Vier Klopp-Beobachtungen nach DFB-Niederlage gegen Griechenland
Jürgen Klopp muss den ersten Dämpfer mit der Nationalmannschaft hinnehmen.
28.09.2026 | 21:37 Uhr
Der Bundestrainer möchte jedoch kein schlechtes Wort über seine Spieler kommen lassen und setzt auch ein Zeichen an die Fans. Seine Schützlinge schwärmen.
Aus Augsburg berichten Fabian Schreiner, Kerry Hau & Patrick Berger
Klopps Zeichen an die Fans
In Augsburg herrschte nach den 90 Minuten Tristesse statt Euphorie. Nach dem Abpfiff machte sich die deutsche Mannschaft gemeinsam auf den Weg zur Fankurve hinter dem Tor. Die Enttäuschung war ihnen dabei deutlich anzusehen. Gesenkte Köpfe, leer wirkende Blicke, eine Körpersprache, die den Frust über den misslungenen Auftritt unmissverständlich widerspiegelte.
Während ein Teil der Zuschauer die Mannschaft trotz der Niederlage mit aufmunterndem Applaus verabschiedete, war von den Rängen auch deutlicher Unmut zu vernehmen. Pfiffe mischten sich unter die Reaktionen des Publikums.
Doch Klopp setzte ein Zeichen! Der Bundestrainer klatschte ununterbrochen in Richtung Fans, bedankte sich für die Unterstützung und versuchte, die negative Stimmung zu entschärfen. Auf der Pressekonferenz erklärte er anschließend: "Die Mannschaft stand ein bisschen bedröppelt da, dafür gab es keinen Grund. Wir haben alles versucht, da ist es nicht so, dass sie sich zig Minuten entschuldigen muss."
Klopp stellt sich demonstrativ vor die Mannschaft
"Ich gehe für die Jungs durchs Feuer", hatte Klopp bereits am vergangenen Mittwoch in Herzogenaurach betont. Auch nach dem enttäuschenden Griechenland-Spiel und dem ersten Dämpfer in seiner Bundestrainer-Ära stellte sich der 59-Jährige schützend vor sein Team.
Seine klare Botschaft: "Es wäre mir recht, wenn ihr die Spieler nicht abschließend beurteilt. Wenn jemand kritisch sein will, macht das mit mir und lasst die Jungs in Ruhe. In Sack und Asche müssen sie nicht gehen, was war, das war", so Klopp am späten Sonntagabend in Augsburg. Schon zuvor hatte Klopp über die Pfiffe gegen seine Spieler gesagt: "Wer pfeifen will, soll mich auspfeifen."
Klopp behält die Ruhe
Der Bundestrainer beantwortet die teils unangenehmen Fragen sehr besonnen, reagiert keineswegs patzig, wie etwa Vorgänger Julian Nagelsmann. Auf die Frage, ob er denn nun Sorge habe, dass die Euphorie jetzt schon wieder verflogen sei, entgegnete Klopp etwa ganz offen und authentisch: "Wenn sie jetzt weg ist, tut mir das sehr leid, aber im Camp hilft uns Euphorie nicht. Die Stimmung war absolut top, wie sie sein soll."
Von Panik keine Spur! Stattdessen blickt Klopp nach vorne und verspricht den Fans bessere Zeiten. "Es kommt der Moment, in dem wir für jeden ein unangenehmer Gegner sind, davon bin ich hundertprozentig überzeugt. Ich bin nicht ernüchtert, dafür habe ich im Fußball viel zu viel gesehen. Ich weiß, dass jeder besser spielen kann als er es heute Abend getan hat. Wir müssen dahin kommen, unsere eigenen Fähigkeiten auf den Platz zu bringen und nicht besser sein zu wollen als irgend jemand da draußen im Weltfußball."
DFB-Stars schwärmen von Klopp
Ganz egal, bei welchen Spielern man sich umhört. Der Tenor ist immer derselbe. Lobeshymnen für Klopp. "Neben der ganzen Intensität und Laufarbeit zählt auch das Fußballspielen. Da ist er auch einer der Besten in diesem Fach. Wir müssen es nur besser umsetzen", sagte Yann Aurel Bisseck über Klopp. "Er ist ein unfassbarer Mensch", ergänzte Debütant Hennes Behrens. "Er ist wirklich eine super Persönlichkeit, weil er alle mitnimmt und auch ganz gut versteht, wie so ein Spieler tickt, was eine Mannschaft braucht. Es ist etwas sehr besonderes so einen kennenzulernen."
Bereits in den Tagen zuvor hatten unter anderem Jonathan Tah oder auch Philipp Treu deutlich zum Ausdruck gebracht, wie sehr sie die Zusammenarbeit mit Klopp schätzen. Es wird klar: Die erste Klopp-Pleite schmerzt. Doch der Glaube an den neuen Bundestrainer ist vermutlich größer denn je.
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