Schiedsrichter-Zoff: Manuel Gräfe muss zum Rapport
Nach Kritik an Schiri-Führungsriege
15.10.2017 | 12:49 Uhr
Die Bundesliga-Schiedsrichter kommen nicht zur Ruhe. Abseits der sportlichen Diskussion über den Videobeweis scheint es intern weiter zu brodeln - am Dienstag sollen bei einer Art "Friedensgipfel" in Frankfurt/Main die teils schwerwiegenden Vorwürfe gegen die früheren Schiri-Bosse Herbert Fandel und Hellmut Krug aufgearbeitet werden. "Chefkritiker" Manuel Gräfe (Berlin) wird zum Rapport bestellt.
"Dass es am Dienstag ein Gespräch zu den von Manuel Gräfe geäußerten Vorwürfen geben wird, ist korrekt. Allerdings findet dieses, anders als dargestellt, auf mein und das Betreiben der Schiedsrichter-Kommission statt", sagte DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann. Die Bild am Sonntag berichtete, die Initiative sei eher aus den Reihen der Schiedsrichter gekommen.
Gräfe wirft Krug und Fandel Fehlverhalten vor
Gräfe hatte zu Saisonbeginn dem Berliner Tagesspiegel ein viel beachtetes Interview gegeben, in dem er Fandel und Krug fehlende Transparenz, schlechten Führungsstil und Vetternwirtschaft vorwarf.
Die Bild am Sonntag schrieb von systematischem Mobbing bei Schiedsrichter-Lehrgängen, von der Bevorzugung von "Lieblingen" und sogar von "Spionage". Fandel ist inzwischen Vorsitzender des DFB-Schiedsrichterausschusses, Krug "Chef-Instruktor" und Projektleiter Video beim Weltmeister-Verband. Chef der Unparteiischen ist aber seit 2016 Lutz Michael Fröhlich. Der 60-Jährige gilt bei den Referees als äußerst beliebt, Gräfe lobte Fröhlich für dessen nun geltendes "Leistungsprinzip".
Dass Gräfe an die Öffentlichkeit ging, hatte aber auch dem neuen Schiri-Chef nicht gefallen. "Generell vertreten Lutz Michael Fröhlich als Vorsitzender der Elitekommission und ich die Auffassung, dass offene, konstruktive und lösungsorientierte Gespräche immer zielführender sind, als Kollegen oder ehemalige Vorgesetzte möglicherweise aus persönlichen Befindlichkeiten öffentlich mit nicht nachvollziehbaren Vorwürfen zu konfrontieren", sagte Zimmermann.