PSG-Torwart Matvey Safonov will auch Bayern ärgern
Als Paris Saint-German im vergangenen August Lucas Chevalier für viel Geld als Nachfolger von Gianluigi Donnarumma verpflichtete, war Matvey Safonovs Rolle klar. Der Russe, der im Juli 2024 von FK Krasnodar nach Paris gewechselt war, sollte der Ersatzmann im Tor von PSG bleiben.
28.04.2026 | 10:14 Uhr
Doch der 27-Jährige verdrängte den drei Jahre jüngeren Franzosen und wird auch im Halbfinale gegen den FC Bayern zwischen den Pfosten stehen.
Als der FC Bayern im vergangenen November in der Ligaphase der Champions League 2:1 in Paris gewann, stand Chevalier noch im Tor von PSG, doch ein paar Wochen später zog er sich eine Verletzung am Fußgelenk zu. Im Dezember schlug Safonovs große Stunde.
Elfmeter-Held für PSG gegen Flamengo
Im Finale des Interkontinental-Pokals gegen Copa-Libertadores-Sieger Flamengo aus Rio de Janeiro parierte der Ersatzmann im Elfmeterschießen gleich vier Versuche der Brasilianer und wurde von seinen Teamkollegen gefeiert.
Doch wie sich herausstellte, hatte sich Safonov bei einer seiner Heldentaten an der Hand verletzt. "Wir glauben, es passierte beim dritten Elfmeter", erklärte Trainer Luis Enrique. "Er machte eine seltsame Bewegung und verletzte sich, aber letzten beiden Schüsse hielt er trotzdem. Das Adrenalin war so stark, dass er es schmerzfrei schaffte."
Safonov selbst gab sich kämpferisch. "Wisst ihr, egal was passiert, ich kann nicht gebrochen werden", kündigte der Russe in einem Social-Media-Video an.
Erfolge in der Jugend im Schach
Intelligenz, mentale Stärke und ein unbedingter Wille zeichnen Safonov aus. In seiner Jugend in Russland spielte er Schach und gewann Turniere.
"Ich hätte in vielen Bereichen Erfolg haben können, ich hatte das Zeug dazu. Aber ich habe mich für meinen Weg entschieden. Und heute gilt meine ganze Aufmerksamkeit dem Fußball", erzählte Safonov in einer Dokumentation der Ligue 1. Im Fußballtraining setzte er sich immer wieder neue Ziele.
Sprungkraft und mentale Stärke
"Er hatte folgende Übung: Eine halbe Drehung im Sprung aus der sitzenden Position. Die anderen schafften 10, er 83. Das war eine lustige Übung, die aber viel aussagt", berichtete eine seiner ehemaligen Trainerinnen aus Krasnodar.
Ein anderer Coach erklärte Safonovs Elfmeter-Geheimnis: "Ich haben den Torhütern gesagt: 'Ich werde jedem von euch fünf Bälle reinschießen.' Er sagte: 'Sicher nicht!' Bei den ersten drei Schüssen bewegte er sich nicht, aber dann hatte er all meine Bewegungen verstanden und hielt die nächsten beiden Bälle."
"Ich versuche, den Schützen zu beeinflussen, ihn zu zwingen, sich eine Ecke auszusuchen", verriet Safonov: "Er soll denken, dass ich nach rechts springe, aber im letzten Moment springe ich nach links. Es geht um Nuancen, alles passiert im Bruchteil einer Sekunde."
Ohne Gegentor im Viertelfinale gegen Liverpool
Nachdem er wegen seiner Handverletzung beim Elfmeterschießen gegen Flamengo drei Ligue-1-Spiele und die Champions-League-Partie bei Sporting verpasst hatte, kehrte Safonov Ende Januar ins Tor von PSG zurück.
Zwar leistete er sich Anfang April beim 3:1-Sieg gegen Toulouse einen Fehler, aber Trainer Luis Enrique hat weiterhin volles Vertrauen in den 1,92-Meter großen Keeper.
In beiden Viertelfinal-Spielen gegen Liverpool hielt er sein Tor sauber. Die Halbfinal-Duelle gegen die Bayern-Offensive um Harry Kane werden die wahrscheinlich bisher größte Herausforderung für den Elfmeter-Killer aus Krasnodar.
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