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Premier League News: Wird Aubameyang für Arsenal zum Problem?

Aubameyang wird zum Arsenal-Problem: Droht ihm das Özil-Schicksal?

Pierre-Emerick Aubameyang sollte der entscheidende Führungsspieler beim FC Arsenal sein. Als Star der Mannschaft und Vorbild für junge Spieler wollten die Gunners mit ihm an der Spitze zurück zu alter Stärke finden. Doch die jüngsten Ereignisse zeigen, der Ex-BVB-Profi zeigt Charakterschwächen und entwickelt sich immer mehr zum Problem für seinen Klub.

Wegen eines "Disziplinarverstoßes" wurde Aubameyang aus dem Kader der Gunners für das Premier-League-Spiel am vergangenen Samstag gegen Southampton gestrichen. Die Art des Verstoßes gab der Verein dabei nicht bekannt. "Ich glaube, wir waren bisher sehr konsequent, was bestimmte nicht verhandelbare Dinge in der Mannschaft angeht, die wir als Klub festgelegt haben", erklärte Trainer Mikel Arteta, "und deswegen ist er heute nicht dabei."

Am Dienstag gab der Verein in einem offiziellen Statement bekannt, dass Aubameyang außerdem als Kapitän des FC Arsenal abgesetzt wird. "Wir erwarten von all unseren Spielern, vor allem von unserem Kapitän, nach den Regeln und Standards zu arbeiten, die wir alle gesetzt und auf die wir uns verständigt haben", teilte der Klub mit. Der 32-Jährige wurde zusätzlich auch für das anstehende Ligaspiel gegen West Ham United am Mittwoch (21:00 Uhr live auf Sky) erneut nicht nominiert.

Aubameyang bereits in der Vergangenheit mit Fehlverhalten

Der Verstoß der letzten Woche ist nicht das erste Fehlverhalten von Aubameyang während seiner Zeit in London. Bereits im vergangenen März war der Gabuner nicht für das "North London Derby" gegen Tottenham berücksichtigt worden, nachdem er zu spät zu einem Teammeeting erschienen war. Auch bei seinen vorherigen Stationen war der Offensivspieler nicht gerade für seine vorbildliche Disziplin bekannt. In Dortmund war er 2017 unter Thomas Tuchel wegen eines unerlaubten Shopping-Trips nach Mailand und 2018 unter Peter Bosz wegen wiederholter Verspätungen zum Mannschaftstraining zeitweise suspendiert worden.

Einen solchen Spieler zum Kapitän zu ernennen scheint nicht wirklich einleuchtend. Unai Emery hatte Granit Xhaka die Binde während seiner Zeit als Arsenal-Trainer abgenommen und den Angreifer zum neuen Spielführer ernannt. Nachdem Arteta den Trainerposten bei Arsenal übernommen hatte, blieb er bei der Entscheidung. Auch für Paul Pearson von Sky Sports UK kam die Wahl überraschend: "Wenn ich ehrlich bin habe ich es zuerst nicht wirklich verstanden. Aber es zeigt, dass er innerhalb der Mannschaft ein Vorbild ist und die jungen Spieler zu ihm aufschauen. Deshalb wurde er zum Kapitän ernannt", erklärt der Experte in seiner Kolumne.

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Aufstrebende Talente wie Martin Odegaard (22), Emile Smithe-Rowe (21) und Bukayo Saka (20) spielen aktuell eine wichtige Rolle beim FC Arsenal. Diese Spieler blicken zu den erfahrenen Stars auf. Durch sein Verhalten hat sich Aubameyang erneut als wenig geeignet für die so wichtige Rolle als Vorbild innerhalb der Mannschaft erwiesen. Trainer und Vereinsführung haben nun also die Konsequenzen daraus gezogen. Wer der neue Kapitän der Gunners wird, ist noch nicht klar. Am Samstag hatte Alexandre Lacazette die Binde stellvertretend übernommen. Klar ist aber, dass Aubameyang derzeit eher ein Problem denn eine Hilfe für den FC Arsenal ist.

