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FC Schalke News: Das bedeutet das Verpassen von Europa für S04

Europa wohl wieder ohne S04! Das sind die Folgen für Schalke

Robert Gherda und Dirk große Schlarmann

03.06.2020 | 20:30 Uhr

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Sky Experte Hamann über Schalke 04.

Nach einer teils überragenden Vorrunde ist Schalke 04 in der Rückserie und speziell nach der Corona-Pause nicht wieder zu erkennen. Die Folge: S04 wird Europa wohl erneut verpassen und dies hat Folgen für die Zukunft.

Nach einer grausamen Saison 2018/19 waren die Bosse auf Schalke vor der laufenden Spielzeit um eine realistische Zielsetzung bemüht. Der neue Trainer David Wagner sollte die nur punktuell veränderte Mannschaft in ruhigere Fahrwasser führen.

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Ein einstelliger Tabellenplatz dürfte es zwar schon sein, aber von Europa League oder gar Königsklasse träumte in Gelsenkirchen niemand. Doch die Hinrunde lief deutlich besser als erwartet und am Ende standen mit 30 Punkten genauso viele Zähler auf dem Konto wie in der Vizemeister-Saison unter Domenico Tedesco.

Schalker Ziele wurden im Winter korrigiert

Die Mannschaft spielte zwar vielleicht etwas über ihrem Level, bewies aber, dass sie in voller Besetzung oben mitspielen kann. Folgerichtig wurden auch die Ziele im Winter nach oben korrigiert. Die Mannschaft schielte sogar in Richtung Champions League, die Bosse wollten zumindest einen EL-Platz sichern.

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Und auch zum Rückrundenauftakt konnte Schalke beim souveränen und hochverdienten 2:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach überzeugen. Seitdem warten Fans und Spieler aber seit mittlerweile elf Bundesligaspielen sehnsüchtig auf einen Sieg. Vor der Coronapause war dies teils noch durch zahlreiche Verletzungen von Leistungsträgern zu erklären:

Mit Daniel Caligiuri, Suat Serdar, Weston McKennie und vor allem Kapitän Omar Mascarell fehlte schließlich zwischenzeitlich das komplette Stamm-Mittelfeld. Manchmal kam auch eine Prise Pech dazu - wie zum Beispiel in Mainz, als McKennie in der Nachspielzeit einen Hochkaräter nicht zum Dreier verwertete oder gegen Paderborn, als Youngster Timo Becker - der wegen einiger Verletzungen sein Startelfdebüt feierte - beim Gegentor zum Ausgleich nicht die allerbeste Figur machte.

Schalke im Tief: Leistungen seit Corona-Pause desolat

Insgesamt waren die Leistungen aber schon nicht mehr auf dem Niveau der Hinrunde, aber auch kein Vergleich zu den desolaten Auftritten in den vergangenen Wochen im Derby gegen den BVB, Augsburg, Düsseldorf oder Bremen. Klar, Stabilisator Mascarell fehlte auch hier an allen Ecken und Enden und mit Amine Harit oder Serdar fehlte es an Esprit in der Offensive, aber derart mutlos hatten die Fans ihre Mannschaft unter Wagner noch nicht gesehen.

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Die Folge: Schalke wurde bis auf Tabellenplatz zehn durchgereicht und der Rückstand auf die Europa-League-Plätze beträgt bereits fünf Punkte. Das erneute Verpassen eines europäischen Wettbewerbs hätte in Verbindung mit der Coronakrise weitreichende Folgen.

Keine auslaufenden Verträge werden verlängert

So wird Schalke nach Sky Informationen keinen der auslaufenden Verträge verlängern. Das betrifft vor allem Caligiuri und Benjamin Stambouli. Vor allem der Abgang des Franzosen schmerzt, denn Stambouli ist hoch angesehen und ein echter Anführer, aber auch schon lange verletzt. Sein üppiges Jahresgehalt kann und will sich Schalke aber nicht mehr leisten. Zwar wurde beiden Spielern während der Saison ein Angebot zu stark reduzierten Bezügen unterbreitet, aber zu einer Einigung wird es nicht kommen.

Darüber hinaus hat auch Jonjoe Kenny keine Zukunft auf Schalke. Der junge Rechtsverteidiger startete furios in die Saison, Schalke wollte den 23-Jährigen auch gerne behalten, aber Kenny muss nach Sky Informationen im Sommer zurück zum FC Everton, der mit Kenny plant.

