BVB-Geschäftsführer Lars Ricken spricht über Titelchancen, Bayern, Musiala & El Mala
Für Lars Ricken ist der Supercup ist nicht der einfachste, aber der schnellste Weg zu einem Titel für Borussia Dortmund.
21.08.2026 | 10:01 Uhr
Der Geschäftsführer von Borussia Dortmund spricht im exklusiven Interview mit RTL und Sky Sport unter anderem über die Saisonziele des BVB, den FC Bayern München, die Zusammenbrüche von Jamal Musiala und den gescheiterten El-Mala-Transfer.
Lars Ricken (Geschäftsführer Borussia Dortmund) ...
... über die Zusammenbrüche von Jamal Musiala:
"Bei aller Rivalität zwischen Dortmund und Bayern geht es hier nicht um den Spieler Musiala, sondern um den Menschen. Ich war sehr erschrocken, als ich die Bilder gesehen habe. Aber er ist bei den Bayern medizinisch in guten Händen und geht damit auch sehr offen um. Ich hoffe, dass er bald wieder auf dem Platz steht - am Ende wollen wir uns mit den Besten messen. Was man aus München hört, stimmt da aber optimistisch."
... über den anstehenden Supercup gegen den FC Bayern München:
"Jetzt geht es einfach um einen Titel - kein Vergleich mit Meisterschaft, Pokal oder Champions League, aber eben ein Titel bei uns im Stadion, vor unseren Fans. Und ehrlicherweise will ich das nicht - ich glaube, das will kein BVB-Fan - die Bayern mit einem Titel in unserem Stadion feiern sehen. Deshalb wollen wir den Fans sofort zeigen, wie groß unsere Ambitionen sind. Das kann ein richtig interessantes Spiel werden - und für uns auch eine Initialzündung für die Saison."
... über den Supercup als "einfachsten" Titel:
"Ob es der einfachste Titel ist, weiß ich nicht - es geht immerhin gegen eine der stärksten Mannschaften Europas, die sich noch mal gut verstärkt hat. Gerade bei Titeln sind die Bayern immer da. Also mit Sicherheit nicht der einfachste, aber zumindest der schnellste Weg."
... über die Ziele der kommenden Saison:
"Wir wollen mutiger, unbequemer und herausfordernder werden. Wenn wir das zeigen, verzeihen uns die Fans auch mal eine Niederlage. Titel waren bei uns immer eine besondere Geschichte zwischen Verein, Mannschaft und Fans - so eine Geschichte kann sich auch über eine Saison entwickeln. Im März kann man dann konkreter schauen, wo wir stehen. Aktuell geht es erst mal darum, fleißig zu sein und uns in die Saison hineinzuarbeiten."
... auf die Frage, ob man mit den Bayern auf Augenhöhe ist:
"Man muss anerkennen, was die Bayern über Jahrzehnte geleistet haben - in den letzten beiden Saisons lagen wir relativ viele Punkte zurück. Aber wir wollen herausfordernd sein, kein einfacher Gegner. Da wollen wir natürlich auch gewinnen. Aber man muss die Leistung der Bayern natürlich auch anerkennen."
... auf die Frage, ob man an die Bayern überhaupt noch herankommt:
"Ich halte nichts vom Rumjammern. Die Bayern haben einen größeren Etat, die Engländer geben für Transfers Milliarden aus, wir in der Bundesliga nur ein paar hundert Millionen - trotzdem sind wir ein außergewöhnlicher Klub und wollen es bleiben. Die positive Stimmung bei uns hat auch damit zu tun, dass es eine Diskrepanz gibt zwischen dem, was man von unserer Sommertransferperiode erwartet hat, und dem, was wir am Ende gemacht haben. Ich glaube, das ist für alle sehr stimmig."
... über Titelambitionen:
"Es wäre mal wieder schön, ja. Unser letzter Titel war während Corona, ohne Fans. Aber am Ende müssen wir jetzt nicht darüber reden, was irgendwann im Mai passiert. Dazwischen liegen 50 Spiele, in denen unsere Fans jedes Mal eine Erwartungshaltung haben, die wir erst erfüllen müssen. Wenn sie merken, dass wir als Einheit um den Sieg kämpfen und gleichzeitig für Spektakel sorgen, sehen sie unser Potenzial. Und wenn am Ende ein Titel dabei herausspringt, wehrt sich natürlich keiner dagegen."
... über den geplatzten Wechsel von Said El Mala:
"Also erst einmal ist das nur ein Gerücht, das müssen wir festhalten. [...] Es ist aber natürlich kein Geheimnis, dass wir El Mala gerne verpflichtet hätten. Wir hatten uns dabei finanziell aber wirklich eine Grenze gesetzt. Da muss ich auch Ole (Book, Anm. d. Red.) und Niko (Kovac, Anm. d. Red.) ein großes Kompliment machen. [...] Aber wir waren uns alle drei einig: Bis dahin werden wir gehen - und nicht weiter. Das haben wir dann auch mit aller Konsequenz durchgezogen und, glaube ich, ein Stück weit Stärke gezeigt. Das Thema ist abgehakt. Ich glaube, die Kölner haben sich immer vernünftig mit uns ausgetauscht. Said hat einen Wechsel auch nicht irgendwie erzwungen. "
... über die Erwartung an Jürgen Klopp beim DFB:
"Es ist natürlich schon bemerkenswert: So schlecht und unzufrieden wir nach der WM waren und mit dem, was dort passiert ist - durch die Ankunft von Jürgen Klopp dreht sich gerade alles. Alle sind total positiv, und es herrscht eine Aufbruchstimmung. Ich glaube auch, dass es wirklich gut wird. Mit seiner Erfahrung, seiner Autorität und auch den Emotionen, die er wieder ein Stück weit in den deutschen Fußball bringt, ist das wirklich eine sehr gute Entscheidung. [...] Wir werden uns am Samstag noch vor dem Spiel treffen. Ich glaube, es ist auch schön für ihn, in offizieller Funktion wieder in den Signal Iduna Park zu kommen. Natürlich ist es dann unser Anspruch als Borussia Dortmund - aber letztlich muss ihn jeder Verein haben -, die Spieler in bestmöglicher Verfassung zum DFB und zu Jürgen Klopp zu schicken. Am Ende hat er immer nur ein paar Tage Zeit und muss mit dem zurechtkommen, was wir ihm anbieten. Dementsprechend hat nicht nur Jürgen Klopp eine Verantwortung, sondern wir als Vereine natürlich auch."
... darüber, dass die Bundesliga nach einem Titel des BVB lechzt:
"Das kann ich auch verstehen. Wir lechzen ja auch danach. Aber vorher kommen noch ein paar andere Sachen, die wir erledigen müssen. Und wie gesagt: Wenn es am Ende so kommt, werden wir uns nicht dagegen wehren."
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