DFB: Matthäus über Klopps ersten Kader als Bundestrainer

Im exklusiven Interview mit RTL und Sky Sport spricht Weltmeister Lothar Matthäus über den ersten Kader von Jürgen Klopp als Nationaltrainer, die Neulinge im DFB-Team und die ersten Spiele in der Nations League.

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Im exklusiven Interview mit RTL und Sky spricht Lothar Matthäus über den ersten Kader von Jürgen Klopp als Nationaltrainer und die legendäre Pressekonferenz zu den Nominierungen.

Auch über das Fehlen von Deniz Undav äußert sich Matthäus.

Lothar Matthäus...

...über die DFB-Pressekonferenz und die beiden Kader:

"Also für mich war es eine sehr informative, eine sehr klare Pressekonferenz mit vielen Messages zu den Spielern, zu den Fans, zu Deutschland. Das war eine der besten Pressekonferenzen, die ich je gesehen habe. Nicht nur die Spielernominierung, auch die Aufteilung in zwei Kader, was ich super finde. Es ist wichtig, dass der Bundestrainer die Spieler, den Charakter der Spieler, nicht nur die Qualität, sondern auch das Verhalten in der Gruppe, dass er das kennenlernt. Und deswegen verstehe ich Jürgen Klopp. Als ich selbst als Nationaltrainer in Ungarn gearbeitet habe, habe ich auch bei jedem Lehrgang so drei bis vier Spieler dabei gehabt, die ich einfach mal kennenlernen wollte. Deswegen ist das jetzt nicht ganz was Neues.

Ganz was Neues sind eben die je 22 oder 23 Spieler für zwei Länderspiele. Praktisch sind das ja zwei Lehrgänge, ein Casting. Ich finde die Kader ideal. Und da geht es nicht um jung, alt, drei Minuten in der Bundesliga, zwei Spiele in der Bundesliga. Es geht darum, dass der Trainer das Recht hat, die Spieler besser kennenzulernen und nicht nur, wenn er zuschaut. Sondern dass er sie bei sich hat, dass er mit ihnen reden kann, dass er sie auf etwas hinweisen kann, seine Spielidee übermitteln. Und ich glaube, besser kann man es nicht regeln."

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Bundestrainer Jürgen Klopp erklärt, warun er zwei Kader für die vier Spiele nominert hat.

...über Jürgen Klopps Versuch, Fußball-Deutschland wieder zu vereinen:

"Er muss auch verstehen, dass 83 Millionen nicht alle seine Meinung haben, sondern jeder hat ja seinen Favoriten in der Mannschaft. Der Stuttgart-Fan will die Stuttgarter Spieler sehen, der Kölner Fan will den El Mala sehen. Also da wird es natürlich auch mal Diskussionen geben und die muss es geben im Fußball. Warum spielt der, warum spielt der nicht? Aber Jürgen Klopp ist der Bundestrainer und der Bundestrainer hat die Verantwortung. (...) Es muss wieder eine Mannschaft auf dem Platz stehen und ich glaube, dass er das auch mit seiner Pressekonferenz heute, aber auch mit seiner Tagesarbeit bisher, schon gezeigt hat. Freitagabend beim Spiel, Samstag beim Spiel, während der Woche, bei einer Trainingseinheit. Also er ist sehr aktiv, aktiver als Julian Nagelsmann. Und ich glaube, gerade das kommt in Deutschland an, nämlich nicht nur irgendwie einen schönen Job zu haben, sondern auch dafür, alles zu tun, dass schnellstmöglich wieder Erfolg zurückkommt."

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Im exklusiven Interview mit RTL und Sky spricht Weltmeister Lothar Matthäus über den Versuch von Jürgen Klopp, Fußball-Deutschland wieder vereinen zu wollen.

...über die Bedeutung der Nationalmannschaft für die Neulinge im Kader:

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"In Ihren Clubs haben Sie überzeugt, aber Nationalmannschaft ist was anderes. Da ist eine andere Beobachtung da. Da hat man jetzt nicht die Tageswärme um sich herum, die Wohlfühloase. Das ist jetzt was anderes. Sie treffen sich in Herzogenaurach im Campus. Und dann beginnt für die Jungs, die jetzt das erste Mal dabei sind, ein neues Leben. Das Interesse wird größer, die Interviews werden anders geführt in Herzogenaurach als vielleicht in Elversberg oder in Freiburg oder sonst irgendwo. Aber sie sind darauf vorbereitet, sie sind jetzt dabei. Der eine ein bisschen mehr, der andere ein bisschen weniger. Sie sind schon irgendwie auf diesen Schritt vorbereitet worden, Profi zu sein. Und jetzt sind Sie vielleicht fast Nationalspieler. Ich glaube nicht, dass alle ihre Einsätze bekommen werden. Aber sie können sich zumindest zeigen. Und Klopp hat das im Endeffekt dann durchgezogen, was er gesagt hat: Jeder hat eine Chance."

...über Said El Mala vom 1. FC Köln:

"El Mala ist für mich der Neuling, der sich wahrscheinlich am meisten in den Vordergrund gespielt hat, auch weil er die ganze Zeit so wichtig war für den 1. FC Köln. Ich gehe davon aus, dass El Mala gerade über die Flügel genau das verkörpert, was Jürgen Klopp will: Geschwindigkeit, Zug zum Tor, körperlich sehr stark. Und das sind so dann Spieler, die in dieses System passen."

