischen Bayern und Dortmund um den besten deutschen Stürmer kommen. Sollte dies so sein, wäre die Borussia bestimmt nicht chancenlos.

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Auch dort kann man Meister werden, in der Champions-League spielen und Großes erreichen. Am Ende wird die Frage sein, wo er das beste Gesamtpaket sieht und die Perspektive am verlockendsten ist, wenn er Leipzig verlässt. Finanziell dürfte natürlich ein Bayern-Angebot höher ausfallen, als das von Borussia Dortmund. Aber auch Watzke und Co. haben gut gewirtschaftet, volle Kassen und eine Menge anzubieten. Sollte sich Timo zwischen den beiden großen deutschen Vereinen entscheiden müssen, wird er abwägen, ob er die große Konkurrenz mit Lewandowski und den anderen Weltstars annimmt und was die Klub-Bosse und die jeweiligen Trainer ihm für ein Gefühl geben.

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