Didi Hamann lobt BVB-Transferstrategie, feiert El Mala und kritisiert Premier-League-Geldfluss
Didi Hamann hat die Transferpolitik von Borussia Dortmund gelobt, den Verbleib von Said El Mala beim 1. FC Köln gefeiert und den Geldfluss in der Premier League scharf kritisiert. Der Ex-Nationalspieler sieht beim BVB großes Potenzial, fordert aber mehr Führungsstärke.
01.09.2026 | 22:10 Uhr
Vor allem der Wechsel von Ethan Nwaneri zu Borussia Dortmund überzeugt Hamann im exklusiven Interview mit RTL und Sky Sport. Gleichzeitig sieht er in Said El Mala einen Schlüsselspieler für die Zukunft des 1. FC Köln.
Didi Hamann über …
... die vielen Transfers junger Spieler von Borussia Dortmund: "Wenn du so viele junge Spieler holst, brauchst du natürlich auch ältere, die sie führen. Da liegt natürlich viel Verantwortung auf einem Anton, einem Schlotterbeck, einem Nmecha, auch wenn der selbst noch relativ jung ist. Auch ein Guirassy muss sich anders verhalten, wenn er ausgewechselt wird. Da muss er mit gutem Beispiel vorangehen, dann werden die Jungen folgen. Dieser Transfer (von Ethan Nwaneri, Anm. d. Red.), wäre wahrscheinlich ohne die bittere Verletzung von Giannis Konstantelias nicht zustande gekommen. Das ist ein wunderbarer Wechsel für den Spieler und den Verein. Dortmund ist dafür bekannt, junge Spieler, vor allem aus England, auf ein neues Level heben zu wollen. Ich bin sehr gespannt auf den Jungen. Ich glaube, er hat eine super Entscheidung getroffen, der BVB auch."
... den Verbleib von Said El Mala in Köln: "Er hat direkt getroffen im ersten Spiel und das ist natürlich ein super Zeichen. Man sehnt sich nach dem nächsten Poldi. Man hofft, ihn jetzt gefunden zu haben. Er wird natürlich irgendwann um Titel mitspielen wollen. Für die Stadt, für den Verein ist der Verbleib ein wunderbares Zeichen. Ich hätte ihn gerne in Dortmund gesehen. Das ist ein Spieler, der bei der WM hätte dabei sein sollen, jetzt in der Nationalmannschaft dabei sein muss. Ich glaube, es gibt wenige, die die Qualitäten haben in Deutschland, die er hat. Aber für Köln ist das ein Riesen-Deal, den Vertrag zu verlängern. Das wird sich auszahlen. Er wird die Kölner in der Liga halten."
... den immensen Geldfluss in der Premier League: "Alle Vereine sind defizitär. Das Financial Fair Play wurde eingeführt und es wurden ja auch schon Vereine sanktioniert. Wenn ich dann aber schaue, was Liverpool oder Chelsea machen. Das ist der Wilde Westen, das ist ungerecht. Wenn du einen Wettbewerb willst, dann brauchst du irgendwo Chancengleichheit. Und wenn die nicht gegeben ist, dann sagen wir: 'Macht ihr euer Ding, wir machen unser Ding.' Aber dann brauchen wir irgendwann keine Champions League mehr spielen. Wenn die Engländer Löcher haben von 100, 200 oder 300 Millionen Pfund und die Besitzer diese Löcher stopfen, was in Deutschland nicht möglich ist, dann können wir nicht im selben Wettbewerb spielen. Dann müssen wir schauen, was wir in Zukunft machen. Für das, was England macht und was für Gelder fließen, schlägt sich der Rest von Europa nicht schlecht."
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... das Transfenster des FC Bayern: "Sie waren letztes Jahr nah dran. Und wenn du eine Mannschaft hast, die in Europa unter den letzten Vier steht, ist es natürlich sehr schwer, die zu verbessern. Der Kader war natürlich etwas klein. Man hat einige junge Spieler hochgezogen und wenn man die Erste-Elf verbessern will, muss man natürlich tief in die Tasche greifen. Das war im Verhältnis zu England aber noch voll im Rahmen. Das sind zwei Spieler (Nathaniel Brown und Ismael Saibari, Anm. d. Red.) mit Startelf-Potential. Man hat die Spieler abgegeben, die man abgeben wollte. Wenn man einen großen Kader hat, muss man alle bei Laune halten."
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