Ähnlich sieht es bei Barca-Leihgabe Jean-Clair Todibo aus. Den jungen Franzosen hätte man mit Blick auf die Zukunft gerne fest verpflichtet, wenn man verliehene Spieler wie Nabil Bentaleb, Sebastian Rudy oder Mark Uth verkauft hätte. Durch fehlende Mehreinnahmen aus den europäischen Fleischtöpfen wird dieses Geld nun an anderer Stelle benötigt. Todibo wird Königsblau wieder den Rücken kehren.

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Mannschaft wird neues Gesicht bekommen

Generell wird die Mannschaft in der kommenden Spielzeit ein neues Gesicht erhalten, aber wie das Team genau aussehen wird, ist offen. Insgesamt kommen zehn (!) Leihspieler zurück nach Gelsenkirchen. Die wenigsten haben dort eine Zukunft und sollen abgegeben werden.

Interessant ist dabei vor allem die Personalie Mark Uth, der aktuell beim 1. FC Köln überzeugen kann. Uth selbst wäre einem Wechsel nicht abgeneigt. Auch Schalke wäre wohl gesprächsbereit, aber nur wenn sich ein Klub findet, der eine zweistellige Ablöse für den Offensivspieler auf den Tisch legt. Passiert dies nicht, kehrt der Angreifer zurück, denn die Verantwortlichen wissen um dessen Qualität.

Und sonst? Sportvorstand Jochen Schneider kündigte im exklusiven Interview mit Sky Sport an, dass man die aktuelle Krise nutzen wolle, "um die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen". Dies sei auch schon geschehen und gemeinsam mit David Wagner soll der rote Faden wieder aufgenommen werden und man wolle dort "weitermachen, wo wir im Januar oder Februar unterbrochen wurden".

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Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider äußert sich bei Sky exklusiv zur aktuellen Krise. (Länge: 6:22 Minuten)

Trainer David Wagner bleibt - Achse steht

Der Trainer erhielt dabei gleich eine Jobgarantie und kann wohl auf eine gewisse Achse bauen. Mascarell hat sich als unverzichtbar entpuppt und fühlt sich auf Schalke wohl. Er soll auf jeden Fall bleiben. Auch der aktuell unter Form spielende McKennie oder auch Harit, die erst vor kurzem langfristig verlängert haben, sind ein großer Teil der Zukunft auf Schalke.

Zudem soll das Arbeitspapier von Serdar vorzeitig ausgedehnt werden. Es gab Gespräche, in denen der Nationalspieler auch signalisiert hat, dass er sich vorstellen könnte zu bleiben, aber an dieser Front blieb es zuletzt eher still. In der Innenverteidigung hat sich darüber hinaus mit Top-Talent Ozan Kabak und Salif Sane ein gut harmonierendes Pärchen gefunden. Sehr zum Leidwesen von Matija Nastasic, der den Verein im Sommer durchaus verlassen könnte, zumal mit Malick Thiaw das nächste Supertalent aus der Knappenschmiede in den Startlöchern steht.

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Bedarf besteht dagegen im Tor, auf den Außenverteidiger-Positionen und im Sturmzentrum. Zwischen den Pfosten wird Ralf Fährmann zurückkehren und dürfte sich mit einem Neuzugang um die Nummer eins streiten. Markus Schubert könnte dagegen verliehen werden, um weitere Erfahrungen zu sammeln.

Geht der Blick nach Belgien und Niederlande?

Auf den anderen Positionen sucht Schalke nach jüngeren und entwicklungsfähigen Spielern und will vor allem wieder mehr Seele im Team haben. Denkbar, dass sich Michael Reschke und sein Team in der näheren Umgebung, also Belgien, Niederlande oder auch Dänemark umsehen. Hier hat Schalke in der Vergangenheit größtenteils gute Erfahrungen gemacht und Spieler gefunden, die auch von der Mentalität gut nach Gelsenkirchen passen.

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Wie viel Geld allerdings im Portemonnaie ist, hängt ohne Europapokal-Einnahmen auch von den treuen Sponsoren ab. Hier hatte S04 in den letzten Jahren viel Glück, weil diese dem Klub sehr entgegengekommen sind und auch ohne Europa gute Bezüge gezahlt haben.

Es ist aber unklar, wie das nach Corona aussieht. Die sportliche Krise kommt somit zur absoluten Unzeit und es wird spannend zu sehen sein, wie groß der Umbau der Mannschaft am Ende des Tages sein wird.

Mehr zum Autor Robert Gherda

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