Tonda Eckert berichtet nach Spionage-Affäre von Morddrohungen: Southampton-Trainer spricht offen über Folgen
Tonda Eckert hat nach der Spionage-Affäre beim FC Southampton von Morddrohungen und schlaflosen Nächten berichtet. Der deutsche Trainer übernimmt die Verantwortung für die umstrittene Entscheidung.
03.08.2026 | 10:58 Uhr
Der Southampton-Coach äußerte sich erstmals ausführlich zu den Folgen der Affäre. Dem Verein drohen weiterhin sportliche und persönliche Konsequenzen.
Die Spionage-Affäre beim FC Southampton beschäftigt weiterhin den englischen Fußball. Trainer Tonda Eckert hat nun offen über die persönlichen Folgen des Vorfalls gesprochen.
Im Interview mit dem Kicker berichtete der deutsche Coach von schlaflosen Nächten. "Es gab sie. Vor allem gab es ein permanentes Gedankenkarussell. Als Cheftrainer bin ich für eine Entscheidung verantwortlich, die wir sehr bereuen", sagte der deutsche Coach.
Besonders belastend seien die Reaktionen nach Bekanntwerden des Falls gewesen. Der Southampton-Trainer bestätigte, Morddrohungen erhalten zu haben. "Ja, das konnte auch nicht mehr ohne Polizei ablaufen. Ich möchte nicht auf Details eingehen, nur so viel: Mir wurde empfohlen, nicht mehr selbst zu fahren, sondern hinten im Auto zu sitzen. Das war sehr schwierig", schilderte Eckert in großer Offenheit.
Premier-League-Chance verpufft
Die unabhängige Disziplinarkommission der English Football League (EFL) hatte Southampton zuvor hart bestraft. Der Klub wurde aus den Championship-Playoffs ausgeschlossen und verlor damit die Chance auf den Aufstieg in die Premier League.
"Die Konsequenzen hätten für den Verein und die Mannschaft kaum härter sein können. Dann kommt eine öffentliche Wucht, auf die einen nichts vorbereitet", sagte Eckert.
Nach Einschätzung der Kommission hatten Mitarbeiter des Vereins gegnerische Trainingseinheiten beobachtet. Eckert soll diese Vorgehensweise autorisiert haben. Das ist nach den Regularien der EFL ausdrücklich verboten.
Eckert übernimmt Verantwortung
Der Trainer räumte ein, die Maßnahme genehmigt zu haben. Gleichzeitig betonte er, dass ihm die entsprechende Regelung zuvor nicht bekannt gewesen sei. "Ich wusste es nicht, nein. Ich habe es aber autorisiert, deshalb liegt die Gesamtverantwortung bei mir. Gerade in England sind in der Rolle des Managers viele Aufgaben gebündelt. Die Entscheidung war falsch und hatte riesige Folgen für Spieler, Fans und den Verein", sagte Eckert.
Neben den Sanktionen gegen Southampton drohen Eckert weitere Konsequenzen. Der englische Fußballverband FA hat den Deutschen angeklagt. Eine zusätzliche Sperre ist weiterhin möglich.
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