Friedhelm Funkel über 1. FC Köln, El Mala und Bundesliga-Abstiegskampf

Friedhelm Funkel hat den 1. FC Köln in der Endphase der vergangenen Saison zum Aufstieg geführt. Im Interview mit Sky Sport spricht der 72-Jährige über die Situation beim Effzeh, das Topspiel gegen Dortmund (Sa., ab 17:30 Uhr live und exklusiv auf Sly Sport).

Friedhelm Funkel führte den 1. FC Köln am Ende der vergangenen Saison zurück in die Bundesliga.
Image: Friedhelm Funkel führte den 1. FC Köln am Ende der vergangenen Saison zurück in die Bundesliga.  © Imago

Funkel spricht auch über das Abstiegsduell zwischen Wolfsburg und dem HSV und die Trainersituation beim VfL.

Sky Sport: Herr Funkel, fast die halbe Bundesliga steckt im Abstiegskampf. Auch der 1. FC Köln. Wie beurteilen Sie die Lage beim Effzeh?

Friedhelm Funkel: Die Mannschaft steht da, wo man sie erwarten konnte, im Verein ist es ruhig. Ich glaube nicht, dass der 1. FC Köln absteigt, dafür ist die Mannschaft zu gefestigt. Sie hat in keinem einzigen Spiel grottenschlecht gespielt oder hoch verloren. Dass sie zuletzt nur zwei von 15 Spielen gewonnen haben, ist für einen Aufsteiger nicht unnormal. Sie haben noch einige Duelle gegen direkte Konkurrenten, und in diesen Spielen haben sie bisher immer ihre Punkte geholt. Wenn sie das beibehalten, wird die Mannschaft die Klasse halten. Davon bin ich fest überzeugt.

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Sky Sport: Also haben Sie sich noch nicht bereit gemacht für Ihre erneute Rückkehr auf die Kölner Trainerbank?

Funkel: Nein, überhaupt nicht. Lukas Kwasniok macht gute Arbeit. Wenn dem nicht so wäre, hätte die Mannschaft sich nicht so präsentiert wie bisher. Der Kader ist ausgeglichen für die Aufgabe, die Klasse zu halten. Sie haben überall mitgehalten, auch gegen Bayern München im Pokal und in der Liga. Dortmund muss erst einmal in Köln gewinnen.

Sky Sport: Die drei Spiele bis zur Länderspielpause gegen Dortmund, beim HSV und gegen Mönchengladbach sind also keine Endspiele für Kwasniok?

Funkel: Nein, da widerspreche ich energisch. Die anderen gewinnen auch nicht jedes Spiel und warum sollte Köln nicht die nötigen Punkte holen? Bei den Dortmundern bin ich gespannt, ob sie nach der Niederlage gegen Bayern und dem Aus in der Champions League die Spannung hochhalten können. Das ist vielleicht die Möglichkeit für Köln, gegen den BVB zu punkten. Sie haben auch beim 0:1 in Dortmund sehr gut gespielt.

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Sky Sport: Für Verletzungspech kann der Trainer nichts. Die Kritik der Fans ging aber häufig dahin, dass er zu oft gewechselt und Said El Mala zu häufig auf die Bank gesetzt habe.

Funkel: Das finde ich nicht korrekt. In den ersten Wochen ist er gelobt worden, da hat er auch El Mala mal spielen lassen und mal nicht. Sie haben aber gepunktet, dann ist alles richtig. Warum sollte jetzt auf einmal alles falsch sein?

Sky Sport: Lothar Matthäus hat über El Mala in seiner Kolumne geschrieben: "Jetzt, wo der FC im Abstiegskampf steckt, wird Kwasniok vielleicht auch umdenken und ihm mehr Einsatzzeit geben." Wie finden Sie Kwasnioks Umgang mit ihm und wird von El Mala zu viel erwartet?

Fakten zum 1. FC Köln

  • Spitzname: Die Geißböcke
  • Gründung: 13. Februar 1948
  • Vereinsfarben: Rot-Weiß
  • Stadion: RheinEnergieStadion
  • Trainer: Lukas Kwasniok
  • DFB-Pokalsiege: 4 (zuletzt 1983)

Funkel: El Mala ist ein ganz junger Spieler. Kwasniok hat versucht, ihn an die Bundesliga heranzuführen, und das hat er gut gemacht. El Mala hat als Joker mehr Tore geschossen, als wenn er in der Startelf stand. Er hat sich in den letzten Wochen körperlich weiterentwickelt und er wird auch wahrscheinlich auch mehr Spielzeit bekommen. Ich bin davon überzeugt, dass er jetzt die physischen Voraussetzungen hat, öfter von Beginn an zu spielen.

Sky Sport: Wird das Thema El Mala/Nationalmannschaft/WM zu hoch gehängt und wird zu viel von ihm erwartet?

