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FC Barcelona News: Barca im Porträt: Ein Löwe, Garcia, Pedri und ein X-Faktor

Das neue Barca: Ein Löwe, Garcia, Pedri und ein X-Faktor

Robert Gherda

28.08.2021 | 15:43 Uhr

Pedri (l.) und Ansu Fati werden eine wichtige Rolle in der Zukunft des FC Barcelona spielen.
Image: Pedri (l.) und Ansu Fati werden eine wichtige Rolle in der Zukunft des FC Barcelona spielen.  © Getty

Der FC Bayern trifft in der Champions League auf den FC Barcelona. Als die beiden Schwergewichte zuletzt in der Königsklasse aufeinandertrafen, demütigten die Münchner die Katalanen und schossen Barca mit 8:2 ab. Seitdem ist auch noch Superstar Lionel Messi weg - und doch könnte es die Aufgabe gegen Barcelona in sich haben.

Der 5. August 2021 wird immer als der Tag in die Geschichte eingehen, als der FC Barcelona das Ende der Zusammenarbeit mit Lionel Messi bekannt gab. Der Anfang vom Ende war allerdings fast genau ein Jahr zuvor, denn am 14. August 2020 deklassierte der FC Bayern den spanischen Renommierklub im Viertelfinale der Champions League mit 8:2 und Messi hatte genug gesehen.

Pleite gegen Bayern erschütterte Barca

Der Argentinier wollte nur noch weg und auch wenn er seine Meinung später noch einmal änderte und letztlich auch andere Faktoren eine Rolle spielten, hätte Messi ohne das Debakel gegen die Bayern seinen Vertrag mehr als wahrscheinlich nicht auslaufen lassen. Barcas Rekordspieler würde somit auch heute noch in Spanien statt in Frankreich bei Paris St. Germain spielen.

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Die historische Klatsche hinterließ aber nicht nur beim Superstar Spuren, sondern erschütterte den hoch verschuldeten Klub bis ins Mark. Ein neuer Präsident wurde seitdem gewählt - Joan Laporta löste den ungeliebten Josep Maria Bartomeu ab - und auch sportlich haben andere Leute mittlerweile das Sagen. Trainer Ronald Koeman löste Quique Setien ab, der das Debakel gegen die Bayern durch einige fragwürdige Personalentscheidungen auch mit beeinflusst hatte.

Und auch der Mannschaft wurde frisches Blut zugeführt, so dass man vor den Duellen in der Gruppenphase schon jetzt sagen kann, dass ein erneuter 8:2-Sieg der Bayern auch ohne Messi auszuschließen ist

Neues Innenverteidiger-Pärchen

Barcelona dürfte ein mehr als ernst zunehmender Gegner sein, denn die Katalanen verfügen in allen Mannschaftsteilen über viel individuelle Qualität. Das beginnt im Tor mit Marc-Andre ter Stegen. Der Nationalspieler, der beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Teams schon im Tor stand, aber keinen guten Tag erwischte, ist aktuell zwar verletzt, sollte aber rechtzeitig fit sein und ist nach wie vor einer der besten Torhüter der Welt.

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Vor ihm hat Barca mit Eric Garcia endlich den langersehnten Partner für Routinier Gerard Pique in der Innenverteidigung gefunden: Der erst 20-Jährige kam ablösefrei von Manchester City und stand in beiden Ligaspielen in der Startformation. Das ist vor allem deshalb beachtlich, weil der Youngster die komplette Vorbereitung fehlte, nachdem er für Spanien zunächst bei der Euro und anschließend auch noch bei Olympia gefragt war.

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Garcia verdrängt damit Clement Lenglet, der nicht nur gegen die Bayern jederzeit für einen kapitalen Aussetzer gut war. Links verteidigt weiterhin Jordi Alba, aber rechts wurde Nelson Semedo, der wahrscheinlich immer noch Alpträume von Alphonso Davies hat, rasch nach der Pleite Richtung England verschifft. Aktuell hat auf dieser Position der ehemalige Bayern-Flirt Sergino Dest die Nase vorne, aber auch Neuzugang Emerson oder Urgestein Sergi Roberto haben Ambitionen auf Einsätze. Koeman hat also zahlreiche Optionen.

Pedri im Mittelfeld gesetzt

Die wichtigste Personalie in der Defensive aber ist Garcia, der sowohl für Spanien als auch für Barca mit seiner abgeklärten Art überzeugt und dafür sorgt, dass die Barca-Abwehr besser vorbereitet ist auf die gefährlichen Waffen der Bayern-Offensive.

