Schalke 04 News: Kritik an Grammozis wächst nach Rückschlag gegen Rostock

Heftiger Rückschlag für S04! Grammozis gehen die Argumente aus

Der FC Schalke 04 kassiert mit der überraschenden 3:4-Heimniederlage gegen Hansa Rostock einen dramatischen und bereits den womöglich entscheidenden Rückschlag im Aufstiegsrennen. Trainer Dimitrios Grammozis gehen die Argumente aus.

Selten war ein Dreierpacker nach dem Schlusspfiff so desillusioniert wie Simon Terodde. Statt sich über seine Saisontore 17, 18 und 19 sowie über einen Liga-Rekord (zum sechsten Mal drei Tore oder mehr in der 2. Bundesliga) zu freuen, stand dem Torjäger vom Dienst der Frust ins Gesicht geschrieben.

"Wenn man vier Gegentore gegen Hansa Rostock kriegt, ist das schlecht. Dem müssen wir uns stellen", sagte der Angreifer am Sky Mikro. Dreimal hatte er für seine Farben einen Rückstand gegen den Aufsteiger ausgeglichen, doch am Ende sorgte der Treffer von Nils Fröling in der sechsten Minute der Nachspielzeit für Ernüchterung in der Veltins-Arena. "Rostock hat hier hoch verdient gewonnen", gab Terodde unumwunden zu. Ein vernichtendes Fazit für ein Team, das nichts weniger als den Aufstieg als Ziel ausgerufen hat. Dieses ist in weite Ferne gerückt.

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Schalke-Trainer Dimitrios Grammozis ist nach der bitteren 3:4 (2:2)-Niederlage gegen den FC Hansa Rostock enttäuscht (Videolänge: 1:02 Minuten).

Acht Niederlagen eine zu große Hypothek

Sollte Bremen am Sonntag sein Heimspiel gegen Dresden erfolgreich bestreiten, wäre der Mit-Absteiger bereits um sieben Punkte enteilt und der Rückstand auf den Relegationsplatz würde sechs Punkte betragen. Nur vier Zähler aus den vergangenen vier Partien und zwei Niederlagen gegen den jeweils Tabellen-16. (Düsseldorf und Rostock) haben Schalkes Aufstiegsambitionen den womöglich entscheidenden Dämpfer versetzt.

Dass der Absteiger sich überhaupt noch in Reichweite zu den oberen Rängen befindet, ist nicht der eigenen Stärke, sondern vielmehr der Ausgeglichenheit der Liga geschuldet. Acht Niederlagen nach 25 Spielen (die meisten der Top-6-Teams) dürften am Ende eine zu hohe Hypothek sein.

Um überhaupt noch ein Wörtchen um die ersten drei Plätze mitzureden, bedarf es nun einer Siegesserie. Mehr als zwei Dreier am Stück feierten die Knappen in dieser Spielzeit allerdings erst einmal. In der Hinrunde gelangen gegen Rostock, Ingolstadt, Hannover und Dresden vier Siege in Folge. Daran wollte die Mannschaft von Trainer Dimitrios Grammozis am Samstag eigentlich anknüpfen - und scheiterte maßlos.

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Grammozis' lange Mängelliste

Ein nicht einkalkulierter Rückschlag ausgerechnet zum Start in eine neue Zeitrechnung. Erstmals liefen die Königsblauen nach dem Gazprom-Aus mit dem neuen Sponsor Vivawest und dem Schriftzug "Gemeinsam für Frieden" auf der Brust auf. Schalke hat in dieser Causa erstklassig gehandelt, doch sportlich droht ein weiteres Jahr in der Zweitklassigkeit. Und das mit einem Kader, der vom Potenzial her dazu in der Lage sein müsste, im Kampf um den Aufstieg eine deutlich gewichtigere Rolle zu spielen als bislang.

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Das ruft Kritik hervor, in den Mittelpunkt rückt dabei zwangsläufig Grammozis. Neben der fehlenden taktischen Flexibilität hat es der 43-Jährige bis dato nicht geschafft, der Mannschaft eine Spielidee und ein Konzept zu vermitteln. Die Gelsenkirchener bauen vornehmlich auf Flanken auf Terodde und Standards von Thomas Ouwejan - insgesamt ist das jedoch zu eindimensional und zu leicht ausrechenbar. Das offenbarte auch ein Satz des gegnerischen Trainers: "Man weiß natürlich, wie Schalke die Tore macht, mit Flanken vor allem über links", sagte Rostocks Jens Härtel.

Gegen Hansa hat dieses Stilmittel dennoch drei Mal funktioniert, aber es hat nicht gereicht, um erfolgreich zu sein und wird am Ende auch zu wenig sein, um in die Bundesliga zurückzukehren. Dazu ist es Grammozis nicht gelungen, Akteure wie Rodrigo Zalazar, Dominick Drexler oder Kapitän Danny Latza (gegen Rostock gar nicht im Kader), die im Mittelfeld insbesondere in der aktuellen Phase eine Schlüsselrolle einnehmen müssten, auf ein Top-Level zu hieven. Das Trio performt aus unterschiedlichsten Gründen weit unter seinen Möglichkeiten.

Grammozis liegt mit Einschätzung falsch

Durch passende Reaktionen auf Rückschläge und der Schlagdistanz zu den Aufstiegsrängen hat Grammozis eine größere Diskussion um seine Person bislang stets vermieden, doch nun gehen ihm sukzessive die Argumente aus. Zumal er auch in der Außendarstellung nicht immer die beste Figur abgibt.

Den öffentlichen Klartext wie nach der schaurigen 1:2-Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf wäre in der Vergangenheit schon deutlich eher angebracht gewesen. Stattdessen sorgen verwunderliche Aussagen wie nach dem Remis gegen den KSC ("Der Platz war sehr stumpf heute, sehr trocken - ich denke, das war ein taktischer Schachzug von Karlsruhe") für Kopfschütteln in der Fan-Szene.

Auch nach der Niederlage gegen Rostock lag Grammozis mit einer Einschätzung falsch. Angesprochen auf das Fehlen von Ouwejan erklärte er, dass man ihn fit bekommen hätte, "wenn es heute ein Endspiel gewesen wäre". Die Wahrheit: Für Schalkes war es ein Endspiel. Das Erste von zehn.

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