Funkel: Ein Bundesligatrainer muss gucken, dass er mit seinem Verein Punkte holt. Ob El Mala mit zur Nationalmannschaft fährt, muss Julian Nagelsmann entscheiden. Ob er größere Chancen hätte, wenn er im Verein öfter von Anfang an gespielt hätte, weiß man nicht. Klar wird El Mala das Thema im Kopf haben, aber da ist auch medial etwas aufgebaut worden, was dem Jungen nicht förderlich war.

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Said El Mala ist der Shootingstar des 1. FC Köln in diesem Jahr. Die guten Leistungen des Youngsters wecken Begehrlichkeiten, besonders bei Brighton & Hove Albion. Doch wo passt der 19-Jährige überhaupt wirklich hin?

Sky Sport: Borussia Mönchengladbach hat sich seit dem Trainerwechsel stabilisiert. Wie nehmen Sie die Situation bei der Borussia wahr?

Funkel: Das Ziel konnte von Saisonbeginn an nur der Klassenerhalt sein, erst recht nach dem schlechten Start. Das 1:0 gegen Union war wichtig, in München wird es schwierig, aber danach kommen die Spiele gegen Köln, St. Pauli und Heidenheim, die sie in der Hinrunde gewonnen haben. Sportdirektor Rouven Schröder baut ein Schutzschild um Trainer und Mannschaft auf. Gladbach zeigt Geschlossenheit, das ist gerade in solch einer Phase wichtig und deswegen glaube ich, dass die Borussia die Kurve bekommt.

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Sky Sport: Wie sehen Sie Gladbachs Chancen in München?

Funkel: Gering, aber Augsburgs Chancen waren auch gering. Man kann davon ausgehen, dass die Gladbacher verlieren, aber sie werden alles in die Waagschale werfen.

Sky Sport: Der HSV hat zuletzt gegen Leipzig und Leverkusen verloren, aber gut gespielt. Sind Sie überrascht, wie sich die Mannschaft nach dem schwachen Saisonstart entwickelt hat?

Funkel: Ich war schon ein Stück weit überrascht, aber ich muss sagen, dass das Trainerteam um Merlin Polzin überragend arbeitet. Sie haben sich nach dem 0:5 in München nicht aus der Ruhe bringen lassen, im Rückspiel einen Punkt geholt. Wie bei den Hamburgern gearbeitet wird, dazu kann man nur gratulieren, aber sie sind noch nicht am Ende des Weges und wieder etwas an die Abstiegsplätze herangerückt.

Sky Sport: Am Samstag spielt der HSV in Wolfsburg…

Funkel: Das ist ein wegweisendes Spiel für beide. Gewinnt der HSV, ist er raus aus dem Abstiegskampf. Verliert er, ist er wieder mittendrin.

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Sky Sport: Der VfL Wolfsburg hat im Vergleich zu anderen Klubs deutlich bessere finanzielle Möglichkeiten. Was wurde dort falsch gemacht?

Funkel: Das ist von außen schwer zu beurteilen. Aber selbst der eigene Trainer hat nach dem 0:4 in Stuttgart gesagt, dass die Strukturen nicht bundesligareif sind. Maxi Arnold und Yannick Gerhardt haben gesagt: "Wir müssen schauen, dass wir Spieler finden, die wollen, dass der VfL in der Bundesliga bleibt." Individuell sind die Spieler gut, aber es scheint innerhalb der Mannschaft nicht zu stimmen. Leistungsträger waren oder sind verletzt, der Trend ist nicht gut. Jetzt müssen sie schauen, dass sie die Kurve kriegen. Dafür ist ein Sieg gegen den HSV eigentlich ein Muss.

Sky Sport: Zuletzt wurde über eine erneute Trainerentlassung und mögliche Nachfolger Felix Magath und Dieter Hecking spekuliert. Könnte ein erfahrener Coach den VfL vor dem Abstieg bewahren?

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Funkel: Der Verein hat sich entschieden, mit Daniel Bauer weiterzuarbeiten. Zu Spekulationen äußere ich mich nicht.

Sky Sport: Könnten Sie sich denn vorstellen, noch einmal irgendwo eine Mannschaft als Trainer zu übernehmen?

Funkel: Natürlich kann ich mir das vorstellen, wenn die Voraussetzungen stimmen. Wie ist die Lage? Hat man die Möglichkeit, die Saison erfolgreich zu beenden? Grundsätzlich bin ich nicht abgeneigt, nochmal etwas zu machen.

Sky Sport: Wer steigt ab und wer rettet sich?

Funkel: Heidenheim wird den Abstieg wahrscheinlich nicht verhindern können. Das wissen sie selbst. Für den Verein und Trainer Frank Schmidt tut es mir leid, sie haben dort drei Jahre lang Sensationelles geleistet. Ansonsten möchte ich mich nicht festlegen.

Das Interview führte Thorsten Mesch

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