Aubameyang auch sportlich derzeit wenig hilfreich

Am Samstag feierten die Gunners in Abwesenheit von Aubameyang einen deutlichen 3:0-Heimerfolg gegen den FC Southampton. Paul Merson ist überzeugt, nach dem starken Auftritt würde es auch sportlich keinen Sinn machen die Mannschaft zu verändern: "Sie haben Southampton mit einigen sehr schönen Toren demontiert. Man sollte meiner Meinung nach die gleiche Mannschaft aufstellen" meint der Experte. Arsenal ist bei Weitem nicht mehr im selben Maße von den Leistungen des 32-Jährigen abhängig, wie das vor einiger Zeit noch der Fall war. In der aktuellen Saison war der Gabuner mit vier Treffern und einer Vorlage an nur fünf von 21 Liga-Toren der Londoner direkt beteiligt. Bereits im letzten Jahr hatte der Stürmer mit nur zehn Treffern in 29 Einsätzen statistisch seine bis dato schlechteste Premier-League-Saison gespielt. Neben den disziplinarischen Verfehlungen und seiner schlechten Form hat der FC Arsenal aber noch ein weiteres Problem mit Aubameyang.

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Premier League, 16. Spieltag: Der FC Arsenal feiert einen 3:0-Sieg gegen Southampton. Trainer Mikel Arteta hatte zuvor Pierre-Emerick Aubameyang aus dem Kader gestrichen (Videolänge: drei Minuten).

Nach seinen starken Leistungen während der Saison 2019/20 sowie zum Start der neuen Saison 2020/21 erhielt der hochgelobte Stürmer-Star, damals die Lebensversicherung des FC Arsenal, einen neuen Drei-Jahresvertrag bis 2023. Sein Gehalt soll sich auf 20 Millionen Euro pro Jahr belaufen. Damit wurde er zum Top-Verdiener des Teams. Seit der Unterschrift unter den neuen Vertrag werden seine Leistungen jedoch stetig schlechter. Das Mega-Gehalt ist kaum noch zu rechtfertigen. Das Problem: Vor allem nach schwierigen Corona-Jahren dürfte sich kein Verein finden, der bereit ist ein derart hohes Gehalt für einen 32-Jährigen hinzublättern. Auch wenn sich die Verantwortlichen in London dazu entschließen sollten, sich von Aubameyang zu trennen, dürfte es daher vor Ablauf des aktuellen Arbeitspapiers schwierig werden, einen Abnehmer zu finden. Denn das Auba bei einem neuen Verein auf Gehalt verzichtet ist schwer vorstellbar.

Wie geht es für den Star-Stürmer weiter?

Dem 59-fachen Nationalspieler bleiben in naher Zukunft nur wenige Möglichkeiten. Es läuft daher vorerst eher auf einen Verbleib bei den Gunners hinaus. Dass er über eine enorme Qualität verfügt, hat der Gabuner sowohl in England als auch bei seinen vorherigen Stationen in Dortmund und St.-Etienne mehrfach bewiesen. Mit seiner Geschwindigkeit und seiner Torgefahr kann er in Topform beinahe jedes Team der Welt verstärken. Bei weiteren Verfehlungen und anhaltend schlechten Leistungen könnte ihm aber ein ähnliches Schicksal wie Mesut Özil drohen, der die Spiele zum Ende seiner Zeit bei Arsenal meist von der Tribüne aus verfolgen musste.

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Für Aubameyang ist es jetzt wichtig, sich wieder auf seine Stärken zu besinnen und weitere negative Schlagzeilen außerhalb des Platzes zu vermeiden. Vor allem auf dem Platz hat er definitiv das Potenzial, wieder eine wichtige Figur für die Gunners zu werden. Immerhin: Arsenal-Trainer Mikel Arteta scheint den Stürmer trotz seines Verhaltens zu schätzen. Auf die Frage, wie er seine Beziehung zu Aubameyang seit seiner Ankunft in London beschreiben würde, antwortete der Arsenal-Coach: "Sehr, sehr gut". Seinen Kapitänsposten hat der 32-Jährige nun verloren, seine Zukunft bei den Gunners hält er aber noch in den eigenen Händen.

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