...über Lennart Karl und Tom Bischof:

"Ja, die haben es verdient und haben sich auch bei Bayern München durchgesetzt. Sind jetzt nicht die absoluten Stammspieler. Aber auch da wurde wieder ein Kompromiss gefunden mit der U21. Auch Karl kommt aus einer Verletzung, ähnlich wie Gnabry und Musiala. Und Schlotterbeck hat jetzt zwei Kurzeinsätze gehabt und deswegen ist es auch da vollkommen richtig, alles so zu verteilen, wie es geht, in Absprache mit den Vereinen. Es kann im Endeffekt für alle - für die beteiligten Spieler, für die Trainer, für den Verein - eigentlich nur eine Situation sein, wo sie gewinnen können."

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Bundestrainer Jürgen Klopp spricht über die Stärken von Bayerns Lennart Karl und Tom Bischof.

...über das Fehlen von Deniz Undav:

"Drei Tore, zwei Vorlagen - natürlich war er einer der wenigen WM-Lichtblicke in der deutschen Mannschaft. Zur Zeit läuft es nicht so ganz rund bei ihm, nicht nur mit den Toren und den Vorbereitungen, sondern er ist weniger im Spiel eingebunden, bringt sich weniger im Spiel ein. Das liegt ja nicht an der Mannschaft, das liegt auch an ihm. Und vielleicht war alles ein bisschen viel für Deniz in den letzten Monaten. Dieses Theater mit Julian Nagelsmann über monatelang vor der Weltmeisterschaft, Nationalspieler geworden, bei der Weltmeisterschaft gleich Tore geschossen, zu Recht in den Himmel gehypt worden. Danach Kapitän, bester Vertrag, der je in Stuttgart unterschrieben worden ist. Es macht schon was mit dem Kopf und vielleicht lässt man dann das eine oder andere Prozent links oder rechts liegen. Und das hat ihm vielleicht dann auch in den ersten Spielen gefehlt. Aber so wie ich ihn kenne, wird er auf jeden Fall alles probieren, bei den nächsten Länderspielen, die dann im November stattfinden, vielleicht dabei zu sein."

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Bundestrainer Jürgen erklärt, wie er den Spielern, die nicht nominiert wurden, diese Entscheidung mitgeteilt hat. U.a. Deniz Undav und Leroy Sane fehlen im ersten Klopp-Aufgebot.

...über den Erfolgsdruck in den ersten Spielen:

"Jedes positive Ergebnis gibt ja nicht nur der Mannschaft Selbstvertrauen, sondern bringt auch uns Fans wieder hinter die Nationalmannschaft. Wir sind jetzt viele Jahre enttäuscht worden. Zwischendurch war mal ein Lichtblick da, aber bei den Weltmeisterschaften sind wir immer sehr früh nach Hause gefahren. Und der Name Jürgen Klopp, der elektrisiert schon. Die Fans stehen natürlich hinter ihm, haben ja auch gewollt, dass er der richtige Nachfolger von Julian Nagelsmann ist. Und ich glaube, dass natürlich Siege die wichtigste Medizin sind für Fußballdeutschland, diese Mannschaft wieder ins Herz zu schließen, wie sie uns 1990 geschlossen haben, wie sie 2014 die Mannschaft ins Herz geschlossen haben. Vielleicht müssen sie nicht gleich die Nations League gewinnen. Aber es wäre schon schön, wenn man da weit kommen würden. Vielleicht das Finale erreichen wie vor zwei Jahren, wo wir hier in Deutschland trotz zwei Niederlagen ordentliche Spiele gemacht haben gegen die Creme de la Creme in Europa. Und dazu gehören wir ja vom Namen. Aber leistungsmäßig haben wir jetzt lange nicht dazugehört. Die Nations League hat einen Stellenwert bekommen, an den wir vor fünf, sechs Jahren noch nicht geglaubt haben in Deutschland. Hier geht es um was. Hier kann man einen Titel gewinnen, auch wenn es nur ein kleinerer Titel ist. Aber auch ein kleinerer Titel würde dem deutschen Fußball richtig gut tun."

...über die Gegner in der Nations League:

"Die Holländer sind ganz sicher die Mannschaft, die am meisten Qualität mitbringt. Ähnliche Situation wie Deutschland mit Xavi, auch ein neuer Trainer. Xavi hat jetzt nicht unbedingt einen Nachteil, weil Holland einen ähnlichen Stil spielt wie Barcelona in den Jahren zuvor. Und deswegen ist es gleich vielleicht ein entscheidendes Spiel um Platz eins. Der Sieger hat natürlich die Vorteile, weil sie für mich die beiden Favoriten sind. Im Gegensatz zu Griechenland und Serbien natürlich. Vom Spielermaterial bringen diese beiden Länder ganz sicher nicht die Qualität mit, die die Niederlande und Deutschland haben. Aber vor allem bei Heimspielen können sie uns dann schon gefährlich werden. Hier zu Hause in Deutschland sollten wir gerade gegen die beiden Mannschaften zwei Spiele gewinnen, sowohl in Augsburg als auch in München. Und dann werden wir weitersehen. Wir können auch nicht erwarten, dass die Mannschaft vier Spiele gewinnt. Aber auch das ist möglich. Und das wäre natürlich der ideale Start für Jürgen Klopp und seine Truppe."

Das erste Spiel von Jürgen Klopp als Bundestrainer, Niederlande - Deutschland, läuft am 24.9., ab 19:40 Uhr, live bei RTL.

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