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Auch im Mittelfeld hat sich bei Barca etwas getan, denn hier ist ein weiterer Youngster nicht mehr wegzudenken. Pedri ist mit gerade einmal 18-Jähren drauf und dran, das Gesicht der Katalanen zu werden. In der vergangenen Spielzeit lief er unfassbare 73 (!) Mal für Land und Klub auf und war auch ohne Pause in den ersten beiden Ligaspielen der neuen Saison wieder die Schaltzentrale. In den kommenden zwei Wochen soll Pedri endlich Urlaub bekommen, sodass er gegen die Münchner wieder mit vollen Akkus auflaufen kann.

Neben dem besten Youngster der Euro, der von seiner Spielweise stark an Barca-Legende Andres Iniesta erinnert, sind Frenkie De Jong und Kapitän Sergio Busquets gesetzt. Der Niederländer ist einer der besten Box-to-Box-Spieler der Welt und für jeden Gegner durch seine Läufe in die Tiefe eine Gefahr. Und Busquets erlebt aktuell seinen zweiten Frühling, denn er wirkt in den vergangenen zwölf Monaten wie ausgewechselt.

Dieses Dreier-Mittelfeld soll für eine bessere Statik im Spiel sorgen, als dies noch vor gut einem Jahr in Lissabon gegen die Münchner der Fall war. Die abgelaufene Saison hat gezeigt, dass die Abstimmung bei dem Trio durchaus passt und auch der Mix aus Defensive und Offensive durchaus als ausgewogen bezeichnet werden darf.

Neuzugang Depay zeigt seine Qualitäten

Offensive ist das richtige Stichwort, denn diese wird ohne Messi anders aussehen als in den letzten Jahren. Allerdings verspricht die neue Offensive Dreierreihe durchaus Spektakel. Ohne Messi könnte Antoine Griezmann aufblühen und endlich die Qualitäten zeigen, die ihn bei Atletico zu einem der begehrtesten Angreifer der Welt machten.

Doch der noch größere Fokus könnte auf zwei anderen Offensivkräften liegen. Zum einen ist da Memphis Depay, der als absoluter Wunschspieler von Koeman ablösefrei aus Lyon nach Barcelona wechselte. Der Angreifer, der für ein gigantisches Löwen-Tattoo auf seinem Rücken bekannt ist und dessen Auto-Biografie auch Heart of a Lion - also Herz eines Löwen - heißt, spielt auch so ähnlich.

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Depay lauert immer auf seine Chance, ist mit dem Ball aber stets brandgefährlich. Ein Zusammenspiel mit Messi hätte sich aufgrund ähnlicher Spielweisen vielleicht als problematisch herausgestellt, aber ohne den Argentinier kann Depay seine Trümpfe voll ausspielen und wusste bisher bereits als Torschütze und Vorlagengeber zu gefallen.

Fati als X-Faktor

Hinzu kommt noch der große X-Faktor bei den Katalanen: Ansu Fati. Der wie Pedri ebenfalls erst 18-jährige spanische Nationalspieler gilt bereits seit knapp zwei Jahren als legitimer Messi-Nachfolger. Fati war bei seinem Profidebüt im August 2019 mit 16 Jahren, 9 Monaten und 25 Tagen jünger als der sechsfache Weltfußballer und löste La Pulga etwas später als jüngster Torschütze der Barca-Geschichte ab.

In der vergangenen Saison gelangen ihm in den ersten zehn Pflichtspielen in La Liga und Champions League fünf Treffer und vier Vorlagen, ehe eine hartnäckige Meniskusverletzung letztlich sogar das Saisonende bedeutete. Doch mittlerweile trainiert der pfeilschnelle Angreifer wieder mit der Mannschaft und dürfte auch gegen die Bayern auf jeden Fall eine Option darstellen.

Was ist Barca zuzutrauen?

Sollte Fati seine Form schnell finden, ist er für jede Mannschaft der Welt eine Verstärkung und macht Barca neben Depay und Griezmann auch etwas unberechenbarer als noch zu Messi-Zeiten, als ständig über die Messi-Dependencia, also die Abhängigkeit vom Superstar gesprochen wurde. Auch andere Spieler wie Sergio Aguero, Ousmane Dembele oder möglicherweise auch Philippe Coutinho oder Neuzugang Yusuf Demir, der Messi vom Bewegungsablauf ähnelt, könnten in diesem Punkt gefragt sein.

Natürlich ist Barca ohne Messi nicht stärker als mit dem Edeltechniker, aber selbst Messi konnte das 2:8 nicht verhindern. Es liegt nun am neuen Barca mit Garcia, Pedri, dem Löwen Depay und dem X-Faktor Fati, es besser zu machen. Die Bayern werden Barca aber ohnehin sicherlich nicht unterschätzen.

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