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Mauricio Pochettino attackiert Manchester City: "Wir haben eine Zeit der Täuschung erlebt"

Mauricio Pochettino hat den Fall Manchester City deutlich kritisiert. Der frühere Premier-League-Trainer sprach von fehlender sportlicher Gerechtigkeit und stellte die Kontrolle der Finanzregeln infrage.

Mauricio Pochettino trainierte lange Zeit City-Rivale Tottenham.
Image: Mauricio Pochettino trainierte lange Zeit City-Rivale Tottenham.  © Imago

Nach Berichten über zahlreiche Verstöße gegen Finanzregularien meldet sich mit Pochettino erstmals ein prominenter Ex-Konkurrent so klar zu Wort. Der heutige US-Nationaltrainer fordert Aufklärung.

Der langjährige Premier-League-Trainer und aktuelle US-Coach Mauricio Pochettino hat mit Empörung auf den Fall Manchester City und die mögliche Verurteilung des zehnmaligen englischen Meisters reagiert.

"Wo waren die Kontrollen? Das ist es, was mich am meisten beschäftigt", sagte der 54-Jährige bei seiner Pressekonferenz zum Länderspiel der USA gegen Chile (Mittwoch, 02.00 Uhr MESZ). "Wir haben eine Zeit erlebt, in der es keine sportliche Gerechtigkeit gab. Wie lässt sich all das wieder reparieren, was dadurch beschädigt wurde? Wenn es stimmt, dass gegen 114 Regeln verstoßen wurde, dann haben wir eine Zeit der Täuschung durchlebt."

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Pochettino verpasste Titel mit Spurs

Der Argentinier Pochettino trainierte von 2014 bis 2019 den Man-City-Rivalen Tottenham Hotspur und übernahm 2023 für eine Saison den FC Chelsea. In seiner Zeit in England führte er Tottenham zweimal unter die Top-3 der Premier League und 2019 auch ins Champions-League-Finale, auch wenn sein Klub das Transferbudget im Vergleich zu Manchester City streng begrenzte.

"Ich erinnere mich, dass wir das neue Stadion gebaut haben und 18 Monate lang nicht die wirtschaftlichen Möglichkeiten hatten, einen Transfer zu tätigen", sagte Pochettino. Das habe daran gelegen, dass Tottenham sich an die Regeln der Premier League hielt. "Sie waren so streng mit uns und so nachsichtig mit anderen. Deshalb sage ich: Das alles ist sehr seltsam."

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Manchester City unter Beschuss

Die Premier League klagte Manchester City bereits 2023 wegen Verstößen gegen die Finanzregularien der besten und wirtschaftlich stärksten Liga der Welt an. Nach übereinstimmenden Berichten britischer Medien wurde der Ex-Klub von Pep Guardiola in der vergangenen Woche in 114 von 115 Fällen für schuldig gesprochen. Ein Strafmaß steht aber noch nicht fest. Manchester City kann dagegen Einspruch einlegen und weist alle Vorwürfe zurück.

Konkret geht es um mögliche Vergehen aus der Zeit von 2009 bis 2018, in der der Klub unter anderem falsche Angaben zu seinen Finanzen gemacht und Sponsoringeinnahmen künstlich aufgewertet haben soll, um die Regularien der Liga umgehen zu können. Pochettino ist einer der wenigen Betroffenen aus dieser Zeit, der sich so deutlich gegen Manchester City äußert.

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Das sei alles "zutiefst traurig", sagte der Argentinier. "Am Ende gerät man in eine Situation, in der alles, was gefeiert wurde, gar nicht echt war. Was gut erschien, vielleicht gar nicht so gut war. Und das, was nicht gut aussah, vielleicht doch gut war."

dpa / Mehr zu den Autoren und Autorinnen auf skysport.de

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